Sonntag, Dezember 04, 2011

Gedanken zum Advent


Heute ist also zweiter Advent. Grund genug, sich etwas in sich zu kehren und den Gedanken freien Lauf zu lassen.

Draussen rüttelt der Wind an den Fensterläden und lässt die Kollegen die ILS28 heruntertanzen. Ein guter Tag um frei zu haben, ein guter Tag um über das Leben zu sinnieren.

In grossen Schritten kommt die Weihnachtszeit näher. Auf der Zufahrtsstrasse zum nahen Shopping-Center in Spreitenbach stauen sich die Wagen täglich, immer mehr auch Sonntags. Wurden die einkaufswütigen Zeitgenossen vor Jahresfrist noch belächelt und von den "Nicht-Schenkern" mit Kopfschütteln bestraft, sind sie heute die wahren Helden. Wer heute noch in der Schweiz konsumiert und Fränkli statt Euros unter die Leute bringt, dem gebührt eine Medaille.

Ich applaudiere stumm und betrachte die Wagenkolonne von Waldrand aus. Die Baumwipfel neigen sich bedrohlich nach Osten und hie und da knackt es im Gebälk. Die Winterstürme sind da, der Herbst ist definitiv zu Ende.

Mittlerweile sind wir auch bei diesem Text im fünften Abschnitt angelangt. Ich muss mit der Sinnlichkeit aufhören und endlich bissig werden. Was denken bloss die Leser von mir?

Doch aufgepasst, es geht weihnachtlich weiter. Seit Jahren haben wir mit den Geschenkwahnsinn zu Weihnachten aufgehört. Meine Frau und ich erfreuen uns an den zahlreichen Festessen, machen aber in der Adventszeit bewusst einen grossen Bogen um Einkaufszentren und Konsumtempel. Wenn nicht gerade zufällig Apple etwas auf den Markt bringt, brauche ich definitiv keine neuen Spielsachen.

Es brauchte einige Jahre, bis sich das in unserem Familienumfeld eingespielt hat. Immer wieder gab es Querschläger, die trotzdem etwas einpackten und uns so ein schlechtes Gewissen bereiteten. Doch das hat sich wie bereits geschrieben eingespielt – bis zum 23. November dieses Jahres.

Kaum bin ich Kapitän, beschenkt mich meine Firma ungefragt mit kaum zu übertreffender Grosszügigkeit. Nichts habe ich erwartet, alles habe ich bekommen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, meint der Volksmund richtig. Doch grosse Geschenke verunsichern eher. Dass nur ich als Kapitän davon profitiere und andere, die sich täglich den Hintern für das Wohl der Passagiere aufreissen und alles geben mit leeren Händen dastehen, stimmt mich traurig.
Habe ich das wirklich verdient? Bin ich so viel besser als andere? Kann ich es verantworten, dass meine Kollegen leer ausgehen? Kann ich noch ruhig schlafen?

Gerade letztere Fragen kann ich mit einem grossen NEIN beantworten, darum spende ich das grosszügige Geschenk meiner Firma. Interessierte können sich gerne bei mir melden. Ich werde das originalverpackt und völlig kostenlos abgeben. Zu verschenken sind:

1 Vierleger am 24. Dezember, T/O um 07:05 Uhr
1 Vierleger am 25. Dezember, T/O um 07:25 Uhr
1 Moskau Dreiecksflug am 1.1.12, T/O um 07:00 Uhr






Kommentare:

  1. tausche gegen RESX am 24. und 25. und Sechstäger vom 28.12. - 02.01.

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  2. … ich möchte wirklich NICHTS zu Weihnachten… :-)

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  3. ...auch ich kann dein Geschenk noch toppen: Heiligabend im Park Inn Heathrow! Für Leser dieses blogs bekanntermassen speziell heimelig...
    Wär das nichts?

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  4. Von Kreuzfahrten bis zu Schmuck wollen all mein Kunden mir etwas schenken ......schade dass ich meine Anonymität nicht aufgebe

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  5. …ParkInn?
    Im Crewroom mit ein paar Astana Kollegen "Oh stille mich du Fröhliches" singen… Nein Danke!

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  6. Kaum Kapitän und schon 6 Richtige mit Zusatzzahl im Lotto.
    Das wird bis zur Pensionierung sicher nicht mehr vorkommen.

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  7. Herrje. Das ist wirklich Pech :-( Dafür stehen die Chancen auf weisse Weihnacht um einiges höher in DME als in ZRH ;-)

    С Рождеством!

    Roman

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  8. Ist schon ein bisschen viel auf einmal.
    Zum Glück arbeite ich nicht im Spital.

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