Freitag, März 09, 2012

wo ist bloss die Kohle geblieben?


Schweizer Leser kennen das. Zu Hause liegt ein dickes Couvert voller bunter Zettel, die mit Zahlen gefüllt werden sollen und dafür hat man nur eine beschränkte Zeitspanne zur Verfügung.
Steuererklärung heisst das im Beamtendeutsch und für einmal handelt es sich hier um einen Begriff, der jedermann versteht. Nicht so wie Personenvereinzelungsanlage. Aber das ist eine andere Geschichte.

Steuern, so die Definition, sind eine Geldleistung ohne individuelle Gegenleistung. Mit dem kann ich leben. Streife ich zu Fuss durch meine Wohngemeinde, sehe ich da und dort Spuren meiner jährlichen Abgaben, die mein Herz durchaus erfreuen.

Zurück zu der Steuererklärung. Der Staat will wissen woher das Geld kam, wieviel es war und welche abzugsberechtigten Ausgaben getätigt wurden. Den grossen Teil dieser Informationen liefert der Arbeitgeber in Form des Lohnausweises. Das schmerzhafte an den Steuern ist nicht das Bezahlen dergleichen, sondern der Blick auf den angeblich letztes Jahr verdienten Betrag und die unweigerlich folgende Frage: «Scheisse, wo ist bloss die Kohle hin?»

Als Angestellter hat man wenig Möglichkeiten, die Beträge zu seinen Gunsten zu frisieren. Erstens schauen die Damen und Herren in den Steuerbüros viel zu genau hin und zweitens fehlen uns schlichtweg die verschiedenen Kreativwerkzeuge, die Firmen zu Verfügung stehen.

Also warum aufregen und Stunden damit investieren, ein paar Steuerfranken zu sparen. Die Opportunitätskosten sind einfach zu hoch.

Besser als ich hatte es die Commerzbank in Deutschland. Je nach Leseart, machten sie 638 Millionen Euro Gewinn oder 3.6 Milliarden Euro Verlust. Unnötig zu sagen, dass dem Staat die Bilanz mit dem grossen Minus davor präsentiert wurde.

Ich habe meine Steuererklärung bereits ausgefüllt und abgeschickt. Mir helfen diese Bilanztricks nichts mehr. Wer aber interessiert daran ist, lese den Artikel in der «Zeit» – mein Chef ist davon explizit ausgenommen!

Kommentare:

  1. Wenn Du einmal total erschrecken willst, dann kannst Du mal den Kontoauszug bei der AHV bestellen:

    http://www.ahv-iv.info/andere/00271/index.html

    Da fragst Du Dich dann, wo all die Jahre all die Kohle hin ging...

    Liebe Grüsse

    Urs

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