Freitag, Januar 13, 2012

nff – ein kleines Portrait


Sie macht das nach vier Wochen, ich habe das nach sieben Jahren noch nicht geschafft.
Zeit es nachzuholen!

ich
Geboren am 22. Mai um 22.22 Uhr (so stehst in der Urkunde), als – Zitat Hebamme – hässlichstes Kind, das sie je gesehen hätte.
Meine Eltern liebten mich trotzdem und zogen mich in einer Zürcher Vorortsgemeinde auf. Die Gemeinde hatte einen bekannten Kinderchor, der mich aus Mangel an musikalischen Talenten nicht einmal als Saal-Security aufbot.

Da ich wegen Sachbeschädigung (Fussball in der Pause mit Scheibenbruch als Folge) von der Gymiaufnahmeprüfung ausgeschlossen wurde, lernte ich einen Beruf, bei dem laut Lehrmeister in den vorgehenden 17 Jahren keiner mehr durchgefallen ist. Gott war das gemütlich. Ich hatte Zeit für Sport, Training und noch mal Training. Nicht ohne Folgen, wurde ich doch einige Male an internationale Wettkämpfe aufgeboten und eroberte dort zwar keine Medaillen, doch ab und zu das Herzen einer Mitsportlerin.

Bei meinem Abschied aus der Nationalmannschaft flüsterte mir der Trainer im Vertrauen zu, dass er mich an die Meisterschaften nur mitgenommen habe, weil es mit mir immer so lustig war. Auch ein Kompliment, wenn auch kein sportliches. Es folgten 17 Wochen Militär, gefühlte 17 Semester Studium und danach wusste ich nicht, was ich tun sollte.

Swissair suche Piloten, meinte ein Nachbar, selber Jumbo-Flösser. Ich sei aber noch nie geflogen, nicht mal als Passagier, antwortete ich und er beruhigte. Fliegen könne jeder…
Wider Erwarten haben die mich genommen und ich trat mit anderen lustigen Gesellen den Grundkurs als Pilot an.

Es folgten Umschulungen auf interessante Flugzeugtypen und Airbusse, ein paar Partnerinnenwechsel und eine glückliche Heirat, die schon zehn Jahre hält und noch immer wunderschön ist.

Pro Jahr hadere ich zwei Mal mit meinem Beruf, nämlich immer dann, wenn ich in den Simulator muss. Da das Morgen wieder der Fall ist und ich statt Bücher wälze Blogeinträge verfasse, kann das wieder ganz heiter werden!

Am Fliegen mag ich das Flirten mit den Damen am Funk. Die können zwar ganz schon störrisch sein, entpuppen sich beim Zufallstreff aber immer wieder als umwerfend charmant.
Flirten mit den ATC-Damen will gelernt sein, darum braucht es dafür mehrere Lizenzen, abgesegnet durch Beamte in Bern und anderswo. Das Beste daran ist aber, dass die Damen meinen sie können uns herumkommandieren und wir trotzdem tun, was wir wollen.

PS: das stimmt so natürlich nicht, wäre aber ein toller Abschlusssatz gewesen :-)

Kommentare:

  1. Die Hebamme gehört ehrlich ... ich kanns mir nicht verkneifen : Jööööööö !

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  2. Hübsches Foto, wie alt warst du denn als du angefangen hast zu fliegen?

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  3. Mit dem Bild schiesst der Flugschreiber den Vogel diesmal auch ausserhalb des Textes ab.

    Wie erkläre ich meinen Kollegen, warum ich meinen Lachanfall nicht verkneifen kann ?

    GENIAL !

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  4. In der aktuellen Rundschau hat es einen Artikel drin, wo einer von "Mut zur Lücke!" schreibt.
    Tönt wirklich gut - vielleicht wäre ja morgen eine gute Gelegenheit, das mal auszuprobieren?

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  5. Trotz 7 Jahren...
    Ich habe erst seit ca. Weinachten angefangen Deinen Blog zu lesen. Sehr unterhaltsam übrigens! Deshalb passt es für mich sehr gut, dass Du Dich jetzt vorstellst ;-)

    Im Archiv bin ich jetzt übrigens bei März '10.

    Gruss Michael (kenne Deinen Blog aus dem FF.ch ;-) )

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  6. Mein Lieblings(halb)satz: "...auf interessante Flugzeugtypen und Airbusse". Schön gesagt ;-)

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