Freitag, November 24, 2017

Herr Meier

Ein Doppel-Bangkok, als zwei Mal nacheinander nach Thailand, verändert nicht nur das Schlafverhalten, sondern auch die Sicht auf Dinge, die man als Mann im Minutentakt beobachtet, auch wenn man um all die dunklen Zupfstuben und schummrigen Etablissement einen grossen Bogen macht. Ob ich will oder nicht, bei Flügen mit der Flugnummer 180 bzw. 181 läuft mir stets das Lied "Samurai" von der EAV nach. 
Herr Meier fährt in Urlaub nur
nur nach Bangkok oder Singapur.
Doch nicht wegen Landschaft,
wegen weiblicher Bekanntschaft.
Doch nicht nur in Bangkok beobachtet man Befremdliches, sondern auch an Bord des Flugzeugs. Viele Gäste an Bord benehmen sich anders - ganz anders als auf anderen Flügen. Das ist nicht klassenabhängig, sondern zeigt sich leider auch im vorderen Teil des Flugzeugs in all seinen Abgründen.
Herr Meier find in Thailand
nur Essen nicht sehr leiwand.
Mag Curry nicht und Sojakeim,
mag Wiener Schnitzel wie daheim.
Wer zwei Wochen an der Sonne täglich die Unterwürfigkeit genossen und die Massagen ausgekostet hat, verliert nicht selten den Respekt vor Dienstleistern aus der heimischen Welt und an Bord. 
So eine Massage
liebt Herr Meier sehr
und für bessere Gage
kriegt er noch etwas mehr.
Daheim ist Meier sehr verklemmt,
doch hier kauft er sich Seidenhemd.
Am Strande von Pattaya,
da schwellen ihm die ... Adern.
Meier's aus der westlichen Welt: bleibt bitte zu Hause! 

Mittwoch, November 15, 2017

Von Höhlen

Attestiert mir ein Arzt ein Problem mit den Nebenhöhlen, müsste ich eigentlich beleidigt sein. Denn Nebenhöhlen liegen bekanntlich neben der Haupthöhle und dass kann im Kopf nur eine Stelle sein. Doch wenn die Zähne, Ohren und die Strin gleichzeitig schmerzen, ist einem nicht nach Rache und Vergeltung zu Mute. Dankbar nahm ich den Berg Medikamente an und verzog mich vor rund zehn Tagen in meine eigene Höhle zurück. «COG» – Captain on GND – Flugverbot.

Der versprochene Bericht aus Hongkong fiel ins Wasser, die Höhlen mussten mit Pillen und anderen Wässerchen freigeschossen werden.
Mittlerweile sind meine Nebenhöhlen wieder frei wie der Gotthardtunnel um 3 Uhr in der Früh und in diesem Zustand rate ich keinem zu behaupten, dass sich in meinem Kopf ob der Nebenhöhle eine Haupthöhle befindet.

Mittlerweile bin ich wieder «on tour» und neuerlich beschäftigt mich das Thema «Höhlen». Ich bin in Bangkok. Hier gibt es Massagehöhlen, Rattenhöhlen, Opiumhöhlen, einen «Höhlen-Verkehr» und es ist drückend heiss wie in einer Höhle nahe der Hölle.
Seit gestern weiss ich auch, dass es in der Stadt der Engel auch «Raucherhöhlen» gibt. Die Crew, unter Führung eines befreundeten Kapitäns, steuerte nach dem Essen zielgerichtet ein subversives Lokal an, das man nur betreten darf, wenn man den Geheimcode korrekt in ein Telefon eingeben kann. Es sei an dieser Stelle verraten, dass der Code 1940 gefolgt von einer Raute lautet. Da ich bekanntlich Nebenhöhlen habe, die auf eine grosse Haupthöhle schliessen lassen, konnte ich die Zahl 1940 nicht einer wichtigen Jahreszahl zuordnen. Wikipedia half mir und so durfte ich ein kleines Wissenspaket in meiner Haupthöhle ablegen, die so leer danach nicht mehr war. Scheinbar hat die Haupthassfigur von Castro’s Mannen, Senator Fulgencio Batista, 1940 die Verfassung ausser Kraft gesetzt und damit den Zorn von Castro und seinen bärtigen Kollegen auf sich gezogen. Man lernt nie aus!

Doch nun zurück in die Raucherhöhle. Im ersten Stock des Lokals bevölkerten lebenslustige, weibliche Expads, die elegant die Hüften zu karibischer Musik schwangen, die Bühne und machten das Lokal zu einem ziemlich gefährlichen Pflaster für Männer in ihren 50ern. Darum verstand ich zu keinem Zeitpunkt, dass wir diese durchaus erotische Tanzhöhle verliessen und im Obergeschoss die Raucherhöhle betraten.
Männer, diese seltsamen Wesen, scheinen sich mit einer Zigarre in der einen und einem Schnaps in der anderen Hand unverletzlich zu fühlen. Ich werde wohl nie verstehen, wie man diese nach getrockneter Kuhscheisse riechende Röhre anzünden und auch noch inhalieren kann. So schnell wie ich die Raucherhöhle betrat, verliess ich sie auch wieder. Natürlich nahm ich noch ein Auge voll Tanzimpressionen mit auf den Weg und machte mich auf in meine unterkühlte Nachthöhle.

Müde legte ich mich ins Bett und schaute zufrieden auf mein erreichtes Tagesziel zurück: Einmal einen Text zu schreiben, wo das Wort «Höhle» 25 Mal vorkommt….