Sonntag, Mai 18, 2014

Distanz


Auszeiten und Ferien sind ausgezeichnete Gelegenheiten, sich vom täglichen Trott zu distanzieren. Die Distanz sei die Mutter der Erkenntnis, sagt der deutsche Hochschulprofessor Michel Marie Jung treffend. Doch gelingt es immer Distanz aufzubauen? Ein deutliches Nein scheint die richtige Antwort auf diese Frage zu sein. Dauerbombardements von e-Mails sind schwerlich abzuwehren und deren Inhalt ist definitionsgemäss nicht immer förderlich für die Stimmung fernab des Arbeitsplatzes.

Distanz ist gerade im Berufsleben von enormer Wichtigkeit. Distanz erlaubt dem Betrachter, Dinge aus Entfernung zu sehen und ein Blick auf das Ganze zu erhaschen. So erscheinen sonst so dominate Baustellen als kleine Störfelder eines Systems, das sonst fast einwandfrei funktioniert.

Doch was, wenn der Blick aus der Distanz Erschreckendes zu Tage führt? Was, wenn man ausserhalb des eigenen Gartens Schockierendes erblickt? Dann verliert die Distanz ihre Unschuldigkeit und löst beim Betrachter Unbehagen, Wut und schlaflose Nächte aus.

Diese erschreckenden Tatsachen können verschiedener Natur sein. Vielleicht kann man als Individuum dagegen ankämpfen oder die Wirkungen dämpfen. Vielleicht muss man aber auch hilflos zusehen. 

Eines scheint aber sicher, diese Störgrössen kosten die Betrachter enorm viel Energie. Vielleicht wurde das ja bezweckt. Vielleicht wollte der Verantwortliche Unruhe sähen, um damit Prozesse in Gang zu bringen. Vielleicht stehen Interessen hinter den Unruheherden, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Antworten darauf zu finden, sind die Aufgaben aller Beteiligten.

Dabei sind Regungen wie Wut, Hass, Enttäuschung, Unverständnis und Abneigung normal und jeder Betroffene muss damit umgehen können. In der Arbeitswelt gibt es durchaus Bereiche, in denen Wut, Hass, Enttäuschung, Unverständnis und Abneigung keinen Platz haben, in gewisser Weise sogar verboten sind. Wer mental und körperlich nicht fit ist, darf seine Arbeit nicht ausführen, heisst es in einem Gesetzestext, der zu einer Verordnung gehört, der die Arbeit eines sicherheitsrelevanten Berufs regelt.

Wenn Führungspersonen absichtlich Unruhe streuen und damit Wut, Hass, Enttäuschung, Unverständnis und Abneigung sähen, dann kann dies in gewissen Branchen zu Problemen führen, wie sie niemand herbeiwünscht.

Führungspersonen die so handeln, wünscht man Distanz. Mitarbeiter, die so unter Druck gestellt werden, wünscht man Ausdauer, Hartnäckigkeit und Bereitschaft, den Unruhestiftern die Stirn zu bieten.

Kommentare:

  1. Auf dass der steife Nordwind der euch da um die Ohren fegt möglich schadlos vorübergehen werde! Müssen strube Zeiten sein im Moment. Lasst euch nicht klein kriegen und vor allem nicht in kleine Gruppen zersplittern. Meist war es so dass die Mannschaft blieb und die Führenden irgendwann abtraten. Bleibt zu hoffen, dass dies in Bälde sein wird wenn sie denn nicht endlich zur Besinnung kommen.

    Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen!

    Severin

    PS: die Veröffentlichung unter Name scheint irgendwie seit längerem nicht zu funktionieren

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  2. Wer hätte mit dieser vermaledeiten Globalisierung gerechnet, damals, zu Swissair Zeiten?
    Die (mehr oder weniger) regionale Airline Industrie steht unter enormem Druck!
    Druckausgleich ist wohl gefragt:-(

    Die hier beschriebene (mehr oder weniger gelassene) Distanz hilft.
    Richi

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