Donnerstag, Juli 05, 2018

Warum Sie nicht in die Ferien fliegen sollten

Seit ein paar Wochen bin ich bei WhatsApp. Ich musste, ich wurde gezwungen. 
Unglaublich, wie schnell sich die Neuigkeit verbreitete. Aus aller Welt bekam ich Nachrichten, Bilder, Sprüche, Viren, Videos und ab und zu auch ein paar persönliche Zeilen.

So auch von einem guten Freund, der die Reise seines Lebens machte. Diese begann mit einer Zugfahrt an die Flughafen, wo er drei Stunden vor der Abflugzeit eintraf. Nach Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle und einem Kaffee im Stehen, durfte er endlich das Flugzeug betreten. Nach zehn Stunden Flugzeit in der immer gleichen Kauerstellung erreichte er sein erstes Zwischenziel. Zollformalitäten, Sicherheitskontrolle, neuerliches Einchecken und wieder ein Kaffee im Stehen liessen die drei Stunden Umsteigezeit wie im Fluge vergehen. Der Weiterflug dauerte nur vier Stunden, was gemessen an der Gesamtreisezeit zu vernachlässigen war. 
Am Zielflughafen eine halbe Stunde auf das Gepäck gewartet, noch eine halbe Stunde an der Autovermietung und eine weitere halbe Stunde im Stau auf der Ausfahrtsachse.
Nach drei Stunden Autofahrt endlich die Leuchtreklame des Mountain Inn in Sichtweite. Er checkte ein, fiel erschöpft auf das Bett und schlief ganze drei Stunden durch. Warum nur drei Stunden wenn er doch so müde war? Ach ja, die Zeitverschiebung...

Am nächsten Tag nach der ersten Wanderung schickte er mir ein Bild via WhatsApp und schrieb dazu: "Diese Landschaft hier in Kanada ist einfach unglaublich, wenn nur die Mücken nicht wären."
Auf den ersten Blick dachte ich, er schicke mir ein Bild vom Lej Cavloc. Die Berge sahen gleich aus, das Wasser war gleich blau, Bären hat es auch immer wieder, nur Mücken fehlen hier im Engadin komplett.

Ich antwortete umgehend: "Bin auf einer Wanderung im Engadin. Wetter auch perfekt, Landschaft sowieso, Mücken keine, geschlafen 9 Stunden. Bei mir schaut es aus wie bei Dir... Warum reist Du eigentlich so weit, wenn das Paradies so nahe liegt?"

Folgende Bilder legte ich der Nachricht bei:
Aufstieg von Surlej zum Hahnensee
Lej Nair am frühen Morgen

Fleurop Engadin

 so sieht schlechtes Wetter im Paradies aus

Holzklasse auf der Furtschellas

Apéro auf Muottas Muragl

Gipfelglück

Einheimisches Wild


Er antwortete nicht mehr....

Und Sie liebe Leserinnen und Leser. Habe ich Sie überzeugt? Sparen Sie Geld, Zeit und Nerven und machen sie im Paradies Ferien

Hier gibt es alles ausser schlechte Ansagen aus dem Cockpit :-)



1 Kommentar:

  1. Das hätte Friedrich Nietzsche gefallen;-)

    Grüße
    Richard

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