Samstag, September 10, 2011

Grüsse aus dem Pfefferland


Gemspfeffer, Rehpfeffer, Hirschpfeffer? Wer die Wahl hat, hat die Qual…
Auf der Wanderung zum Statzersee hat es andauernd geknallt. Tiere sind gestorben, Hirsche gefallen, Rehe umgekommen. Es ist Hochjagd im Bündner Südtal und das hat auch seine guten Seiten. 
Ich mag Wild, ich mag Rotkraut mit Maroni, ich mag frische Butterspäzle und ich mag Rotwein dazu. Das Fleisch soll gar sein, in gekochtem Blut schwimmen und wenn möglich so nah wie möglich vom Teller gestorben sein.
Doch obwohl es andauernd knallt in den Wäldern, enttäuscht die Speisekarte im Kleingedruckten. Das Wild komme aus Neuseeland, Ungarn oder Österreich, meint der Verfasser nicht ohne Scham. Vergeblich suche ich unter den Herkunftsregionen nach dem Val Bever, dem Val Fex, dem Val Fedox. Mein Pfeffer kommt im schlimmsten Fall aus Neuseeland, kein Wunder kostet der Tagesteller am Mittag stolze 38 SFr (das sind … mmmh, jetzt immerhin noch ungefähr 30 Euros). Die Gämse sind wohl erste Klasse geflogen.

Ich lasse mich durch solche Gedanken meinen Appetit nicht verderben und bestelle den Tagesteller. Während der Rote aus der Herrschaft den Weg in mein Glas findet, erblicke ich einen besorgten Hundebesitzer, der seinem Wauwau doch tatsächlich eine Leuchtweste überzog, damit ein Jäger mit Sehschwäche seinen geliebten Labrador nicht aus Versehen abknallt. Ich schmunzle und realisiere, dass ich vielleicht heute noch lache und in weniger als zehn Jahren per Gesetz dazu verpflichtet werde, unserem Hund auch so eine Weste überzuziehen. Man weiss ja nie bei diesen neuen Vorschriften, die in allerlei Büros so geboren werden.

Die 38 Franken fanden ihren Weg schnell in meinen Magen und falls das Wild tatsächlich aus Neuseeland war, wollte ich noch etwas Einheimisches essen.

Speziell für meinen treuen Leser Urs, der mit seinem WoMo durch die Landen zieht, präsentiere ich den Dessert, der das Mahl vorzüglich abrundete:







1 Kommentar:

  1. Hallo Peter,

    Gut ist, dass Du über das fern-des-okzidentalen-Wild-Futter noch etwas einheimisches legst - dieser Heidelbeerkuchen ist auch ohne Wild ein Highlight.
    Falls Du mal Tipps über deutsche Brauerei-Gasthöfe suchst - mittlerweile mutiere ich langsam zu Experten ;-)

    Liebe Grüsse

    Urs

    PS: Neu: Irsee & Rettenberg

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