Sonntag, Dezember 29, 2013

grosse Zahlen und ein doofer Pilot


Ich gebe es zu, ich träume auch gerne von grossen Zahlen. Gerade wenn es um Geld geht, unterscheide ich mich in keiner Weise von anderen menschlichen Geschöpfen auf diesem Planeten. 
Geld ist ja eigentlich das Unwichtigste der Welt. Die die es haben sind in der Regel wenig spannende Zeitgenossen und die die es nicht haben dafür umso mehr. Auch wieder so eine Verallgemeinerung, die gerade in diesen Tagen im Engadin wenig Anhänger findet. 

Doch zurück zu den grossen Zahlen: Die kürzeste Distanz von Zürich nach New York beträgt so ungefähr 6370 Kilometer. Nachgemessen habe ich das nicht, aber dafür im Internet erfolgreich danach gesucht. Und glauben sie mir, ich weiss, dass 6370 Kilometer eine verdammt lange Distanz sind, schliesslich habe ich die Strecke mit der B747, der MD11 und den Airbusmodellen A330 und A340 fast einhundert Mal in beide Richtungen abgeflogen.
Dabei haben wir stets den kürzesten Weg genommen und sind kurz nach dem Start in Zürich Richtung Westen abgedreht. Wir hätten es aber auch andersrum machen können, nämlich nach dem Start auf der 16 über dem Tennisplatz von Opfikon auf östlichem Kurs bleiben. So abwegig wie das auf den ersten Blick erscheint, ist es gar nicht. Schliesslich wollte Columbus Indien auch auf westlichem Kurs entdecken und machte so die Metapher mit New York in dieser Kolumne überhaupt möglich.

Heute wissen wir dank ein paar hellen Köpfen, dass die Reise zwischen Zürich und New York auf der längeren Punkt-Punkt-Verbindung so gegen 33’700 Kilometer misst (ich hoffe, dass diese Beschreibung den Lesern mit einer höheren mathematischen Ausbildung gerecht wird). Wem das nicht lange genug erscheint, kann auch von 33’700’000 Metern sprechen oder von 3’370’000’000 Zentimetern. Ohalätz, jetzt haben wir wirklich grosse Zahlen. Würde man auf dieser 33’700 Kilometern langen Strecke alle 30 Zentimeter einen Pfosten einschlagen, dann bräuchte es ungefähr 116’531’800 von diesen Holzdingern. Stellen sie sich einmal die Arbeit vor, wenn all diese Pfosten von Menschenhand eingeschlagen würden. Es würde sich zweifellos um die grösste Arbeitsbeschaffungsmassnahme aller Zeiten handeln!

Diese  Zahl von 116’531’800 habe ich natürlich nicht ungefähr gewählt. Es handelt sich dabei ziemlich genau um die Gewinnchance (1:116’531’800) für den Hauptpreis bei Euro Millions. Auch diese Zahl wurde nicht von mir berechnet, sondern wie heute üblich kritiklos vom Internet abgeschrieben. 

Doof wie ich bin, habe ich trotz meines Wissens um die uhuren lange Distanz zwischen Zürich und New York andersherum auf einen dieser zahlreichen Pfosten gesetzt. Einfach halber und weil ich es von oben so gut kenne, pflanzte ich meine Markierung mitten auf den Tennisplatz von Opfikon. Ich war mir zu erst nicht ganz schlüssig, ob ich ihn auf dem Platz 4 oder dem Platz 3 setzen soll – oder gar auf die Herrengarderobe? Ich habe mich letztendlich entschieden: Die Kreuze sind gesetzt, les jeux sont faits (schreibt man das so?)!

Auf jeden Fall ist eines sicher: Pilot sein schützt vor Doofheit nicht und wer 119 Millionen kassiert, hat diese redlich verdient! Drückt mir die Daumen, hoffentlich macht der Pfosten auf dem Tennisplatz in Opfikon das Rennen! Wenn nächstes Jahr in meiner Gemeinde der Steuerfuss um 25 % fällt, dann hat mein Pfosten auf dem Tennisplatz Opfikon alle anderen 116'531'799 anderen ausgestochen! 

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