Montag, Juni 27, 2011

ABM RESIA

… FL80 descending.

Auch nicht schlecht, oder?



… und das musste einfach wieder sein!

Samstag, Juni 25, 2011

Stöbern in Filmarchiven: die SLS 1967

Diese Trouvaille habe ich beim Recherchieren für einen Artikel im Condor Film Archiv gefunden.

Fasten your seatbelts!

Zum Film gehts HIER:




Freitag, Juni 24, 2011

Kann Süsses Sünde sein?

Schwierige Bergtouren wollen akribisch geplant sein. Gerade im Hochgebirge kann schlechte Vorbereitung Leben kosten oder zumindest die Gesundheit schädigen.
Die heutige Route führte uns über Pontresina einem Flusslauf entlang, dessen Namen mir unbekannt ist, und endete am Fuss des höchsten Berges des Kantons Graubünden. Der Berg heisst übrigens Piz Bernina und das Restaurant in Zielgebiet "Hotel Roseg".

Doch zurück zu den Vorbereitungen. Auf uns wartete ein hochalpiner Wanderweg, der auch bequem mit allerlei Kinderwagen oder eben mit unserem Labrador begangen werden kann. Satte 200 Höhenmeter trennen das fürs Engadin mondäne Pontresina und das beschauliche Hotel Roseg.
Für diese anspruchsvolle Bergtour gehört beste Alpinausrüstung ins Gepäck, namentlich eine prall gefüllte Geldbörse und das iPhone mit der SwissPeaks- und der REGA-App.

Wichtig für die Planung des kulinarischen Teils ist der Energievernichtungsrechner, sprich der Kalorienzähler. Wer im Internet stöbert, findet viele dieser Programme, die allesamt andere Werte berechnen. Studiert man die Menueauswahl des Hotel Roseg wird klar, dass nur das beste aller Programme in Frage kommt.
Ich empfehle dieses hier, denn es liefert mit Abstand die höchsten Werte.

Für den Hin- und Rückweg berechnet das Programm für den Wanderer NFF einen Wert von 3358 kcal. Würden wir uns noch schnell hinter einem Busch ... na sie wissen schon, kämen noch deren 40 kcal dazu (mit 45 mag man nicht mehr so lange).
Sex lohnt sich Kalorienmässig gar nicht so wie gedacht. Vierzig Kilokalorien, das ist noch nicht einmal die Sahne auf dem ersten Dessert, doch dazu später.

Deren 3358 kcal – mit Option auf Erhöhung um 40 kcal – habe ich im gepflegten Lokal zu gut, ohne dass es an den Speckgürtel geht. Zunehmen will ich auf diesem Ausflug auf keinen Fall, Gewicht verlieren schon gar nicht!

Motiviert und voller Tatendrang (jetzt bitte nichts schlechtes denken), nahmen wir den Gipfelsturm in Angriff. Keine zwei Stunden später fand ein zartgebratenes Hirschmedaillon mit hausgemachten Spätzle und EHEC-freiem Biogemüse den Weg an meinen Tisch. Obwohl die Sauce himmlisch schmeckte, verzichtete ich diese mit dem frischen Schwarzbrot aufzutunken (Kalorien!).

Der Amedeo aus der bischöflichen Weinkellerei aus Chur schmeckte herrlich dazu und gab dem göttlichen Mahl den kirchlichen Segen . Nach einer kurzen Pause ohne Grappa (die Kalorien…) folgte ein Höflichkeitsbesuch am Dessertbuffet

Hier lasse ich die Bilder sprechen:


Kugelrund und gut genährt nahmen ich und meine Seilpartnerin den Abstieg in Angriff. Die Rechnung ging auf, die Kalorienbilanz war ausgeglichen.
Ob wir die 40 kcal Option eingelöst haben, lasse ich jetzt mal offen. Doch eines geb ich gerne zu: gesündigt habe ich während dieses Ausflugs zur Genüge!

Nachgefragt: Warum machen eigentlich so viele Leute Ferien am Meer?

Mittwoch, Juni 22, 2011

Russisches Donnerwetter


Flüge auf der Kurzstrecke beginnen eigentlich immer gleich. Aus der Ecke der Planungscomputer gesellt sich der Copilot mit einem Bündel Papier an den Tisch und der Kapitän versucht die gut gefüllten Kaffeebecher nicht zu verschütten, die er vorher bei der rentabelsten Kostenstelle der SWISS (dem Kaffeeautomaten) erstanden hat.

Meistens folgt dann die Frage an den Copiloten, was er fliegen möchte. Ausser das Wetter spielt verrückt. Beim letzten Flug nach Moskau riss ich das Teilstück Richtung Osten an mich. Nicht dass ich das besser könnte als mein junger Kollege (das Gegenteil ist der Fall), aber den Rapport muss ich in Gottesnamen schreiben, dann kann ich auch gleich selber fliegen.
Das Wetter präsentierte sich etwa folgendermassen: 250/18-22 TS 1800 BKN010 TSRA TEMPO VRB45 +TSGR 0500. Für nicht Aviatiker: das Wetter war richtig Scheisse, der Flugplatz wegen Gewitters temporär geschlossen.

Wir entschlossen uns den Flug über Moskau zu planen, mindestens einen Durchstart abzudecken und einen Ausweichflughafen weit ausserhalb des russischen Einzugsgebiets in die Rechnung miteinzubeziehen. Gesagt getan, fast 17 Tonnen Treibstoff landeten in unseren Tanks, was in Genf ein besonderes «Briefing» zur Folge hatte. Weder ich (4 Monate Erfahrung auf der A320) noch mein Copilot (2 Jahre Erfahrung auf der A320) konnten sich erinnern, dass sie jemals Treibstoff in den mittleren Tanks hatten. Wieviel Staub da wohl rumliegt? Im Steigflug werden wir es wissen, ab ungefähr 4000 Metern wird von den Aussentanks auf die mittleren Tanks umgeschaltet und das Kerosin von dort genommen. Um es vorwegzunehmen: natürlich passierte nichts. Es geht nichts über gut gepflegtes Fluggerät!

Unser kleines Wunderding, mit dem wir Wetter aus der ganzen Welt bestellen können, war an diesem Tag im Streik. Das heisst wir konnten nichts bestellen, dafür aber empfangen. Der Defekt wurde von der Technik bestätigt, was uns veranlasste das Ding gar nicht zu initialisieren. Als wir Zürich überflogen, vereinbarten wir mit der Flugplanungsstelle, dass sie uns eine Stunde vor der Landung die neusten Wettermeldungen zustellen. Alles organisiert: es herrschte Gemütlichkeit.

Moskau kam näher und da war weit und breit kein Gewitter. Kleine Cumuli da und dort, aber nichts Beängstigendes. Die Landung war unproblematisch, die Bodenabfertigung auch. Nach 40 Minuten rollten wir wieder zum Start und staunten, was sich uns da präsentierte. Wo vorher kleine Wölklein am Himmel tanzten, standen jetzt Riesen von Gewitterzellen. Nichts wie weg!

Nach dem Start gab uns der Kontroller auf der dritten von ungefähr zehn Flugfrequenzen im Steigflug die Generalvollmacht um den Zellen auszuweichen. Ein Novum für mich, habe ich doch in den letzten 15 Langstreckenjahren so quasi als «running Gag» den Moskauer Kontroller immer mit Abkürzungswünschen genervt, die auch prompt abgeschmettert wurden.
Das Radarbild präsentierte sich violett-rot, die Passagiergesichter weiss. Mein Copilot navigierte gekonnt um die Gewitter herum und ich informierte die Gäste, warum es erst in ein paar Minuten den ersten Wodka gibt. Ich muss zugeben, dass mir die Flugzeuge mit Destination Moskau leid taten. Was die wohl noch erwartete?

Der lange und interessante Tag fand seinen Abschluss mit einer Landung bei schönstem Wetter auf der Piste 14 in Zürich. Mit 8 Knoten Rückenwind – what else… ?

Montag, Juni 13, 2011

Sechstagerennen


Mein erstes Zürcher Sechstagerennen habe ich hinter mir. Sechs Tage rauf und runter, sechs Tage 04:30 Uhr aus den Federn und sechs Tage Kampf um jede Minute – und das ganz ohne Doping, dafür mit viel Koffein.

In Paris war ich, in Nizza auch. Die Schwedinnen habe ich mal live getroffen und nicht nur in der IKEA. In Wien gab es in der Pause Apfelstrudel mit heisser Vanillesauce und am Abend in Rom eine Pizza Napoli. In Lissabon habe ich neuerlich (und vergeblich) versucht sanft auf der Piste 03 zu landen und am Tag darauf flog ich gegen die Deutsche Charterflotte einen Luftkampf um einen Landeplatz in Palma de Mallorca. Zum Abschluss besuchte ich gestern die Kollegen in Genf und flog danach noch «expeditivo» nach Valencia und zurück.

In diesen sechs Tagen arbeitete ich 52:39 h, war 29:51 h in der Luft und war bei 18 Starts und Landungen zuvorderst mit dabei. Ich habe schätzungsweise 2000 Passagiere begrüsst, fünf Copiloten verbraucht, 20 charmante Flight-Attendants kennengelernt und zehnmal in drei Sprachen erklärt, warum wir noch nicht starten dürfen.

In den sechs Tagen hat meine Handpressomaschine einen Kolbenklemmer produziert und der Chef in der Sonntagspresse ein Interview gegeben, wie schwer das Jahr 2011 doch werden würde (das haben die Chefs schon 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und letztes Jahr gesagt, wobei man fairerweise sagen muss, dass sie 2001 Recht hatten).
Ein Sicherheitsbeamter hat mich wegen eines Brillenputztuchs im Hosensack gerügt (ja, die geben in der Piep-Maschine an…) und ein Passagier wegen drei Minuten Verspätung angeschnauzt. Die Passagiere von Paris haben den Handgepäcksweltrekord gebrochen und die Station in Valencia den kürzesten Turnaround hingelegt.

Das nächste Sechstagerennen steht schon vor der Tür, ich muss mich erholen.

Bis bald.

Freitag, Juni 03, 2011

Bo Derek

Meine Pubertät begann 1978 und SIE hiess Olivia Newton-John. Mit Olivia und dem Lied «Sandy» erwachten meine Hormone zum Leben. Der Höhepunkt dieser testosterongeplagten Phase wurde 1983 erreicht. Jennifer Beals – in Latzhosen, Schweissgerät und mit Dauerwelle –, brachte mein Fleisch zum Tanzen.

Ja, so war ich als Teenager, voller Träume und Fantasien.

Auch in diese Zeit fiel der Film «10 - die Traumfrau». Ich fand weder Movie noch Hauptdarstellerin besonders gut, aber das hätte ich auf dem Pausenplatz ohne Prügel zu kassieren niemals zugeben dürfen.

Doch diese «10» verfolgt mich bis heute.

So auch am heutigen "Brügglitag". Ein schöner Flugtag lockte. Schnell nach Hamburg und zurück und danach hurtig Zürich-Kopenhagen-Zürich. Das Wetter recht gut, die Gewitterneigung niedrig, der Copilot ein Könner, die Crew nett und charmant.
Doch leider kam sie von Norden angeschlichen, die Frau Bise und drückte dem Flughafen die «10» auf.
«10» ist definitiv nicht die Traumpiste in Zürich. Luftraumstruktur und sonstiges Allerlei bringen den Flugbetrieb in dieser Konstellation fast zum Erliegen. Die FlugverkehrsleiterInnen versuchen startende und landenden Flugzeuge aneinander vorbeizubringen und dabei die Wunschkataloge der unzähligen Lokal-, Regional-, Kantonal- und sonstiger Politgrössen auf höchster Ebene zu erfüllen.

Dieses Unterfangen gleicht der Quadratur des Kreises!

An dieser Stelle bedanke ich mich bei den Kolleginnen und Kollegen der ACC und des Towers mit einer glatten «10». Ohne ihr Können wäre ich heute kaum pünktlich gelandet! Ein ganz grosses Danke – und das meine ich ehrlich!
Wenn ihr euch umgekehrt für diesen netten Artikel bedanken möchtet, ich bin morgen unterwegs nach Genf und Valencia (Callsign 02axy oder so ähnlich…). Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Abkürzung :-)

Ja, so bin ich noch heute, voller Träume und Fantasien.

Donnerstag, Juni 02, 2011

People Spotting

Der Kapitän steht eingeklemmt zwischen Bordtoilette und Kaffeemaschine und begrüsst seine Gäste.

"Guten Morgen"
"Bonjour!"

"Herzlich willkommen"
"Mhhhh"

"Grüezi"
"Hello"

"Morning"
"You are late!"
"No, I'm not late. I'm on the plane since 6 a.m. You are late!"
"Mhhhh"

"Wo kann ich mein Handgepäck verstauen?"
"Treppe runter, ums Flugzeug herum laufen und im hinteren Cargo-Compartement abgeben"
"Dieses Handgepäck ist auf dem Flugzeug erlaubt!"
"Wer sagt das?"
"Die Verkäuferin bei Aldi."
"Aha..."

"Hallo"
"Bonjour!"

"Good Morning"
"Hello"

"Haben sie den Schwäbischen Anzeiger?"
"Nein, nicht solange sich die Schwaben im Fluglärmstreit so Quer stellen!"

"Guten Morgen"
"Bonjour!"

"Guten Morgen"
"Hallo, könnten sie mir das abnehmen?"
"Nö"
"Warum nicht?"
"Keine Zeit, keine Lust, keine Kraft."

"Guten Morgen"
"Bonjour!"

"Morning"
"Mhhhh"
"Sorry, not in this T-Shirt!"
"Why?"
"FLY EMIRATES - come on..."

"Guten Morgen"
"Bonjour!"

"Bonjour"
"Ou,d ä Käpten isch en Wälsche"

"Bonjour"
"Merde, un pilot Swiss toto..."

"Guten Morgen"
"Mmmmhhhh"

"Hallo"
"Mmmmhhh"

"Willkommen an Bord"
"Wie immer zu spät!"
"Ihnen auch einen schönen Tag..."

"Morning"
"Is my low-fat-vegetarian-gluten-free-meal loaded?"
"The flighttime to Geneva is only 25 Minutes, we don't serve a meal"
"But I'm hungry!"
"We serve Swiss Chocolate."
"Organic chocolate?"

"Guten Morgen"
"Aha der Chef persönlich. Haben sie die Kiste auch im Griff?"

"Grüezi"
"Bonjour!"

"Wieviele Passagiere hast du schon?"
"129, es fehlen noch 50."
"Scheisse"



Mittwoch, Juni 01, 2011

Regen = Zeit zum Lesen!

Mal was Ernstes, was Nachdenkliches.
Ein Brief von Henning Sussebach an seine Tochter Marie, der das Thema Schule kritisch aufnimmt.
Nehmt euch die halbe Stunde Zeit, lest den Artikel und trinkt eine gute Tasse Milchkaffee dazu.

Zum Artikel geht es HIER