Donnerstag, Juni 01, 2017

Wildwasser III-IV in Bangkok

Es ist wie in jeder Sportart, wer reüssiern will, muss üben! Am Wochenende sind im Muotatal (eine Pilgerstätte für Kanufahrer) Wildwasser Weltcup Rennen, die wiederum als Hauptprobe für die nächstes Jahr stattfindenden Weltmeisterschaften gelten. Da ich mich am Wochenende entschieden habe eben an dieser WM teilzunehmen (… als Zuschauer), steht mir ein anstrengendes Trainingsprogramm bevor. Nicht dass Erfahrung nichts zählt, schliesslich war ich an der WM 1983 in Meran (als Zuschauer), an der Junioren WM 1984 in Spittal (als Teilnehmer) und an der WM 1985 in Garmisch (als Zuschauer) mit dabei, doch in meinem Alterbereich zählt seriöses Training mehr als Erfahrung.

Von dem ist auch die Crewdispo überzeugt, die mich kurzerhand statt nach San Francisco (habe ich mich auf die Fahrradtour gefreut - grrrr) nach Bangkok schickte. Bangkok – eine weitere Pilgerstätte für Freunde allerlei Freuden, nicht für Bewegungsliebhaber – gehört nicht zu meinen Lieblingsdestinationen. «Am Donnerstag bin ich wieder zu Hause», rief ich meiner Frau zu. Diese konterte für mich unerwartet: «Im Einsatz steht aber Freitag…». Ach Scheisse auch das noch. Drei statt zwei Nächte – der Flugplan ist im Mai ausgedünnt. Mit meiner «Nicht Bangkok Liebe» bin ich in unserer Firma so ziemlich alleine und so machte ich mich schweigend und mit wenig Erwartung in der Tasche auf nach Osten.

Schon der Hinflug hatte etwas von einer Wildwasserfahrt. Ein einfacher Fluss zwar, ich würde sagen leichtes Wildwasser der Stufe II-III, aber trotzdem unangenehm. Wie früher auf der Simme bei Niedrigwasser mussten wir Hindernissen in Form von Gewitterwolken ausweichen, die ebenso schüttelten und schlugen wie die unregelmässigen Wellen beim Heidenweidli nahe Oberwil im Simmental. Den besten Weg suchen und dabei so wenig wie möglich Zeit verlieren – genau wie in alten Zeiten. Die Autofahrt im Stau von Bangkok (was lieben die Leute an dieser Stadt eigentlich?) vom Flughafen ins Hotel war eher wie eine gemütlich Sonntagsausfahrt auf einem Schweizer See. Zu heiss, zu langweilig, zu langsam!

Endlich im Hotel angekommen schrien alle durcheinander: «Shopping!», hörte ich aus der Ferne; «Massage» schrien andere; «ab an den Pool!» dritte. Ich erfreute mich an der schweizerdeutschen Begrüssung des Hoteldirektors und zottelte danach gemütlich ins Fitness-Center. Man erinnere sich: 2018 ist die Kanu WM im Muotatal und ich wollte unbedingt bereit sein.

Drei Thai-Curries und ein paar Stunden Schlaf später die nächste Trainingseinheit. Mit dem Longboat ging es auf dem hotelnahen Klong Richtung Innenstadt. Die schnellste, billigste und mit Abstand spassigste Variante um in das Herz von Bangkok zu reisen. Unverhoft kam ich zu einer weiteren Trainingseinheit. Gutes, saftiges Wildwasser III-IV stellte sich uns in den Weg. Mit geschultem Auge überprüfte ich die Taktik des Kapitäns. Mit einer Geschicklichkeit, die auf einer Muota mit Hochwasser von Nöten ist, umschiffte dieser alle Hindernisse berührungsfrei und stellte mit grosser Wahrscheinlichkeit eine neue Bestzeit auf. Was für ein Spass! Ich bin nach diesem Bangkok Abenteuer bereit für die Teilnahme an der Kanu WM 2018 – vielleicht sogar als …. Zuschauer!






Kommentare:

  1. Schön, nach zwei eher ruhigen Jahren wieder Leben hier im Blog zu lesen. :-)
    Ps.: Das Video ist "Privat", falls das bewusst so ist ok, falls nicht, dann würd ich es auch gern sehen

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  2. Als langjährigen Leser freut es mich unglaublich, wenn ich endlich wieder neue Texte von meinem Lieblingsblogger lesen kann! Sehr geehrter Herr Captain Tilly vielen Dank und bitte nehmen Sie uns Leser wieder öfter mit hinaus in die grosse weite Welt.

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  3. Aus Neugier mal eine Frage, die nur am Rande etwas mit dem Beitrag zu tun hat ;-) ... die Radtour in San Francisco, wo wärs lang gegangen? Habe selbst mal eine über die Golden Gate, dann Sausalito nach Tiburon (und mit der Fähre zurück) gemacht. Bin gespannt auf weitere Tipps :-)

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  4. Danke liebe Leser!
    Bezüglich Bike in SFO: Ich liebe die Natur und darum fahre ich auf schnellstem Weg Richtung Mount Tam (Tamalpais). Die Bikerouten und Singletrails sind einmalig! https://www.mtbproject.com/trail/7010716/mount-tamalpais-summit-loop

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