Dienstag, April 08, 2014

rot, sexy, heiss

Meine vierteljährliche Bildungsreise führte mich diese Woche ins Tessin, genauer in das Malcantone zwischen Luino und Ponte Tresa. Bildungsreise darum, weil ich mich im Auftrag der Rundschau über einen Kollegen schlau machte, den wir in der nächsten Ausgabe des Hefts portraitieren werden.
Selbstverständlich mache in an dieser Stelle keine Angaben über den Inhalt und die Detail des Interviews, aber soviel sei schon verraten, es geht im Heft das Ende Mai erscheint um unter anderem auch um Autos.

Autos üben seid eher eine Faszination auf Männer aus. Piloten bilden hier ausdrücklich keine Ausnahme.
Wieder so ein Punkt wo ich mich frage, ob die Psychologen und Selektionäre gerade von einem wilden Sause kamen, als sie mich positiv assessierten.

Meine Liebe für Autos pendelt eng um den Nullpunkt herum. Die Dinger kosten viel zu viel Geld, verstopfen potentielle Radwege und stinken zum Arsch Auspuff heraus, wenn sie aufgereiht vor dem nächsten Engpass auf die Weiterfahrt warten.

Trotzdem kommt man nicht um diese fahrbaren Untersätze herum, gerade auch im Tessin, wo ich gerade zwei herrliche Tage verbrachte. Die sogenannte Sonnenstube der Schweiz ist noch schlechter mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, als Los Angeles. Und glauben sie mir, das heisst etwas!

So hat auch jeder Tessiner geschätzte 7 Fahrzeuge, die mit allen verfügbaren Kräften am Rollen gehalten werden. Dazu kommen noch die zahlreichen Bekanntschaften aus dem benachbarten Italien, die mit ihren Mopeds in die Schweiz drängen, als wäre das Brumbrum in ihrem Land verboten.
Stau ist die Folge und der beginnt in der Regel bereits vor dem Gotthardloch und endet kurz nach der Grenze in Chiasso. Nicht nur die Autostrada ist durch die stehende Blechlawine verstellt, nein auch sämtliche Nebenstrassen und Feldwege. 

Das kümmert den Benutzer vom öffentlichen Verkehr wenig, solange er auf Schienen reisen kann. Schienen kennt man im Tessin aber nur aus den Märchen und vom Besuch der Tante in der Deutschschweiz. Schienen stehen für Organisation, Effizienz, Schnelligkeit und Sauberkeit. Alles Attribute, die südlich des Gotthards wenig Anklang finden.

Das ist aber schon alles, was ich Schlechtes über die Tessiner schreibe. Sie können nett sein, auch zuvorkommend, schlau, charmant, emotional, schlitzohrig, laut und schnelldenkend.
Alles Eigenschaften, die im täglichen Stau hilfreich sind. Ein ganz schlimmes Exemplar in dieser Beziehung habe ich in den letzten Tagen besucht. 

Er kennt sämtliche Tricks der Strassen, weiss sich selbst in den ausweglosesten Situationen zu helfen, erntet statt Stinkefinger stets ein Lächeln, mogelt sich mit Charme und Schlitzohrigkeit durch jede noch so ausweglose Situation, findet selbst im Abendverkauf stets einen Parkplatz, erntet Applaus statt Bussenzettel – auch wenn er ohne Abgastest und Sicherheitsgurten Polizeikontrollen passiert und lernt dort Freunde kennen, wo sich andere Feinde schaffen.
Wie er das macht? Schauen sie selbst.


It’s the size stupid!


Kommentare:

  1. Sehr schöne Gegend habe dort regelmäßig Urlaub gemacht :-) Und Super Auto!

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  2. Mini Cooper classic und Cinque cento, die Höhepunkte der Automobilindustrie liegen erschreckend weit zurück...

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  3. Süß, der Kleine!

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