Freitag, Februar 10, 2012

klopfende Herzen


Es wird wieder wärmer! Temperaturen im nur einstelligen Minusbereich werden bereits als Sensation auf sämtlichen Boulevard-Kanälen gemeldet und da und dort wird spontan eine Mütze vom Kopf gerissen.

Schön, es wird wieder Frühling!

Frühling, das ist die Zeit farbenfroher Blumen und summender Insekten. Die Röcke werden kürzer und die alljährliche Diskussion, was der Mann zu kurzen Hosen nur für Schuhwerk und Socken tragen soll, flammt auf.

Frühling! Versuchen sie sich vorzustellen, wie es duftet, wie der Wind das kurze Hemd flattern lässt und wie herrlich das kühle Bier beim Outdoor-Grillen doch schmeckt.

Frühling ist aber auch die Zeit der klopfenden Herzen. Die Sonne spiegelt sich in den Augen noch fremder Personen und lässt den eigenen Puls in die Höhe schnellen. Wie heisst sie wohl? Was macht er bloss?

Ein Problem, das nicht nur alle Altersschichten auf dem harten Boden der Realität trifft, sondern auch die in der Luft!

In einem sind wir uns einig: Fliegen ist grundsätzlich eine langweilige Angelegenheit. Ausser man hat ein gutes Buch dabei, einen guten Kapitän (…) oder einen interessanten Sitznachbarn mit dem richtigen Alter und dem richtigen Geschlecht.

Doch hier kommt das Urproblem der Menschheit zum Zug – die Unfähigkeit, jemanden so anzusprechen, dass dieser gleichzeitig von einem überzeugt und begeistert ist.
Gut, in einem Flugzeug ist dies per se unmöglich. Es beginnt schon mit dem Mundgeruch der Passagiere. Seit selbst in der Economy geräuchter Lachs mit Zwiebel und Kapern zur Vorspeise serviert wird, stinkt jeder – aber auch wirklich jeder nach den ersten Flugminuten wie ein Abfallcontainer zum Sprachorgan hinaus.
Dann diese unmögliche Sitzposition. Leicht gedreht lässt sich einfach nicht flirten! Entweder ist der Klapptisch im Weg (Economy), die überdimensionierte Mittelkonsole mit versenkbarem Flachbildschirm (Business) oder die schalldichte Schutzwand aus braungetöntem Sicherheitsglas (First).
Wer soll da noch vernünftig das Spiel mit den Hormonen betreiben, wer soll da bloss die Spiegelung der Sonne in den Augen seines Gegenübers erkennen?

Das hat auch ein Geschäftsmann aus Australien entdeckt und kurzerhand die Internetseite wemetonaplane.com ins Leben gerufen. Das Schatzchäschtli für Welt-Nomaden! Herzflattern trotz weicher Landung? Besuchen sie die Seite, lassen sie ihren Gefühlen freien Lauf, setzen sie aber NICHT ihre Kontaktdaten ins Internet (ihr Partner / ihre Partnerin fliegt auch!)

Wenn sie das nächste Mal einen charmanten Kapitän auf einem Kurzstreckenflug auf dem Swiss Streckennetz treffen, schreiben sie nichts auf obige Seite. Ein Mail an mich genügt. Sie finden meine Mailadresse irgendwo auf dieser Seite…

Nachtrag:
Eine Idee hätte ich noch. Vielleicht programmiert ein Langhaariger eine Plattform für Piloten und Kontroller, die gegenseitig von Stimme und Abkürzung so begeistert waren. Die Schokolade geht langsam ins Geld!
Die Seite wemetononetwofivedecimalthreetwofive.com wäre noch frei. Aber bitte nicht nur call sign only…