Sonntag, Februar 04, 2018

Gesetzliche Meldepflicht

Die Luftfahrt gilt als Hochrisikogeschäft. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass jede Airline täglich mehrere tausend Flugzeuge in alle Himmelsrichtungen schickt – über Krisengebiete und Unruheherde, über Sturmgebiete und in Erdbebenzonen. Zumindest die Maschinen einer grossen helvetischen Airline sind darum für eine zehnstellige Summe versichert, was im englischen Sprachgebrauch Billionen entspricht. 

Nicht zu beneiden sind darum die Manager. Dass diese Helden noch ruhig schlafen können grenzt an ein Wunder. Die Verantwortung ist immens, der drohende Schaden existenzbedrohend.

Damit die Arbeitsbienen keine unnötigen Risiken eingehen, beziehungsweise diese frühzeitig erkennen, wirken hunderte von Unterstützern im Hintergrund. Das beginnt bei der Ausbildung, der Planung, der Analyse, der Strategieentwicklung, bei der internen und externen Kommunikation und geht weiter über das Rapportwesen und die Administration. 

Dies alles im Dienste der Besatzungen, die im Notfall damit Werkzeuge zur Verfügung haben, um das grosse Unheil abzuwenden. Struktur ist bei der Entscheidungsfindung wichtig, Überblick auch. Doch was für eine Rolle spielt dabei der Bauch? Hätte ich hier an der South Beach in Miami guten Internetempfang, könnte ich auf die schnelle unzählige Studien verlinken, die auf die Güte des Bauchentscheides hinweisen.
Einen noch besseren Beweis für die Qualität des Bauchentscheides finde ich vor meiner Nase. Das Egg Benedict schmeckt fabelhaft. Vor meinem Tisch joggen attraktive Menschen über den Sand und folgen ihrem Trainingsprogramm. Doch wie hat das ein unbekannter Fachmann kürzlich am TV so treffend formuliert: Wer ständig vorbeugt kann nie zurücklehnen... Der Bauch gewinnt...

Zurück zur Fliegerei und den Gefahren. Wenn ein aviatischer Fachmann eine potentielle Gefahr erkennt, dann ist er per Bundesgesetz verpflichtet, diese unverzüglich zu melden. Ich tue das an dieser Stelle und warne vor folgender Gefahr:

MBPV

Klingt gefährlich – oder? Ein Virus? Ein Name für eine neue Pandemie? Nein, MBPV ist viel subtiler als ein Virus und viel verführerischer als jede Venusfalle. MBPV ist ein Flughafen. Auf unserem gestrigen Flug nach Miami wurde der mir bis anhin gänzlich unbekannte Airport als Ausweichmöglichkeit im Falle grösserer Probleme zwischen dem Bermuda-Dreieck und den Bahamas geplant. MBPV steht für Providenciales International. Da ich mit diesem Namen nichts mir bekanntes verband, fragte ich Tante Google an. MBPV ist der Hauptflughafen der Turks- und Caicos Inseln. Immer noch Bahnhof! Wenn der Text nicht hilft müssen Bilder her und falls sie ein stabileres Netz haben und die Bilder in Ruhe geniessen können, verstehen sie vielleicht, warum MBPV als Synonym für eine neue Gefahr in der helvetischen Aviatik steht.

Beim kleinsten Fehler, sei es eine gepoppte Sicherung oder ein defekter Ofen - die Versuchung wäre unendlich gross gewesen, unverzüglich und mit einer Geschwindigkeit nahe dem Schall Richtung MBPV zu düsen. Der Bauch hätte über den Verstand gesiegt, Miami hätte den kürzeren gezogen. Darum diese Selbstanzeige, darum die Meldung.


Bitte führet uns nicht in Versuchung...

Kommentare:

  1. Ha! Ich kann Sie verstehen! Schade kann ich kein Bild einfügen. Die Recherche auf Google war aufschlussreich und ich pflichte Ihnen bei,dass MBPV was ganz gefährliches ist! Danke fpr die Info.
    N aus K

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  2. "Liebe Passagiere, wir bleiben jetzt hier ...."

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