Donnerstag, Februar 21, 2013

von Waschmaschinen und Airline-Tickets



Neulich stieg doch tatsächlich unsere Waschmaschine aus. Nichts Ernstes, aber dennoch beunruhigend. Ich griff zum Telefon und rief die Hotline an.
Eine Sirene namens Rihanna malträtierte mein sonst schon geschädigtes Gehör und sang von Problemen, die mir ehrlich gesagt so richtig am Arsch vorbei gingen.
Drei Lieder später ein Knacken in der Leitung. Es ging weiter mit Problemen, allerdings ohne Melodie und in einer Sprache, die mir geläufiger ist.
Nach den Schildern des Problems und dem Herunterbeten der dreihundertzwanzigstelligen Typennummer meiner Waschmaschine kam es zum Geschäftsabschluss. Wir vereinbarten einen Termin für die Reparatur.
"Ist Ihnen der Vormittag oder der Nachmittag lieber?", erkundigte sich die Sachbearbeiterin freundlich. "Der Vormittag", meine knappe Antwort.
"Ihr Kundendienstmitarbeiter wird am vereinbarten Datum zwischen 07:00 Uhr und 13:00 Uhr bei Ihnen eintreffen!"
"Geht es nicht etwas genauer?"
"Nein, das ist bei uns so üblich... Adieu."

Am besagten Datum – mein freier Tag übrigens –, stellte ich um 06:45 Uhr den Wecker. Der freundliche und sehr kompetente Kundendienstmitarbeiter kam um 10:54 Uhr, flickte die Maschine und verliess mein Heim um 11:20 Uhr wieder, nachdem ich einen Stapel Rapporte unterschrieb.

Eine Stunde(!) Arbeit plus die Wegpauschale in der Höhe des Preises eines Tickets von Zürich nach Wien, ergaben summa sumarum eine dreistellige Summe, mit dem ich, wenn ich der Werbung glaube, mit meinem Arbeitgeber von Zürich nach New York fliegen kann.

Nach weiteren drei Liedern Rihanna wurde ich mit der Buchhaltung verbunden. Ob die Höhe der Wegpauschale für eine Strecke von 3.4 Kilometern nicht leicht übertrieben sei, meine höfliche Anfrage. "Nein!", ihre knappe Antwort.

Tja, das frage ich mich natürlich, in was für einer Branche ich arbeite?

Neulich stieg ein gut gekleideter Herr mit Aktenkoffer und geschmackvoll ausgesuchter Krawatte in unser Flugzeug und benutzte Wörter, die so gar nicht zu seinem Outfit passten. Er wetterte über die Fliegerei im Allgemeinen und unsere Firma im Speziellen. Ich machte das, was in solchen Situationen sehr hilfreich ist, ich hörte zu.
Nach ein paar Minuten war der Dampf abgelassen und eine kurze Diskussion war möglich. Ich erklärte ihm, dass die von ihm geschilderten Unannehmlichkeiten rein gar nichts mit unserer Firma zu tun haben und ging auf sein Argument ein, dass die Fliegerei viel zu teuer sei.

Ich forderte ihn auf kurz auf, die Kosten seines Tickets zu begutachten und sich zu fragen, was ich als Kunde in seiner Firma für diesen Preis bekäme. Er schmunzelte kurz und meinte: " Sie haben recht!"

1 Kommentar:

  1. ...und dann diese Schlusspointe!

    So clever, dieser ganze Bericht.

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