Sonntag, März 03, 2013

Voice of SWISS

Flottenbedingt bleibe ich im Moment den japanischen Karaoke-Lokalen fern. Kein Sitzen auf unbequemen Holzschemeln, kein Konsum von warmem Bier, keine Schweissausdünstungen von dicht gedrängten Menschenkörpern und kein Sabber an den Mundecken der einsamen Frachtpiloten.

Ach wie haben wir jeweils im Cage oder im Container in Narita mitgegrölt, weil wir wegen der unendlichen Zeitverschiebung kein Auge zutaten. Die Qualität des Gesangs genügte unseren Ansprüchen. Dass die Behörden vor Jahren den "Container" versiegelten, soll laut gut informierter Quellen nichts mit der gebotenen Kultur zu tun gehabt haben.


der "Container" in Narita

Doch ich muss nicht darben. Das Schweizer Farbfernsehen bietet seit Wochen beste Unterhaltung und sucht so ganz nebenbei eine Stimme, die das Cage in Narita zum Verstummen brächte. Der Unterhaltungswert der Sendung ist unerreicht und das nicht nur wegen dem gebotenen Gesang. 

So sitze ich nun jeden Samstag vor der Flimmerkiste und suche den Sender des Schweizer Farbfernsehens. Nach der Chips Werbung, der Werbung für ein spanisches Auto, der Werbung von Stress' Kleidermarke und der Werbung für was-auch-immer, sehe ich die nervösen Gestalten auf der Bühne und lasse mir bei ihrem Gesang die eine oder andere Träne entlocken.

Obwohl ein Fräulein auf einem Drehsessel stets ihre Finger in die Kamera hält, sind die Bilder stark und vervollständigen den professionellen Auftritt der Sängerinnen (aus Mangel an Männern wird auf die männliche Form verzichtet).

Die bitterste Folge sah ich vor Wochenfrist. Da sass ich vor meinem iPad Mini, den ich über mein iPhone mit dem Netz verband und so den Datenkanal vom ganzen Engadin verstopfte, wie ein Mädchen die Bühne betrat, bei deren Anblick es mir die Stimme verschlug.
Nicht dass ich für so junge Dinger eine Schwäche hätte – nein, ich behaupte sogar dass ich dagegen immun bin, aber die ganze Erscheinung war so atemberaubend, dass ich für einmal sprachlos war. Also, ich meine nicht den Kerl am Anfang des Kurzfilms, sondern der blonde Engel mit der Putzfrauenfrisur.




Unvorstellbar, wenn diese Iandara im Cage in Narita diesen Song von sich geben würde. Als verantwortlicher Kapitän müsste ich sofort ein Sicherheitsdispositiv aufbauen, die Frachtpiloten niederschlagen und durch die steile Treppe die Flucht antreten.

Schade ist Iandara aus dem Wettbewerb gefallen. Sie hätte den Sieg verdient! Darum liebe Iandra, join our Team, flieg mit uns um den Planeten. Als "Voice of Switzerland" wäre Dir die Schweiz zu Füssen gelegen, als "Voice of SWISS" kannst Du die ganze Welt haben!

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