Dienstag, September 05, 2017

Schönheitsoperation

Die gute Nachricht vorweg: der Checkflug ist geschafft, die Lizenz wieder 6 Monate gültig. Jetzt heisst es vorwärtsschauen, vorwärts auf acht Wochen ohne Simulatordienst.

Heimflug von Bangkok

Unsere lieb gewonnene Dame im Simulatorgebäude lässt sich nämlich auffrischen und das gibt mir Gelegenheit, die Welt wieder einmal in Realität zu erleben. Wellnessferien heisst ihre Destination und ähnlich wie Frauen aus Fleisch und Blut, will unsere B777-Simulator-Lady nach dem Urlaub wieder aussehen wie Zwanzig. Ich verstehe sie!
Bis anhin stand sie auf währschaften, dicken Stelzen, die da und dort mit Hydraulikleitungen durchzogen waren. Diese unterschieden sich optisch von den Krampfadern lebendiger Ladies kaum.

Als die junge Nachbarin Frau A320 eines Morgens mit grazilen und an Eleganz kaum zu überbietenden Beinchen aus dem Wellness-Urlaub zurückkam, begannen die Sticheleien in der grossen Halle Formen anzunehmen, die wir Menschen sonst nur aus Frisör-Salons voller weiblicher Kundschaft kennen.

Ein Seitenhieb da, eine unpassende Bemerkung dort. Konnte unsere B777 in Vergangenheit mit ihren grossen GE90 Möpsen prahlen, übertrafen die faltenfreien neuen Beinchen der Frau A320 schlichtweg alles bisher Dagewesene. Besucherinnen und Besucher bestaunten die glänzenden und unterhaltsfreien Blickfänge der jungen Wilden und zeigten keinerlei Interesse für die GE90 Monster der B777 Lady. Dass unsere B777 Grossmutter auch an diversen Stellen etwas Flüssigkeit verlor, steigerte ihre Attraktivität in keinster Weise.

Wer wundert sich, dass unsere B777-Simulator-Lady immer mehr zickte und unausstehlich wurde. Sie verrichtete ihren Dienst weiterhin ohne zu bocken, zeigte uns aber regelmässig mit kleinen Warnungen wer die Hosen in der Simulator-Halle trägt.

So werden die Hydraulikkrampfadern in den nächsten Wochen entfernt, elektrische Kabel eingelegt, neue Beinchen montiert und von Fachkräften an allen empfindlichen Stellen massiert. Wie es sich für einen langen Kururlaub gehört, werden für einige wildfremde Männer die neuen Beinchen in Stellung gebracht, die heilige Pforte geöffnet und dann geht die Post ab!


Ob das elektrische Rumtollen besser ist als das hydraulische, das kann ich frühestens in acht Wochen beantworten. Für einmal bin ich aber dankbar, dass wenigsten an den GE90 Möpsen nicht herumgeschraubt wird.

Kommentare:

  1. Ich denke, auf den Sitzen wird man keinen Unterschied merken, vorausgesetzt, die Einstellungen passen.
    Auf der Stromrechnung wird sich das elektrische Tollen allerdings bemerkbar machen, da werden künftig noch ein paar Rappen für einen Nespresso mehr übrig bleiben

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  2. ... für Nespresso MUSS es einfach noch reichen :-)

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