Freitag, Dezember 31, 2010

Königin Maria

Der Blick aus dem Zimmerfenster 1413 ist einmalig. Das Licht ist noch weich und mit einem Blauton versetzt. Die Grautöne scheinen noch zu schlafen. Riesige Kräne lassen ihre Hälse im Hafen von Long Beach hängen, beobachtet von der Queen Mary, die froh ist, dass sie in ihren alten Tagen noch schwimmt.
Das Shoreline Village döst noch vor sich hin. Einige Jogger laufen über den Müll der gestrigen Partynacht dem Strand und der Sonne entgegen.

Ich mag diesen Ausblick.

Lange kann ich nicht mehr widerstehen. Bald tauche auch ich hier in Kalifornien in den letzten Tag des Jahres ein und werde – vielleicht zum letzten Mal in den nächsten sechs Jahren – einen freien Tag in Kalifornien geniessen.
Ich werde mich von meinem Lieblingskaffee Polly's verabschieden; einen Berg Klamotten kaufen; mit einem Wagen dem Strand entlangcruisen; im Cinemax im weichen Sessel abtauchen und garantiert schlafend den Jahreswechsel verbringen. Ich werde mich bei der charmanten Concierge für das Gastrecht in den letzten Jahren bedanken, beim Fischrestaurant ein Glas Weisswein mit einem Duzend Austern geniessen und im 7Eleven an der Ecke eine Gallone Wasser erstehen. Ich werde in Newport Beach den Apple Shop besuchen, den Kleiderladen Tilly wegen Abziehbildern stürmen und mich ein letztes Mal in den stinkenden, roten Bus setzen. Ich werde durch den Borders latschen, obwohl ich lieber deutsche Bücher mag. Ich werde im Hooters Schenkel essen und Schenkel angucken und ich werde meine zehn Kilometer entlang dem Strand joggen.

So ist Abschied nehmen nun mal. Ob vom neuen Jahr oder von einem Ort, der einem in den letzten 15 Jahren irgendwie ans Herz gewachsen ist.

Rutscht gut liebe Leser!

Bis nächstes Jahr unter flugschreiber.ch!

Mittwoch, Dezember 22, 2010

kennen sie Dichlorphenoxyessigsäure?

Nein, ich bin kein Chemiker und will auch nicht angeben. Ich will zur Abwechslung einen Blick in die Natur werfen. Das ist allerdings hier in Hongkong nicht gar so einfach. Es hat an diesem Flecken schöne Natur – und das nicht zu knapp, aber die Verantwortlichen geben sich allerhand Mühe, diese hinter Blech, Beton und Glas zu verstecken. Dass es nur noch zwei Tage dauert, bis der Geschenkberg unter der Tanne in unendliche Höhen wächst, geht auch an den Leuten hier in China nicht spurlos vorbei. Merry Christmas, ja das wünsche ich euch allen auch.

Hongkong ist als Einheimischer nur zu ertragen, wenn man kritiklos an das unendliche Wachstum glaubt. Wachstum zum Wohle der Wirtschaft und Wachstum zum Wohle der Menschheit. Wobei der Begriff Menschheit etwas eingeschränkt werden muss. Mit Menschheit ist in diesem Zusammenhang der Teil der Bevölkerung gemeint, der sich den Drittfernseher und das iPhone 4 leisten kann.

Ich verzettle mich und sollte wieder zum Titel zurückkommen. Unkraut verzettelt sich übrigens auch. Es frisst sich durch die heimische Beete und nimmt sich den Platz, den wir für ästhetischere Pflänzchen vorgesehen haben. Und genau hier kommt die Dichlorphenoxyessigsäure ins Spiel. Dichlorphenoxyessigsäure ist ein Herbizid, das dem Unkraut den Garaus machen soll. Das Prinzip ist ganz einfach, man lässt die Pflanze so schnell wachsen, dass sie elendiglich daran verreckt.

Und was lernen wir daraus? Schnelles Wachstum kann tödlich sein! Tödlich für das Pflänzchen, aber auch tödlich für das Umfeld. Sie glauben mir nicht? Dichlorphenoxyessigsäure war in nicht unerheblichem Masse Bestandteil des "Agent Orange", wenn es auch nicht das Giftigste der Zutaten war.

Interessanterweise kann man das was in der Natur passiert, auch in der Wirtschaft beobachten. Früher pflegte ein Gärtner die Pflänzchen. Nicht selten hatte er eine Beziehung zu den Blumen und Sträuchern und verbrachte sein Leben damit, die immer gleichen paar Quadratmeter Grünfläche unbeschadet durch die Stürme der Jahreszeiten zu bringen. Bier war ein wirkungsvolles Mittel gegen Schnecken und den Durst; der Morgenkaffee weckte nicht nur die Lebensgeister des Verantwortlichen, sondern als Kaffeesatz auch die Blumen verschiedenster Herkunft.
Dann wurde aus dem Gärtner der "Chief Gardening Officer" (CGO). Es brauchte kein Feingefühl mehr, sondern ein Studium – keine Beziehung zu den Pflanzen, sondern eine Mitgliedschaft in einer Alumni Organisation. Global abgestimmte Programme diktierten, wo Ressourcen eingespart und wann und wie Wachstum erzielt werden kann. Lokale Gegebenheiten wie Wind, Wetter und Vorlieben wurden ausgeklammert. Alles unnützes Beigemüse, so die CGOs.

So kommt es dazu, dass Firmen eingehen, obwohl "die Auftragslage dank organischem Wachstum" ausgezeichnet war und alle Parameter der globalen Rechenzentren auf grün standen. Die Gärtner haben es schon lange vorausgesehen, doch auf die hören die CGOs aus Prinzip nicht.

Man könnte zu einen Aufstand gegen die CGOs ausrufen, doch davor hüte ich mich an dieser Stelle tunlichst. Es könnte falsch verstanden werden.
Eines möchte ich hier klarstellen: Weder ich noch die traditionellen Gärtner aller Welt haben etwas gegen Wachstum. Wachstum ist gut und belebt die Beete. Ein bisschen Mist zur richtigen Zeit reicht völlig aus. An dem mangelt es bekanntlicherweise nicht. Die vielen Rindviecher in den globalen Schaltzentralen produzieren mehr als genug Scheisse.

Dieser Blog macht Pause bis ins Jahr 2011. Ich darf in einer Woche noch zwei Tage in den Simulator und gleich anschliessend – das heisst ein paar Stunden später, Richtung Los Angeles fliegen.
Damit der letzte Beitrag im 2010 nicht mit dem Wort Scheisse endet, hänge ich ein Weihnachtsgedicht von Heinz Erhardt an. Wünsche Euch allen humorvolle und spassige Festtage!

Ach fast vergessen: Von mir lest ihr noch einige Geschichte von der Langstrecke. Unsere CGOs haben zuviel Dichlorphenoxyessigsäure geschluckt und jetzt fehlen Piloten. Mein Kapitänskurs wurde verschoben. Tja, jetzt lautet das letzte Wort im 2010 trotzdem Scheisse.


Der Karpfen kocht, der Truthahn brät,
man sitzt im engsten Kreise
und singt vereint den ersten Vers
manch wohlvertrauter Weise.

Zum Beispiel „Oh Du Fröhliche“,
vom „Baum mit grünen Blättern“
und aus so manchem Augenpaar
sieht man die Träne klettern.

Die Traurigkeit am Weihnachtsbaum
ist völlig unverständlich:
Man sollte lachen, fröhlich sein,
den ER erschien doch endlich!

Zu Ostern - da wird jubiliert,
manch buntes Ei erworben!
Da lacht man gern - dabei ist ER
erst vorgestern gestorben.

Heinz Erhardt

Sonntag, Dezember 12, 2010

Schlussspurt


Die Sonne scheint und der Wind lässt die Temperaturen kälter scheinen als sie sind. In Blickweite kämpfen die Schweizer Skimädels um Hundertstelsekunden und ich auf meinen schmalen Langlauflatten gegen den Wind. Die Loipe ist perfekt präpariert, meine Skier mit dem Wachs vom letzten März auch.

Es ist unglaublich befreiend, mit Tempo 30 über den Schnee zu skaten. Ich fühle mich wie ein junger Hund, der gerade aus dem Zwinger befreit wurde. Sport ist das einzige Mittel, wie ich meinen inneren Rhythmus wieder einigermassen synchronisieren kann.

Der Leser meines Blogs hat gemerkt, dass ich immer mehr mit meinem Beruf hadere. Es ist nicht die Tätigkeit an und für sich, sondern die Belastung für den Körper, die mich psychisch und physisch schwächt. Seit gut drei Jahren fliegen wir mit derart erhöhter Taktzahl, dass Erholung kaum mehr möglich ist. Jammern auf hohem Niveau? Das mag für Aussenstehende so klingen, für Fachleute – und da sind Manager explizit ausgeschlossen – sind die Fakten schon längstens klar.

Jemand spielt mir meiner Gesundheit und da reagiere ich gereizt.

Noch drei Flüge über total 42 Zeitzonen habe ich vor mir. Davon einmal nach Los Angeles und zweimal nach Hong-Kong. Danach ist hoffentlich für ein paar Jahre Schluss mit dem Schlafentzug. Wenn ich in der Fachliteratur von Ermüdungssymptomen lese, kann ich hinter jedem Begriff einen Haken machen, weil er auf mich zutrifft.

Noch drei Flüge also. Ich freue mich darauf, den Destinationen, die mir in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen sind, auf Wiedersehen zu sagen. Der Sprung über die 42 Zeitzonen werde ich auch noch überleben, schliesslich ist es wie beim Langlauf: der Schlussspurt zählt.

Ab dem 2. Februar bin ich dann im UPG. UPG ist die Abkürzung für Upgrading und heisst nichts anderes, dass ich die Kapitänsausbildung auf dem A320 beginne. Mir gefällt der Ausdruck UPG nicht, ich rede lieber vom FKK. FKK steht für Flugkapitänskurs und beginnt wie das andere FKK damit, dass man am ersten Tag die Hosen runter lässt.

Ach übrigens:
Im Springer Verlag ist dieser Tage ein ausgezeichnetes Buch zum Thema «Human Factors im Cockpit» erschienen. Es ist nicht ganz billig, kann für Piloten aber fast zur Pflichtliteratur erklärt werden.

Montag, Dezember 06, 2010

EAT, SLEEP, LAND

Rückenwind, in Zürich herrscht immer Rückenwind.
Langsam hebt sich die Nase des A340 gegen den Himmel und das Flugzeug hechelt nach Höhe. Höhe bedeutet Leben in der Fliegerei und nie wird einem das deutlicher vor Augen geführt, als bei einem Start mit Rückenwind und 94.7 Tonnen Kerosin im Bauch.
Die Nase zeigt nach Osten, wir wollen nach Westen. Als ob uns die Elemente zeigen wollten, dass wir auf dem falschen Weg sind, blasen sie und tief über das Appenzell und später über deutsche Hügel.

Wir haben ein Ziel, aber noch keine Richtung.

Ich mache mich im Schlafgemach klein und versuche wertvolle Zeit totzuschlagen. Nürnberg verschwindet unter uns in den Wolken, der Magen knurrt.

EAT

Es ist Nachmittag um halb drei, die Küchenmannschaft ein paar Schritte neben meinem Kopf lässt die Öfen dampfen. Edle Kost aus Engadiner Küche wird serviert. Edel? Aufgewärmt! Auf mich wartet etwas Besseres. Frisch geschroteter Hafer, eine Nacht eingelegt, verfeinert mit Vanille Joghurt aus einer Zürcher Oberländer Molkerei und als Zugabe ein Löffel Haselnussmuss mit Liebe daruntergemischt. Es schmeckt – und wie.
Müde werde ich dabei nicht.
Dann halt Pläne schmieden.
In San Francisco werde ich Alcatraz besuchen. Eine Strafanstalt, die keinen Besucher unbeeindruckt lässt. Tausende von freien Leuten wollen zwei Stunden lang wissen, wie die Unfreien über Jahre oder gar Jahrzehnte gelebt haben. Doch sind wir Freien denn frei? Jean-Jaques Rousseau hat darauf eine Antwort.

«Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.»

Ein Satz, der mich im Moment mehr beschäftigt als mir lieb ist. Soll ich das tun, was ich nicht will? Will ich es oder will ich es nicht? WAS WILL ICH?

SLEEP

Der Film «one week» von Joshua Jackson flimmert auf meinem iPad. Der Hauptdarsteller Ben bricht nach einer Krebsdiagnose aus seinem geordneten Leben aus. Für eine Woche nur, für die wichtigste in seinem Leben. Ben sattelt seine «Norton Commando 850» und fährt gegen Westen.

Er hat kein Ziel, dafür eine Richtung.

Ich schlafe ein.

LAND

Acht Stunden sitze ich im Cockpit. Vier davon mit einem Jungsporn. Er schäumt fast über von Energie und erklärt mir ununterbrochen Dinge, die ich längstens weiss. War ich auch so?

Zwanzig Stunden nachdem ich im eigenen Bett erwacht bin, landet der Chef den Airbus in San Francisco. Das Wetter ist lausig, meine Verfassung auch. Ich bin müde, will einfach nur schlafen.

Morgen ist ein neuer Tag, ich muss noch ein paar Fragen beantworten, ein Ziel definieren oder wenigstens eine Richtung finden. Ist EAT, SLEEP, LAND wirklich das Leben, das ich will?

Mittwoch, November 24, 2010

Happy Holidays

Auf den Bussen steht es in grossen Lettern, in jedem Laden wird man so begrüsst und selbst auf der Strasse ruft einem ab und zu einer «Happy Holidays» zu. Man könnte fast meinen, dass sich die Amerikaner mit den SWISS-Piloten solidarisiert hätten und uns endlich die Ferien wünschen, die uns ja eigentlich zustehen.
Dem ist nicht so, denn Herr und Frau Amerika freuen sich auf den morgigen «Thanksgiving», wo landesweit das Truthahnwettessen stattfindet. Ein schöner Anlass. Nicht für das Federvieh, aber für die Amerikaner. Man spürt die Vorfreude auf das lange Wochenende. Interessiert fragen mich die Leute, wie wir in Europa diesen Anlass feiern und ernte regelmässig Unverständnis wenn ich berichte, dass wir diesen normalen Tag mitten im November arbeitend verbringen.

Das sind Kulturunterschiede, die das Leben interessant machen.

Solche Kulturunterschiede gibt es auch in unserem kleinen Land. Ich lobe mir diese Vielfalt und verstehe einzelne Regionen gut, wenn andere einen Frontalangriff auf heimische Institutionen starten. Knapp an so einer Tragödie vorbeigeschlittert ist Basel. Da wollte ein Tessiner die Hauspostille der Basler kaufen und holte sich dabei den Rat eines Zürchers der grinsend erzählt, wie in New York die Türme zu Schutt und Asche wurden. In letzter Sekunde ist jetzt ein Retter auf dem Parkett erschienen. Ein Basler, ein Patron alten Schlags, wie der Tagi zu berichten weiss.
Als erste Amtshandlung hat der Verwaltungsrat einer Ausschaffungs-Luftgesellschaft den Chefidiologen der Ausschaffer ausgeschafft, schreiben die Online-Medien.

Ach, ein bisschen viel Politik.

Zwischen den Fronten sind wie immer die Mitarbeiter. Doch ich kann die Betroffenen beruhigen. Auch ich habe schon einmal unter diesem Basler gewirkt. Naja, viel Gutes kann ich nicht berichten aber glücklicherweise bleibt er in der Regel nicht sehr lange. Bis Weihnachten solltet ihr ihn wieder los sein. In diesem Sinne: «Happy Holidays»!

Fleischeslust

Der Grund für meine neu geweckte Reiselust mitten in der Nacht ist sündiger Natur. Aussen scharf und knackig, innen weich und körperwarm. Etwas Alkohol dazu mildert das schlechte Gewissen und das gedämpfte Licht im Raum filtert alles Unwichtige aus. Nicht nur visuell ist das rosafarbene Innere umwerfend, auch die anderen Sinne tanzen vor Freude im Kreis.
Es ist vier Uhr in der Früh in der Schweiz. Zu Hause ahnt niemand was von meinem sündigen Tun. Falls meine Kollegen dicht halten, wird dieser Ausflug mein Geheimnis bleiben.

Hammer diese Steaks hier in Kalifornien. Wenn nur diese Zeitverschiebung nicht wäre …

Samstag, November 20, 2010

Kultur

Kultur ist im Pilotenberuf überlebenswichtig. Immer nur die doofen Schalter und Bildschirme betrachten, kann das Gehirn ohne Ablenkung nachhaltig schädigen.
Darum braucht es Kulturtage und heute ist so ein Kulturtag.

Als Einstimmung etwas klassischer Gesang gemischt mit britischem Humor. Der Videoclip zum Thema "Cheap Flights" passt da ausgezeichnet. Zuschauer mit "Level 4" müssen den Film vielleicht drei Mal schauen. Es lohnt sich.



Doch die richtige Kultur folgt heute Abend. Ein Berufskollege von mir hat nicht nur ein Buch geschrieben, sondern führt die Geschichte auch als Musical auf. Gestern war Premiere, heute sitze ich im Publikum. Es hat noch Tickets!

Samstag, November 13, 2010

rauchige Stimme

Eine Erkältung ist eine seltsame Sache. Irgendwo im Kopf zelebriert sie ihre Uraufführung. Hat sie sich die Nase ausgesucht, wird die kommende Nacht zur Qual. Ist es der Hals, hilft heisser Tee, den Schmerz einige Minuten zu lindern. Sind es die Stirnhöhlen, dann wird Salzwasser durch die Nase gezogen, wie anderorts das weisse Pulver namens Kokain.
Doch eigentlich ist es völlig egal wo das Drama beginnt. Innerhalb der obligaten sieben Tage bekommen alle etwas davon ab.

Ich bin jetzt bei Tag neun.

Am achten Tag waren alle meine Höhlen im Kopf frei und das Nasensekret hatte nicht mehr die Farbe der Moitie-Moitie-Fonduemischung der Migros. Ausserdem hätte ich am achten Tag wegen eines Attestes zum Arzt gehen müssen. Um Himmelsgottswillen nur das nicht, ich will ja nicht krank werden.

So zog ich das Flugdunkelblau an und meldete mich zum Dienst. Los Angeles hiess das Ziel und da gehe ich in letzter Zeit ganz gerne hin.
Dass noch nicht alles so perfekt geölt lief, merkte ich an meiner Stimme. "Bärig" tief klang sie und scherbelte wie die von Rod Stewart auf Segeltour. Die acht Frauen in unserer Besatzung fanden das ganz sexy, einzelne Passagierinnen scheinbar auch.

Wie mir die Kabinenchefin über Baffin Island berichtete, hatte Passagierin auf 9B* rote Backen (in der Schweiz dürfen wir den Wangen auch Backen sagen). Eigentlich war das gar nicht so leicht zu erkennen, waren doch die Läden mitten am Nachmittag unten und die Kabine dunkel. Auch das ist so eine Sache mit diesen kleinen Fensterläden. Wenn man im November über die nordkanadische Landschaft fliegt, kann man die Augen von der Schönheit der Natur kaum lassen. Dieses blaue Novemberlicht ist traumhaft. Da fragt man sich natürlich zu Recht, warum die Passagiere soviel für einen Flug bezahlen, damit sie sich an einem viel zu kleinen Bildschirm einen stinklangweiligen Film anschauen, statt der traumhaften Winterrealität in die Augen zu blicken? Die Antwort ist ein Geheimnis, das ich jetzt lüfte: Wenn es dunkel ist, wird weniger gesoffen und gefressen – ergo haben die Kolleginnen weniger zu tun. Jawohl, so ist es. Jetzt zurück zu Passagierin 9B. Man erkannte die roten Backen in der Dunkelheit, weil sie glühten. Frauenwangen glühen nur bei zwei Gelegenheiten: entweder kaufen sie Schuhe, oder sie haben Sex. Wir führen keine Schuhe im Bordverkauf.

Jetzt weiss ich, was in ihnen vorgeht. Männer stellen sich vor, wie das in den Businesssitzen funktioniert und Frauen fragen sich, warum es im Bordverkauf eigentlich keine Schuhe zu kaufen gibt. Ich versuche Licht ins Dunkel zu bringen. Bill Clinton würde das, was auf diesen Sitzen geschehen ist, nicht als Sex bezeichnen, es war aber auch nicht das, was Bill Clinton unter Eid explizit nicht unter Sex versteht. Es war zärtlicher, diskreter – so hat man mir erzählt. Der Wonnemacher war die Hand des Gatten, Freundes, Liebhabers oder was-auch-immer. Der Frau scheinst gefallen zu haben – so wurde mir berichtet.

Ob sie etwas gesagt hätte zu dem aktiven Pärchen, wollte ich von meiner Kollegin wissen. Da rundherum gepennt wurde und das Stöhnen leiser war als das Summen der Airconditioning, hätte sie davon abgesehen, zu intervenieren.
Doch eine Frage hätte sie sich nicht verkneifen können: Would you like some Sparkling-Water? Ich finde die Frage in dieser Situation passend.

Wir flogen weiter auf Flugfläche 360 und starrten in die Landschaft hinaus. Mit rauchiger Stimme verabschiedete ich mich von den Fluggästen und wünschte ihnen ein schönes Wochenende. Als ich nach der Landung die Kabine betrat, war Frau 9B schon gegangen. Schade, ich hätte die roten Wangen auch gerne einmal gesehen.


* Sitzpseudonym; dem Verfasser ist die tatsächliche Sitzposition bekannt

Dienstag, November 09, 2010

Simulatorflug gewinnen



Wer eine Stunde gratis den Airbus-Simulator fliegen möchte, beteiligt sich am Wettbewerb der AEROPERS!

Samstag, November 06, 2010

männliche Diven



Was denken sie, wenn sie das Wort Malediven hören? An Inseln? An Strand? An Ehekrise? Ich denke im Moment an Emser Salz, Eukalyptus Bäder und Schwitzkuren.
Tja, eigentlich sollte ich in diesem Augenblick im Flugzeug sitzen, das Cockpit vorbereiten, den Kolleginnen die Tageszeitungen klauen, Startberechnungen machen und den Tankvorgang überwachen.
Stattdessen schwitze ich Käfer aus meinem Leib und kommuniziere wegen des rauhen Halses schriftlich. Ich bin krank. Halsschmerzen statt Sonnenbrand, Kräutertee statt «Sex on the Beach».

Pech, wäre ich doch heute zum ersten Mal auf die Malediven geflogen. Für 24 Stunden nur – für mich als Bergfan ideal. Hurtig ins Meer springen, ein paar Longdrinks an der Bar schlürfen und dann mit scharfem Essen im Bauch im Bungalow verschwinden. Ein perfekter Strandurlaub.

Aber eben, so ist das Leben...

Ach so, den Titel meines Beitrages habe ich noch nicht begründet. Regelmässig-Leser wie der Eppler aus den Emiraten werden mir nicht ganz zu unrecht vorwerfen, dass ich damit Besucher in die Falle locken will. In Wahrheit habe ich einfach mal Malediven ins Google-Sprachprogramm eingegeben.
Bei Englisch - Deutsch kommt «männliche Diven» heraus. Laut Google bedeutet Malediven in Holländisch «männlicher Taucher». Was aber die Traumdestination wirklich bedeutet, weiss der Italienisch - Deutsch Übersetzer. Ich spreche nicht italienisch, Google schon. «Male diven» bedeute krank werden, weiss der Bit und Byte Übersetzer.

Das ist das erste Mal in meiner Karriere, dass mir der Computer eine Grippe im Voraus plant. Schweinerei!

Mittwoch, November 03, 2010

Lena Meyer-Landrut war gestern – es lebe Leo Wundergut!

Unsere Nachbarn haben sich letztes (oder war es dieses Jahr?) in Lena Meyer-Landrut verliebt, weil sie angeblich so authentisch ist. Die Schweiz wird nächstes Jahr das gelbe Saab-Cabrio und seinen Halter Leo Wundergut in den Ritterstand erheben, weil sie für uns den Eurovisionstitel holen.

ABSTIMMEN!

Trommelwirbel



Irgend jemand trommelt immer in Afrika. Diese Kraft, dieser Lärm, dieser Rhythmus – das alles wirkt ansteckend und belebend. Doch muss das unbedingt in den frühen Morgenstunden geschehen? Muss das Spektakel ausgerechnet dann über die Bühne gehen, wenn ich ausgestreckt im Bett liege und Träumen nachhänge, die ich an dieser Stelle gar nicht erläutern möchte?
Ändern kann ich es kaum. Schlaftrunken taste ich mich im dunklen Zimmer zur Toilette und suche nach dem Lichtschalter. Draussen trommelt es noch immer und etwas, was mit vergangenen Träumen zu tun haben könnte, behindert mich während einer Tätigkeit, die man nach dem Schlafen als erstes so macht.

Guten Morgen Kamerun!

Draussen regnet es. Ich blicke auf eine rot gefärbte Landschaft die aussieht, wie ein schlecht gewarteter Tennisplatz am Ende der Saison. Beim Tennisplatz endet der Sand spätestens in der Duschkabine, hier liegt er überall. Die Trommler trommeln, die Fahrer hupen, die Handwerker im Zimmer über mir hämmern. Jetzt fehlen nur noch die bunten Plastiktrompeten und die Afrika-Symphonie wäre perfekt.

Bonjour Yaoundée!

Der Frühstücksraum ist gut besetzt, das Buffet üppig beladen. Als Freund frischer Backwaren bin ich genau richtig. Hier sind die Brote nach französischem Rezept hergestellt und nicht nach chemischen Formeln wie bei uns. Die Eierspeise lasse ich beiseite, ich möchte heute Nacht noch nach Hause fliegen.
Die Angestellten kennen mich. Ich war gestern Morgen schon da und gestern Abend auch. Unüblich für Besatzungsmitglieder, dass sie am Abend im Hotel essen. Das gehört sich irgendwie nicht, warum weiss kein Mensch. Grund genug, die ungeschriebenen Gesetze einmal zu brechen. Ich kann es gleich vorwegnehmen, das Essen mundete ausgezeichnet, wenn es auch soviel kostete, wie ein Angestellter hier im Monat verdient. Sympathisch auch, wie sich die Leute um mich kümmerten. Der Kellner präsentierte die Speisen in den Kochtöpfen und eine einzelne Kakerlake verkroch sich unter dem Behälter mit dem Rindfleischragout. Wer jeden Abend hier isst kann nicht irren und so entschied ich mich für eben dieses Ragout. Eine ausgezeichnete Wahl übrigens.

Zurück zum Frühstück. Der Saal ist voll, Geschäftsleute stärken sich vor dem hektischen Arbeitstag. Wie überall in Afrika, sind chinesische Gesichter zahlreich vertreten. Diese Volksgruppe liebt ihre Handys noch mehr als unsere jungen Flugbegleiterinnen ihre Kommunikationsgeräte. Mit dem Unterschied allerdings, dass die Telefone in einer Lautstärke klingeln, die eigentlich für Förster im Kettensägeeinsatz entwickelt wurden. Und es ist nicht einfach ein Klingeln, es ist die Lieblingsmelodie des Besitzers. Dann schon lieber Trommelwirbel!

Zeit Adieu zu sagen. Wenn diese Zeilen im Blog erscheinen, bin ich schon wieder zu Hause. Das Internet hatte gerade Pause hier in Kamerun, ich konnte den Artikel erst nach der Heimkehr ins Netz stellen. Das Hotelmanagement entschuldigte sich gestern schriftlich über den temporären Zusammenbruch des World Wide Web und versprach Abhilfe. Moment, jetzt verstehe ich den Trommelwirbel! Sie haben das Ersatzsystem aufgeschaltet, alte und vergessene Kommunikationskanäle aktiviert! Sympathisch!

Flexibilität hilft in diesem Land, Geduld auch – oder wie heisst es hier in Kamerun:
«Vous avez les montres, nous avons le temps!»

Samstag, Oktober 23, 2010

Funken

Das Funken und nicht der Funken ist mit dem Titel gemeint. In korrektem Deutsch heisst das wohl Radiosprechfunk. So trocken das auch klingt, in der Praxis ist zuweilen viel Spass damit verbunden. So zum Beispiel in Zürich. Charmante Frauen wechseln sich mit nicht ganz akzentfreien Österreichern ab. Sie alle klingen anders, wollen aber nur das Beste für uns Piloten. Sich mit ihnen anzulegen ist in der Regel nicht sonderlich schlau, sind sie uns doch nicht selten verbal überlegen. Nicht zu unterschätzen ist auch ihre Macht. Ein einziges Wort aus ihrem Mund kann den schönsten Take-Off zunichte machen. Nach dem Funken sprühen dann Funken von den heissen Bremsen. Wie ich gehört habe, soll es beim Funken sogar schon richtig gefunkt haben. Doch dies ist eher ein Thema für das Boulevard als für einen seriösen Blog wie diesen.

Das Funken ist ein wichtiger Teil des Pilotenlebens. Zwischen Zürich und Japan habe ich mehr Leute angesprochen, als der Giacobbo am Sonntagabend. Vielleicht war ich nicht immer so lustig wie er, dafür garantiert trockener. Meine Lieblinge sind die Russen. Sie machen keinen Hehl daraus, dass sie an einem Freitagabend besseres zu tun haben, als einem Copiloten den Weg zu weisen, den dieser schon längst im Computer einprogrammiert hat. Brummlig kommt die Stimme daher. So tief und verschlafen, als ob der Wodka nächstens zur Neige gehen würde. Ich funke gleich brummlig zurück. So entstehen richtige Männerfreundschaften.

Man glaubt es nicht, aber so überquert man Russland ganz bequem und ohne Stress. Mit ruhiger Stimme und grosser Gelassenheit. Doch heute war alles ganz anders. Die AUA überholte uns irgendwo über der Tundra was auch ganz OK war. Sie hatten den schnelleren Schlitten, da machten wir gerne Platz. AUA dankte es uns damit, dass sie noch etwas brummiger mit dem russischen Kontroller sprach. Jetzt waren wir schon drei Brummbären – zufriedene Brummbären!

Dann über "Suurchruut" (Surgut) plötzlich Unruhe. Die Lufthansa kam auf die Frequenz. Wir Brummbären erwachten aus der Lethargie und richteten uns im Sitz auf. Eine Frau – das ist grundsätzlich noch kein Problem. Es war aber keine gewöhnliche Frau, es war eine SUPER Frau. An der Stimme erkannte man, dass der Körper hinter der Stimme bis ins Letzte motiviert war. Die Stimme war hell und von schönem Klang. Wäre nur dieses SUPER nicht gewesen. Und wie sie es ausgesprochen hat. Dieser Anstieg in der Stimme beim Wort SUPER, als ob ihr der Tanzpartner bei der Linksdrehung auf das Hühnerauge gestanden wäre. Beim jedem Frequenzwechsel hat sie es betont. Der Satz: "Ich bin SUPER" alle fünf Minuten wiederholt ist äzend – auch aus dem Mund einer attraktiven Frau. Dabei wollte sie uns drei Brummbären nur zeigen, dass sie den dickeren und längeren hat. Der Österreicher und ich konnten damit umgehen, aber der Russe in seinem Haus mitten in der Tundra weniger.

Das SUPER-Girl überholte und wenige Minuten später. Als ob sie uns zeigen wollte, dass der dickere und längere auch schneller ist... Frauen! Am Zoll lachten aber der Österreicher und ich. Ein A380 spuckt viel länger Passagiere aus, als mit schneller Fliegen aufgeholt werden kann. In der Kürze liegt die Würze und das finde ich SUPER!

Samstag, Oktober 09, 2010

die schönsten Laufstrecken der Welt – Montreal



Die Schiebetüre des Hotels öffnet sich, draussen ist es noch dunkel. Kalte Luft schlägt mir ins Gesicht und lässt mich an meiner Kleiderwahl zweifeln. Klamotten, in denen ich im Engadin bei zweistelligen Minuswerten über die Loipe schwebe, reichen nach einem warmen Sommer nicht aus, meinen noch müden Körper zu erwärmen. Das Terrain steigt sofort an. Ich folge der geraden Strasse und erklimme Höhenmeter um Höhenmeter. Langsam zeigt sich auch die Sonne und färbt den Himmel rot. Bereits nach einem Kilometer lasse ich den Asphalt hinter mir und tauche in den noch schlafenden Wald ein. Wie immer in grossen Städten, bin ich trotz früher Morgenstunde nicht allein. Eine sportliche Sie überholt mich, was mich nicht im Geringsten stört.

Ich habe heute keine Augen für weibliche Kurven. Auf dem Kiesweg liegen Blätter in allen Farben und Formen. Die ersten Sonnenstrahlen scheinen durch den Blätterwald und lassen die Bäume im Sekundentakt in verschiedenen Farbtönen erstrahlen. Gestern hat es geregnet und der Boden ist nass. Nebelfetzen liegen noch da und dort herum und geben dem Ganzen eine weiche Note. Erinnern sie sich an David Hamilton und seinen Film Bilitis? Die Stimmung ist ähnlich kitschig. Während dem Joggen versuche ich mich an den zweiten grossen Kinohit des gleichen Regisseurs zu erinnern, der damals mein pubertierendes Blut in Wallungen brachte. Vergeblich.

Nach knapp drei Kilometern habe ich das Hochplateau auf dem Mont-Royal erreicht. Der steife Wind, der mich gestern während der Landung forderte, ist immer noch da. Mein reichlich vorhandenes Körperfett schützt mich vor weiterem Ungemach. "Zärtliche Cousinen" – jetzt fällt mir der Name des Films wieder ein. Die Körpertemperatur steigt auch gleich um ein paar Grad.

Es führt eine kleine Runde um den höchsten Punkt des Mont-Royal. Läuft man sie wie ich im Uhrzeigersinn, dann folgt der Höhepunkt am Schluss. Beim "Chalet" angekommen, geniesst der Besucher einen herrlichen Blick über die Olympiastadt von 1976. Ich komme mir vor wie ein Bergsteiger am Eiger. Verschwitzt und leicht fröstelnd geniesse ich kurz den Gipfelsieg und mache mich subtito wieder auf den Heimweg.

Obwohl ich für den Abstieg den gleichen Weg (Südostgrad) nehme wie für den Aufstieg, zeigt sich mir der herbstliche Wald in einem völlig anderem Kleid. Erst jetzt kommen die kräftigen Farben zur Geltung, erst jetzt verstehe ich, warum der Herbst in dieser Gegend der Erde so einmalig ist. Genau eine Stunde nach meinem Start und 9.16 traumhaften Kilometern, stehe ich wieder in der überfüllten Lobby des Hotels.

Adieu Montreal!

Freitag, Oktober 08, 2010

7 Minuten

Acht Besatzungsmitglieder in der Kabine, davon sieben Frauen und alle hübsch. Sechs gehen Schoppen, eine kommt zum Essen. Steak oder Paste, Wein oder Bier? Fragen, die es zu beantworten keine Zeit mehr bleibt. Sieben Minuten hatte ich Zeit für diesen Blogeintrag, vier sind noch übrig, Ich muss mich sputen, denn die Létzte lasse ich nicht warte. Alleine Essen macht auch in Montreal keinen Spass.
Sieben Minuten für einen Blogeintrag, so schnell war ich noch nie! Kann jedemad die Schreibfehler korrigieren? Ich muss jetzt weg.....

Sonntag, Oktober 03, 2010

the last time

Well this could be the last time
This could be the last time
Maybe the last time
I don't know. Oh no. Oh no
(Stones, 1965)

Tja, an weiss ja nie, ob es das letzte Mal war. Wüsste man es, hätte vielleicht alles etwas anders ausgesehen. Vielleicht war ich das letzte Mal für lange Zeit in Bangkok, vielleicht auch nicht.
Doch auch andere beschäftigen sich mit dem letzten Mal.
Dieser Tage flatterte wieder eine Anfrage von einem Kapitän ins Haus. Er fragte mich, ob ich ihn auf seinen Letztflug vor der Pensionierung begleiten würde? Eine grosse Ehre und immer mit viel Spass und Emotionen verbunden. Ich musste ihm leider absagen, da ich am besagten Datum bereits auf einem Letztflug bin. Ich freue mich auf diesen Einsatz. Man erlebt die Stadt intensiver als sonst, der Geldbeutel leert sich in Rekordtempo und Gelacht wird, als würde es nächstens verboten.

Mit jedem, der nach dreissig oder mehr Jahren die Firma verlässt, geht auch ein Stück Geschichte. Obwohl immer wieder betont wird, dass Piloten nach identischen Kriterien selektioniert sind, finden sich doch allerlei verschiedene Charakteren hinter den Steuerknüppeln – und das ist gut so!

Stellvertretend für alle "schrägen Vögel" und Originale steht Captain Mac, der irgendwann in den vergangenen Jahren in den Ruhestand getreten ist. Das mit dem Hund muss ich mir merken. Wenn ich einmal mit 85+in Rente gehe, steuere ich den Vogel alleine und fliege nach der Landung in New York subito wieder nach Zürich zurück. Da kann ich dann getrost meinen Hund mitnehmen.

Sonntag, September 26, 2010

f****** cold

Von den asiatischen U-Bahnen ist man es sich gewöhnt, auch in Restaurants herrschen dort frostige Temperaturen. Doch in Schweizer Flugzeugen wird in der Regel für eine kuschelige Atmosphäre gesorgt. 24 Grad sind üblich, 30 Grad möglich.
Jetzt ist aber bei uns die Heizung ausgefallen und wir sitzen mit unseren dünnen Uniformhemden schlottern im Cockpit und erfreuen uns ab Temperaturwerten von 16 Grad. Ich kommen mir vor wie in einem Biwak in einer Nordwand – einfach ohne Biwaksack… Das Einzige, das mich jetzt vom Bergsteiger im Himalaya unterscheidet, ist die Nespresso-Maschine, die im Viertelstundentakt warmen Trost spendet. Seit zehn Stunden ist die Heizung im Cockpit bereits defekt. Der Chef und ich haben uns Decken um alle möglichen und unmöglichen Körperteile geschlungen und der sonst verhasste PaceBlade spendet etwas Wärme auf den Oberschenkeln. Ich fühle mich wie Lindberg bei seiner Atlantiküberquerung, einfach ohne pelzgefüttertes Lederkombi. Das Approach-Briefing in Zürich beginnt mit dem Satz: «Let‘s do a deep frozen Flight-Director Approach for RWY 34 ...»

Gesundheit!

Freitag, September 24, 2010

ich habe es getan

Ich bin in Bangkok und ich habe es getan. Lange habe ich der Versuchung widerstanden und mich geweigert das zu machen, was viele im heimlichen treiben. Wenn Crewmitglieder von zu Hause weg sind, vergessen sie Prinzipien und Vorsätze. Moralische Grenzen sind schnell verschoben und die Distanz zum familiären Umfeld fördert das überschreiten der imaginären Linie noch zusätzlich.

Unter meinesgleichen kann ich es kaum beichten, Kolleginnen verstehen mich nicht. Befinde ich mich allerdings in Begleitung männlicher Piloten, steigt das Verständnis exponentiell an. «War es schön?», «Bist du schneller ermüdet als sonst?» – das sind die meistgehörten Fragen nach dem Outing.

Interessant finde ich die Tatsache, dass sich die Meisten am Anfang schwer taten. So was tut man einfach nicht, das entspricht nicht unserer Kultur und unserer Erziehung. Doch nach dem ersten Mal sind sich alle einig: Es ist befreiend, gar nicht so schlimm, manchmal sogar schön und in gewissen Situationen peinlich. Ich habe noch keinen ER getroffen, der es nicht wieder tun würde. Ich habe aber auch noch kein SIE kennengelernt, die es zugeben würde. Seltsam, nicht?

Ich will niemanden bekehren, auch nicht zur Sünde überreden. Wenn sie wieder einmal einsam sind und im Dunkeln nicht wissen was mit der Zeit anstellen, überwinden sie ruhig die Hemmungen. Laden sie ein Buch auf das iPad und lesen sie es elektronisch. Es ist erstaunlich angenehm, einfach und glauben sie mir, im Versteckten tun das viele – vor allem Männer.

Dienstag, September 14, 2010

Barfuss

Im Frühling dieses Jahres war ich mit einem Kapitän unterwegs, der sportlich ist wie kein zweiter. Nicht krankhaft sportlich, sondern sportlich aus Leidenschaft. Wenn er nicht fliegt, dann rennt er oder kraxelt mit dem Fahrrad einen Berg hoch – oder er pafft eine Marlboro grün und spielt Karten dazu. Widerspruch? Vielleicht.
Auf jeden Fall ist er ein Genussmensch und das Bewegen ist Genuss pur für ihn. Auf über zehn Kilometern Höhe über den Rocky Mountains erzählte er mir von seinen Plänen, geplanten Touren und von einem faszinierenden Buch, das er gerade lese. «Born to Run» stand auf dem Buchdeckel und es handelte vom einem Amerikanischen Journalisten, der sich aufmachte Indianer in den Copper Canyons aufzuspüren, die ohne Waffen jagten indem sie die Tiere zu Tode hetzten.
Man muss nicht extra betonen, dass dies eine gute Kondition voraussetzt. Müssen die Jäger doch regelmässig Distanzen von über 70 Kilometer zurücklegen, bis das Tier an Überhitzung stirbt.
Die Tarahumara waren weder von Nike noch von Adidas gesponsert, sondern liefen Barfuss oder in selbst geschneiderten Sandalen.

Das Buch ist nicht nur eine philosophische Läuferreise, sondern vor allem ein Angriff auf die Laufschuhindustrie und ihre Produkte. So wird im Buch eine Studie von der Uni Bern zitiert, wo nachgewiesen wurde, dass die Verletzungen bei Läufern mit dem Preis der Laufschuhe korrelieren. Mit anderen Worten, je teurer der Laufschuh, desto mehr Verletzungen …
Mmmh, man neigt dazu, der Studie nicht zu glauben. Da drängt sich ein Selbstversuch förmlich auf. Mit meinen über 110 Kilogramm falle ich aus jedem Schema. Seit Jahren laufe ich in Hightechschuhen, die im «Ochsner Sport» 280 Sfr. kosten und bei «Foot Locker» 99 U$. Nach Laufausflügen von mehr als einer Stunde oder nach Läufen auf Asphalt, litt ich regelmässig unter harten Waden und schmerzenden Achillessehnen. Genau wie der Autor des Buchs. Er hat dies mit Barfuss-Laufen weggebracht, warum sollte das nicht auch bei mir klappen?
So kaufte ich mir vor ein paar Monaten ein Paar Nike Free (160 SFr. in der Schweiz, 85U$ in Amerika), die laut Werbung dem Barfusslaufen nahe kommen. Seit über 400 Laufkilometern bin ich beschwerdefrei. Faszinierend!

Selbst in den Bergen funktioniert es einwandfrei. Der gestrige Lauf von Silvaplana zum Hahnensee und über Munt San Gian zurück, überzeugte mich trotz steilen Serpentinen vom «Barfusslaufen». Auf jeden Fall lief ich den Bündner Jägern um die Ohren, die meine Anwesenheit gar nicht erfreute, weil ich ihnen das Wild vor dem Karabiner verscheuchte. Doch vor mir mussten die Gämse keine Angst haben, 70 Kilometer habe ich noch lange nicht drauf….

Donnerstag, September 02, 2010

Panik

Läuft die Zeit auf der Langstrecke langsam ab, kommen existentielle Ängste auf. Fragen beschäftigen einen, die auch mal ein paar Stunden Schlaf kosten können und somit indirekt auch die Flugsicherheit und die Gesundheit gefährden. Geteiltes Leid ist halbes Leid, darum Liste ich mal meine Fragen auf. Vielleicht weiss wer Antwort...

Wo kriegt man in Europa Schuhe in Grösse 49?
Wann und wo geht der gewöhnliche Europäer zum Friseur und was kostet das?
Wo kriegt man Laufschuhe unter 100 Franken?
Wo isst man gute Sushi?
Wo ist die Massage pro Minute billiger als der Minutentarif der Swisscom?
Sind die Jeans in Europa im Vergleich zu denen in der USA wirklich soviel mal besser als sie kosten?
Darf man in der Schweiz mit dem Auto bei Rot rechts abbiegen?
Kommt man während eines Kurzstreckenflugs zum Zeitungslesen?
Wer weiss, wo ich die Socken in meiner Grösse bekomme?
Wo befindet sich im A320 die Nespresso-Maschine?

Danke für die Antworten!

NFF, Los Angeles

Dienstag, August 31, 2010

Augenschmalz

Müde reibe ich mir die Augen. Die Sonne scheint im flachen Winkel durch die Scheibe und blendet unangenehm hell.
Nein, ich bin nicht im Cockpit, ich sitze auf der Couch, betreibe Flugvorbereitung und surfe dabei ziellos durch die vielen Seiten des Internets.
Irgendwann zwischen Kaffee und Crewliste landete ich auf meinem Blog: *Hergottsternensiech* – ganze vierzehn Tage keinen Eintrag!
Dabei bin ich geflogen wie ein Verrückter. In Brasilien war ich und in Kalifornien auch. Gerannt bin ich, gesurft habe ich auch. Doch zum Bloggen hat es irgendwie nicht gereicht.
Schuld war nicht etwa ein Schreibstau oder gar verlorene Motivation, Schuld war des Apples iPad.
Zum Einen habe ich mich noch nicht ganz an die Tastatur gewöhnt, zum Anderen werde ich dauern von den Inhalten der Schiefertafel abgelenkt. Es hat so viel Text auf diesen 64GB!
Bücher zu allen Flugzeugtypen, Vorschriften zum Passagier- und Cargo-Handling fanden den Weg auf das iWunderding. Ein Uniform-Reglement existiert genauso wie ein Paragraf, der die Konsistenz des noch tolerierbaren Stuhlgangs beschreibt.
Ab damit in den Speicher!
Funkkarten, Bulletins, Bulletins, Bulletins, ..... und noch mal Bulletins. Alles auf die Tafel, alles in den Kopf!
Einmal in der Karriere sollte man das alle gelesen haben und dieser Zeitpunkt kommt für mich näher und näher.
Das Fliegen bekommt mit alle dem eingesaugten Wissen einen neuen Stellenwert. Man geniesst das neu erworbene Wissen, vermisst aber die Leichtigkeit des Unwissenden.
Mit diesem Satz ist die Flugvorbereitung abgeschlossen. In viel Stunden starte ich Richtung Kalifornien. Die Joggingschuhe im Gepäck, den iPad auch.

Samstag, August 14, 2010

die schönsten Flanierstrecken der Welt – Tel Aviv


Flanierstrecke: 2 Kilometer
Ort: Tel Aviv, Israel
Publikum: da bleibt dir die Spucke weg
Niveau: Weltklasse
Beste Tageszeit: 08:00 bis 23:00 Uhr
Highlight: no comment

Vergesst die South Beach in Miami, vergesst die Copacabana in Rio und das Strandbad Tiefenbrunnen. Der Strand in Tel Aviv zwischen der Marina und «Old Jaffa» hält sogar Hardcorejogger wie mich vom Sport ab. Flanieren ist hier angesagt und das den ganzen Nachmittag lang.
Leider ist der Aufenthalt kurz und leider hatte ich wieder keine Kamera dabei. Schade!
Da ich zum Schreiben keine Lust hatte, lasse ich Nicolas Bouvier meine Gedanken formulieren: Wenn ich nicht viel geschrieben habe, lag es daran, dass ich meine ganze Zeit darauf verwandte, glücklich zu sein.
(Nicolas Bouvier, die Erfahrung der Welt)

Freitag, August 06, 2010

die schönsten Laufstrecken der Welt – Engadin


Laufstrecke: 6.21 Kilometer
Ort: Surlej, Engadin
Publikum: Joggingsüchtige aus aller Welt
Laufniveau: Weltklasse
Beste Tageszeit: bei Tageslicht, wenn kein Schnee liegt (also im Juli)
Highlight: am Ufer von fünf Bergseen

Vom brasilianischen Winter in den Schweizer Berg-Sommer. Das bedeutet von 15°C in Sao Paulo nach 1°C und Schneefall auf dem Julierpass. Ideales Joggingwetter! Skimütze oder nicht?, das beschäftigte mich vor dem Lauf an diesem August-Tag. Ich entschied mich aus Prinzip dagegen. Welcher Depp läuft im August schon mit Skimütze herum?

Langsam jogge ich mich auf der via da Surlej ein. Es geht leicht bergab und das ist auch gut so. Meine Glieder sind noch müde vom morgendlichen Hundespaziergang und steif vom langen Nachtflug vor Tagesfrist. An der Brücke bereue ich meine Prinzipien zum ersten Mal. Die Ohren scheinen am Kopf angefroren zu sein. Der Silvaplanersee ist für einmal kitefrei (wen wunderts…). Der Blick geht hoch zur Corviglia, wo sich alles in frischem Weiss präsentiert. Es ist übrigens gar nicht so selten, dass im August die Flocken bis ins Tal fallen. Hier oben schneit es jeden Monat mindestens ein Mal, ausser im Januar.
Der schmale Weg ist feucht und ganz «Goof», lasse ich keine Pfütze aus. Entlang dem Champferersee begegnet mir keine Seele. Ich laufe mein Tempo und habe das Gefühl zu schweben.
Kurz vor dem Schanzenanstieg dann der Schock. Eine Gruppe Kenianer überholt mich lautlos und in einem Tempo, als hätte ich Leim am Schuh. Obwohl ich noch nie Gazellen gesehen habe behaupte ich einmal, dass die so leichtfüssig wie diese Viecher traben. Und schlank sind die! Gopfritschtutz! Man bekommt glatt Mitleid.

Das Herz schlägt schneller beim Anstieg zum Lej Marsch. Die Ohren sind etwas wärmer, die Beine heiss. Rauch schlägt mir ins Gesicht, als ich die Anhöhe erreiche. Holländer am Grillen! Das müssen Holländer sein, wer sonst feuert bei diesen Temperaturen im Freien an?

Die Serpentinen zum Lej Nair sind brutal. Zum Glück habe ich keine Zuschauer. Ich gebe ein erbärmliches Bild ab. Am See angekommen ein paar Hündeler. Doch nicht sie versperren mir den Weg, es ist eine junge Mutter mit einem Kinderwagen. Gut, Kinderwagen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Es handelt sich eher um eine Sänfte. Wenn der Kleine sich schon jetzt an solche Dimensionen gewöhnt, was steht da in ein paar Jahren wohl in der Garage?
Lej Zuppa ist der letzte See auf meinem Ausflug. Wieder geht es aufwärts. Nach weiteren 70 Höhenmetern endlich der Kulminationspunkt. Jetzt nur noch runter, jetzt subito an die Wärme. Beim Auslaufen zeigt der Computer 724 verbrannte Kilokalorien an. 724 Kilokalorien, die jetzt mit Süssigkeiten aus der Bäckerei nachgeschoben werden...

Dienstag, August 03, 2010

Die schönsten Laufstrecken der Welt - Sao Paulo


Laufstrecke: zwischen 7,65 und 11 Kilometern
Ort: Parque Ibirapuera, Sao Paulo, Brazil
Publikum: fitnessbewusstes In-People mit zu großen Busen und zu kleinen Büstenhaltern
Laufniveau: zwischen Churchill und Viktor Rötlin
Beste Tageszeit: Morgenstunden ab 7 Uhr

Mit weissen Socken, Shorts und einem Multifunktionsleibchen sehe ich unter all den Schlipsträgern ziemlich dämlich aus. Doch das darf mich in diesem wichtigen Augenblick nicht beeinflussen, steht doch das erste wichtige Monument nach dem Anlaufen unmittelbar bevor: das scharfe Eck. Bauch einziehen und den eben gelandeten Kolleginnen und Kollegen freundlich zuwinken. Einige grüssen mit dem Caipirinha in der Hand, andere zeigen mir den Vogel.

An der Gastankstelle vorbei, versuche ich die zahlreichen Passanten auf dem Gehsteig nicht anzurempeln. Drei Mal muss ich eine lebensgefährliche Strasse überqueren, bis endlich die Abilio Soares in Sicht kommt. Dieser Strasse muss ich jetzt ungefähr einen Kilometer folgen, bis ich in unmittelbarer Nähe zur Militärkaserne auf den Parkeingang Nummer zehn stosse. Die Abilio Soares fällt steil ab und Hindernisse in Form von Schlaglöchern, abenteuerlich betonierten Einfahrten und unvorsichtig aufgestellten Signalmasten, verlangen von mir höchste Aufmerksamkeit. Das am Vorabend kredenzte Kurvenwasser erweist sich bei der Navigation um die kleinen Gemeinheiten als schlechte Hilfe.

89 Höhenmeter nach dem Einstieg in die viel befahrene Serpentine, erreiche ich die Talsohle. Jetzt folgt die Kür. Ein Wachmann mit einem bedrohlichen Schiessgewehr in der Hand winkt mich durch. Ich bin im Park - endlich! Zehn Minuten nach dem siebten Glockenschlag bin ich Teil einer Bewegung. Ein WIR-Gefühl kommt auf. Wir alle tun etwas Gutes oder meinen es zumindest. Im Pulk gehöre ich zur Kategorie der Überholten. Rechts ziehen die Fahrräder mit den maximal erlaubten 20 km/h vorbei, deren Einhaltung zu meiner Verwunderung doch tatsächlich von zwei Polizisten mit Radarpistolen überprüft werden. Auch die Brasilianischen Gesetzeshüter müssen das Geld da eintreiben, wo es etwas zu holen gibt. Auf meiner linken Seite spurten die Damen (sehr zahlreich und jung) und Herren (weniger zahlreich und alt) an mir vorüber.

Die Jogger aller Altersklassen und Geschlecht, scheinen Wettkämpfe zu lieben. Niemand verzichtet auf ein Shirt, das vom Besuch einer Laufveranstaltung zeugt. Bunt müssen sie sein und voller Werbung. Die Runde in dieser grünen Lunge der betonierten Stadt ist schnell zu Ende. Ich verzichte am heutigen Tal auf eine zweite und verschiebe das auf Morgen. Am Ende erscheinen 7.65 Kilometer auf meinem GPS und das reicht doch allemal.

Am Ausgang zehn steht der Wachmann steif wie immer und zeigt mit dem Lauf des Gewehrs auf meinen müden Quadriceps. Ruhig Blut wünsche ich ihm und renne schnellen Schrittes Richtung Abilio Soares. Eine Viertelstunde später und 89 Höhenmeter reicher, passiere ich wieder das scharfe Eck. Die Kolleginnen und Kollegen sehen jetzt wesentlich älter aus. Sie zollen Tribut für den Nachtflug und die vielen leeren Gläser auf dem wackligen Tisch. Jetzt kann ich den Vogel zeigen, bemerkt wir es von den müden Gestalten eh nicht. 51 Minuten später (ja, ich bin so langsam) betrete ich wieder die Lobby und neue Schlipsträger begutachten mich neuerlich mit Verachtung. Mir egal, ich bin glücklich!

Montag, August 02, 2010

Flug wieder verpasst!

Ach dieser 1. August! Nachdem mich die Knallerei am Vorabend nicht einschlafen liess, weckte mich der Hund um sechs Uhr in der Früh. Morgenstund hat Gold im Mund. Der Rest vom Morgen war dafür ruhig. Doch bereits in der ersten Minute nach dem Wechsel in den Nachmittag klingelte das Telefon. Miami brauche wegen einer Verspätung eventuell Verstärkung, meinte die Dame am anderen Ende der Leitung. Bereitmachen, aber warten!, lautete der Befehl.
Ich gehorchte. Der Koffer war noch für Japan gepackt. Vom tropischen Osten in den tropischen Westen brauchte es nur marginale Anpassungen im mobilen Kleiderschrank. Die langen Hosen wurden mit kurzen vertauscht, die Badehosen eingepackt.
Die A340 sei jetzt in der Luft, hiess es 30 Minuten später. Augenblicke danach dröhnte der Vierstrahler über meinen Liegestuhl. Da flog er nun, der LX64 und ich nahm zur Kenntnis, dass ich innerhalb 20 Stunden zum zweiten Mal ein Flugzeug verpasste.

Müdigkeit kam auf und ich schloss die Augen. Gerade eingenickt klingelte etwas in meinem Traum. Zuerst weit weg, dann immer näher. Es brauchte eine ungewöhnlich lange Zeitspanne bis ich merkte, dass mich jemand brauchte.
Sao Paulo heute Nacht! Was nach Notfall klang, entpuppte sich als Blindgänger. Take-Off in sechs Stunden - naja! Wann merken die Leute der Disposition endlich, dass ihre Kunden am Nachmittag ein Nickerchen machen, wenn ihnen ein Nachtflug droht.
Ans Schlafen war nicht mehr zu denken, so packte ich den Koffer neuerlich. Weg mit den tropischen Lumpen, es geht in den brasilianischen Winter! Faserpelz statt Badehose, solides Schuhwerk statt Flip-Flops.

So liege ich mitten in der Nacht im dunklen Crewbunk und versuche meine 196 cm im 190 cm langen Bett zu platzieren. Die Meteorologen melden für Sao Paulo Nieselregen und 13 Grad, in Miami wäre es kurz vor Mitternacht Ortszeit 29 Grad. Fast so warm wie unter der heimischen Bettdecke, wo ich jetzt liebend gerne wäre ....

Sonntag, August 01, 2010

Flug verpasst!

Die Koffer waren gepackt, die Flugunterlagen bereit. Der Pass wartete im Crew-Bag auf einen neuerlichen Stempel und die ¥en auf die Reise in ihr Heimatland. Doch ich reiste nicht, ich verpasste das Flugzeug.
Dass die A340 nicht ohne Copilot Richtung aufgehende Sonne zog, dafür sorgten die Kolleginnen der Crew Disposition. Ein Kollege, der seit fünf Uhr in der Früh Bereitschaftsdienst schob, musste einspringen. Ob er Japan genauso liebt wie ich, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass er aber kein Geschenk für die Mechanikerin der Lufthansa dabei hatte, davon bin ich überzeugt. Schade, sie hätte sich gefreut.

Tja, so schwebte das Flugzeug ohne mich, dafür mit massig Verspätung über Sibirien, was mir wiederum einen schönen Samstag-Nachmittag auf der Terrasse bescherte. Jetzt fragt sich der Leser mit Recht, welche Konsequenzen das für mich hatte? Die Antwort ist einfach: keine (oder fast keine). Die Gründe für die Umstellungen sind wie immer in der Fliegerei vielschichtig und die Ursachen liegen nicht selten Tage zurück.
Es gab eine ausserplanmässige Landung, ein Flugzeug fehlte, ein anderes wurde aufgeboten, die Besatzung auch. Einsätze von vielen Besatzungsmitgliedern wurden umorganisiert, damit die Passagieren ihren Bestimmungsort auch erreichten. Dafür wurden Piloten aus der Bereitschaft geholt, die an anderen Orten dann fehlten. Am Ende der Kette stand wie so oft meine Wenigkeit.

Statt «meinen» Flug nach Tokio anzutreten, wurde ich zum Bereitschaftsdienst eingeteilt. Klingt unlogisch, hat aber durchaus seine Berechtigung. Der Kollege, der für meinen geplanten Flug aufgeboten wurde, hatte zwischen 5 Uhr in der Früh und 17 Uhr Bereitschaftsdienst (wir nennen das STBY05). Ab 17 Uhr könnte man ihn nicht mehr aufbieten. Er wäre für die späten Abflügen nicht einsetzbar. Und er war an diesem Tag aufgrund der vielen Umstellungen noch die einzige Reserve.

Kein Soldat zieht gerne ohne Munition in den Kampf und das pünktliche Herausbringen der Spätabflüge mit der neuen Nachtverordnung am Flughafen Zürich kann durchaus als Ernstkampf betrachtet werden. So schickten die Kolleginnen der Dispo die STBY05 nach Narita und mir kam die Ehre zu, der letzte Rettungsanker für die Spätabflüge zu spielen. So schiebe ich schon wieder Reserve-Dienst und kann davon ausgehen, dass der eben publizierte Einsatzplan bereits wieder Makulatur ist. Ich darf damit rechnen, dass der ganze Monat umgekrempelt wird – die Freitage auch …

Mein Kollege hat die Einsatzproblematik mit dem Stones Lied „I can't get no satisfaction…“ beschrieben. Ich bediene mich am heutigen Bundesfeiertag (Tag der Schweizer Uneinigkeit) dem volkstümlichen Liedergut: „Lustig ist das Pilotenleben, faria faria ho, …“

Montag, Juli 26, 2010

Scarlet

Scarlet war nicht da. Der Pianist spielte hingebungsvoll und begleitete den Sänger diskret. Des Sängers rauchige Stimme füllte den Raum mit melancholischem Blues. Viele Plätze waren besetzt, der von Scarlet leider nicht.
«Lost in Translation» ist der Film, der den körperlichen und seelischen Zustand eines Japanreisenden am treffendsten beschreibt. Da bleibt einem in den schlaflosen Nächten oft nichts anderes übrig, als in einer Bar bei schummrigem Licht an einem Glas mit Eiswürfeln zu nippen.
Dazu eignet sich die Bar im Park Hyatt im 45. Stockwerk inmitten Tokios Geschäftsviertel Shinjuku ausgezeichnet. Kein Zufall also, dass Scarlet im Film ihre Nächte auf einem Stuhl am langen Tisch in genau dieser Bar verbrachte. Aber eben, Scarlet war leider nicht da.

Dafür sassen gute Freunde am Tisch. Freunde, die Tokio wie ihre Westentasche kennen und mich in Lokale entführten, die ich allein nie gefunden hätte. Chancen, die man sich nicht entgehen lassen sollte und eine Übernachtung mitten in Tokio rechtfertigen. Gerne hätte ich in Scarletts Hotelzimmer geschlafen, aber dafür reichen die Spesen nicht im Ansatz. Mein Raum in einem Zweistern-Hotel war etwa so gross, wie ein Koffer einer Hostess und kostete auch annähernd soviel. Der Toilettenring war geheizt aber leider so klein, dass ein unfallfreies Wasserlassen nur mit Yoga im sechsten Schwierigkeitsgrad möglich war. Ich will nicht klagen, viel Zeit habe ich in der Kammer nicht verbracht.

Zurück zu Tokio. Ich hatte weder iPhone noch Fotoapparat dabei, darum muss mit Worten beschrieben werden, was Bilder besser zeigen würden. Zu viele Fotos hätte ich eh nicht gemacht, schliesslich bin ich kein Japaner. Beschränken wir uns auf deren drei.

Das erste Bild hätte ich von der Temperaturanzeige in Ginza geschossen. Ungemütliche Werte von 39.6 Grad erschienen auf der Digitalanzeige. Gut wurde die Luftfeuchtigkeit nicht präsentiert – ich hätte noch mehr geschwitzt.
Das zweite Bild hätte der Damenmode gegolten. Fräulein Tokio trägt diesen Hochsommer lange schwarze Strümpfe, extrem kurze Röcke und dazu Wanderschuhe. Die Arme werden mit Handschuhen bedeckt, die über den Ellenbogen reichen. Ich kann mir gut vorstellen, wie würzig es am Abend unter diesen vielen Schichten müffelt ...
Und das dritte Bild? Ins Zentrum des dritten Bildes rücke ich die blonde Mechanikerin aus Narita. Nicht Scarlet, aber durchaus hübsch! Kompetent und speditiv hat die Blonde aus deutschen Landen unser Flugzeug abgefertigt und sich mit den Worten: «Ich muss jetzt noch zum Dicken» verabschiedet. Mit dem Dicken meinte sie nicht etwa mich, sondern den A380 der Lufti.

Ich werde mich dafür nächste Woche mit einem «Presento» dafür bedanken.

Donnerstag, Juli 15, 2010

Schnupperlehre

Eine Schnupperlehre ist eine gute Sache. Wie es der Name schon sagt, schnuppert der Berufsaspirant an seinen neuen Aufgaben und beurteilt dann, ob es ihm gefällt. Unverhofft bin ich heute in den Genuss einer solchen Schnupperlehre gekommen. Eine charmante Dame der Disposition warf mir nach einem kurzen «Guten Morgen» vier Nummernkombinationen an den Kopf, die sich ein Mann meines Alters unmöglich merken kann.
Freundlich, aber bestimmt, klärte mich die Frau auf, dass es sich bei den Nummern um Kurzstreckenflüge handle, und zwar deren vier, um genau zu sein.
Sie hätte sich in der Nummer oder gar in der Airline getäuscht, gab ich zurück und wollte den Hörer auf die Gabel legen.

«60 Minuten», war die kurze Antwort. Genau 60 Minuten hätte ich Zeit, mich und meine Flugunterlagen an den Flughafen zu bewegen. Ich parierte.

Mit einem leicht flauen Magen reihte ich mich in die Kolonne am Gubrist ein. Wenn ich von etwas keine Ahnung habe, dann von Kurzstreckenfliegerei. Ich kam mir vor wie ein Schnupper-Stift und genau so ungeschickt stellte ich mich auch an.
Im Briefing-Raum bekamen die vielen Computer endlich einen Sinn. Hier könne man den Flugplan ausdrucken, bestätigte mir ein junger Copilot. Ich versuchte es vergeblich. Ein anderer Nachwuchsflieger bot mir Hilfe an und schwupps hatte ich vier Flugpläne in der Hand. Viermal 1:20 Flugzeit macht etwas über fünf Stunden. Dazu gesellten sich Wartezeiten, Umsteigezeiten, Planungszeiten – aber zu meinem Erstauen keine Essenszeiten… Die totale Arbeitszeit wurde auf über zehn Stunden berechnet. Da wäre ich in Miami oder in New York oder fast in L.A. – aber nein, nach diesem langen Tag werde ich mich im Stau am Gubrist wiederfinden und zwar mit einem grossen Loch im Magen. So war das zumindest geplant.

Das erste Teilstück führte uns nach London. Damit der Schnupper-Stift nicht ganz aus der Fassung kommt, hiess die Flugnummer gleich wie der Flugzeugtyp. SWISS 332 kann sogar ich mir merken.
Über die Bodenzeit möchte ich mich nicht äussern. Das war ein einziges Ärgernis. Zwei SLOTS verpasst und mit einer Verspätung von fast einer Stunde in die Luft. Endlich!
Der ultraleichte Flieger hüpfte wie eine Feder von einer Windböe zur anderen und verhielt sich wie ein Teenager in der Pubertät. Dieses Flugzeug ist für Reisen gebaut und nicht für Hüpfer.

Wie in einer richtigen Schnupperlehre so üblich, hat sich die Übungsleitung für den Schnupper-Stift eine kleine Gemeinheit ausgedacht. Man will den Kerl doch richtig verarschen. Seitenwind von 30 Knoten. Böen, Windscherungen und Turbulenzen warteten auf meine Wenigkeit. Doch bevor der Höllenritt beginnen kann, trifft man wie in Heathrow üblich, die Vertreter der verschiedenen Allianzen im Biggin Holding. Dreissig Minuten dauerte das …
Völlig unerwartet landete eine dampfende Aluminiumfolie auf meinem Tischchen mit einem Gruss der Küche. Skeptisch hob ich die Folie und sah auf die rotbraune Pampe herunter. Was das sei, fragte ich meinen Kollegen. Das nenne man auf der Kurzstrecke Essen, seine knappe Antwort. Guten Appetit.
Mit reichlich E-Stoffen im Magen steuerte ich die 27L an und traf die Piste sanfter als erwartet.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt. SLOT absitzen, warten, Passagiere zählen und so schnell wie möglich wieder abhauen.

Die Verspätung summierte sich auf Höhen, die der Flugnummer gleich kamen. Aus vier Legs wurden zwei. Es bleibt die Erkenntnis, dass sich weder Langstreckenflugzeuge noch Langstreckenbesatzungen für Kurzstreckeneinsätze eignen.

Jetzt sitzt der Schnupper-Stift dank des frühen Feierabends auf dem eigenen Balkon und stellt sich die Frage, ob er diese Lehrstelle wirklich antreten soll ...

Montag, Juli 12, 2010

Nachbrenner


ZWIEBELKUCHEN «SACHER-ECK»
aus dem Kochbuch des «Hotel Sacher» in Wien

Zutaten:
300 g Mehl, 150 g Butter, 80 g Topfen, 2 Eidotter, Prise Salz, 500 g weisse Zwiebeln, 150 g magerer Speck, 1 Bund Jungzwiebeln, ½ Lauchstange, Olivenöl

für den Überguss:
5 Eier, 250 ml Schlagobers, 80 g Bergkäse, Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss

Zubereitung:
Für den Teig Mehl mit Butter, Topfen, Dottern und einer Prise Salz vermengen und rasch zu einem glatten Teig verkneten. In Klarsichtfolie hüllen und 4 Stunden kalt rasten lassen.
Zwiebeln halbieren und in Scheiben schneiden. Olivenöl in Pfanne erhitzen und Zwiebeln (ohne Jungzwiebeln) darin unter ständigem Rühren hell anschwitzen, vom Feuer nehmen und auskühlen lassen.
Backrohr auf 200 ° C vorheizen, Kuchenform mit Butter ausstreichen. Teig auf einer bemehlten Oberfläche messerrückendick ausrollen und die Form dami auslegen, dass der Teil etwa 2 cm über den Rand steht. Zwiebeln darauf regelmässig verteilen.
Für den Überguss die Eier mit Obers verquirlen. Lauch, sowie Jungzwiebeln in Ringe schneiden und gemeinsam mit geriebenem Käse und gehacktem Speck einrühren. Masse mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und über die Zwiebeln giessen. Im Rohr ca. 40 Minuten backen, 10 Minuten ruhen lassen und geniessen.


Schmeckt herrlich! Leider kann man aus dem Bereitschaftsdienst auch eine Simulator-Session fassen und so möchte ich mich bei meinem morgigen Mitstreiter und dem Instruktor bereits jetzt für die Furzerei entschuldigen! Vielleicht macht dies die Übung realitätsnaher, wenn es bei Feuer und Rauch etwas strenger riecht ...

Mittwoch, Juli 07, 2010

Rollo runter!

Wenn sich der Zeiger der Uhr langsam 15.15 Uhr nähert, dann ist im Hause nff Ausnahmezustand. Die Rollos sind unten, der Hund ausgepisst, Herrchen auch und auf Sf DRS Idée Suisse Kanal 2 begrüsst das Signet die Radsportbegeisterten mitten am Nachmittag.

Ich liebe die Tour de France!

Dagegen ist die theatralische Ballstreichelei inmitten der trötenden Zuschauer ein Streichelzoo. Was auf den Strassen in und um Frankreich an Spektakel geboten wird, davon träumen der blatte Sepp und Co. ein Leben lang. Und das gratis, kostenlos, zwangslos!

Es trifft sich gut, dass ich die letzten Tage Bereitschaft schiebe. Während die Nordatlantikflieger der 13-Uhr Welle über meinen Kopf schweben, bereite ich mich auf die Flachetappe vor. Gejoggt habe ich schon, gegessen auch. Jetzt wartet noch eine kleine Stärkung eines selbstgemachten Johannisbeer-Kuchens auf meine Fettreserven und bereit bin ich für die Flachetappe in der Champagne! Juhui!!

Fussball werde ich nicht schauen. Die Stunden nach 20.30 Uhr gehören zu den schönsten auf der Terrasse. Schweini möge es mir verzeihen. Trotzdem drücke ich heute Abend den "Schwaben" die Daumen, weil ich noch eine Rechnung mit ihnen offen habe. Vor langer Zeit, nämlich 1974, sass ich vor dem schwarzweiss Fernseher und vergötterte die Nummer 13 der Holländer. Neeskens war cool, hatte die gleiche Frisur wie Botteron vom FCZ und musste einfach gewinnen. Und wer schoss das erste Tor nach zwei Minuten? Richtig, "meine" Nummer 13! Da kamen der Breitner und dieser "alles Müller oder was" Gerd und beerdigten meine Hoffnungen und die der Orangen.

Ich weinte – ach was, ich tobte und schrie!

An Schlaf war nicht zu denken und so schrieb ich mit meiner achtjährigen Zitterschrift einen Brief an die Spitze des orangen Fussballverbands. Die Adresse stand unter der Nationalflagge im Panini-Album. Ich attestierte als Fussballsachverständiger (E2-Junior beim FC Schlieren) dem Schiedsrichter Unfähigkeit und hob Neeskens und das orange Team auf den Platz, den ihnen nach meiner Ansicht eigentlich zustand: Weltmeister!
Drei Wochen später fand ein grosses Paket den Weg an den Ackerweg in Schlieren, gefüllt mit Fanartikeln und einem Shirt mit der Nummer 14 ... Nicht Neeskens, aber immerhin Cruyff...

Ich werde immer ein Holland-Fan bleiben!

Holland wird Weltmeister – gewinnt für mich und Neeskens!

Samstag, Juli 03, 2010

12 Kilometer Genuss

Die Sicht war fantastisch, das Wetter auch. Temperaturen gegen 30 Grad und ein ganzer Nachmittag vor mir.
So gefällt selbst mir New York.
Doch das Beste steht mit am nächsten Morgen bevor. Was wäre NY ohne Central Park?
Losgerannt um 5 Uhr in der Früh, kam ich einmal mehr in den Genuss von zwölf Kilometern Hochgefühl.
Ohne ein Sonnenaufgang am Reservoir erlebt zu haben, hat man die Stadt nicht gesehen. Die Kamera blieb aus verständlichen Gründen während der Jogging-Runde im Hotel.

Beim folgenden Frühstück im Soho habe ich sie mitgenommen.









Donnerstag, Juli 01, 2010

Heute Morgen um 11.07 Uhr



Mein Dietikon - meine Schweiz - mein Balkon - mein Fuss!
Mein letzter STBY-Tag ....

Komm gut nach Hause Dide!

Ich düse morgen nach NY und wollte eigentlich mit dem abtauschen – doch der ist ja schon in NY....

Sonntag, Juni 27, 2010

das crewfressende Hotel


Ich möchte mich bei meinen mitlesenden Kolleginnen und Kollegen für die tolle Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Wochen bedanken. Nichts, aber auch gar nichts brachte den Flugbetrieb aus dem Tritt und Umstellungen waren so selten, dass meine Wenigkeit volle zwei Wochen im eigenen Heim bleiben konnte. Auch das ist Bereitschaftsdienst. Wer meint, dass ich in diesen 14 Tagen faul auf der Haut herumlag, liegt nur zum Teil richtig. Der Keller ist aufgeräumt, der Kleiderschrank auch. Neben dem Altglas, das wieder in den Kreislauf eingebracht wurde, habe ich auch den Garten in Schuss gebracht. Immer mit dem Telefon im Hosensatz, immer gefasst darauf, dass mich eine der charmanten Damen der Einsatzzentrale innert Stundenfrist an einen exotischen Ort verfrachtet.

So wie gestern. Mitten in der Nacht, also etwas nach sieben Uhr in der Früh, hörte ich eine fremde Frauenstimme in meinem linken Ohr. Der verschlafene Blick auf die andere Bettseite verriet mir, dass ich keine Dummheit beging. Da lag meine Frau und träumte von einem gemeinsamen Tag auf dem Balkon. «Bombay!» triumphierte die Stimme in meinem Ohr. «Sie fliegen heute nach Bombay – und zwar schon sehr bald.»
Der Hund wedelte freudig. So früh stand Herrchen in den letzten zwei Wochen nie auf den Beinen. Ich musste ihn enttäuschen. Statt Morgenspaziergang Kofferpacken, statt Eichhörnchen jagen eine kalte Dusche.

Eine gute Stunde später sass im Planungsraum und gähnte den Herrn Kapitän an. Mein Organismus war noch nicht im grünen Bereich, es fehlten noch mindestens vier Milchkaffees und das Studium der Morgenzeitung. Er deutete meine nonverbalen Zeichen richtig, riss den Flug an sich und bestellte genug Treibstoff für den Ausflug in den indischen Monsun. Acht Flugstunden und unzählige Gewitterzellen später, checkte ich im Hotel ein. Ich mag dieses Hotel nicht. Dieses Hotel hat eine ganz unsympathische Eigenschaft: es frisst Crewmitglieder! Jawohl, kaum angekommen, sieht man die Kolleginnen und Kollegen nicht mehr. Ich pendle zwischen Kaffeeshop, Restaurant, Pool, Fitness-Center und Lobby – niemand! Man(n) fragt sich tatsächlich, wer für das Verschwinden der zarten Geschöpfe verantwortlich ist. Keine Public-Viewing (schreibt man das so?) Area, die jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Plastiktrompetenspielen animiert; kein Bischoff, der Jungs bei sich versteckt und weit und breit kein Einkaufszentrum, dass bei lauter Musik überteuerte Textilien an die Frau bringt. Wer weiss, was die Kolleginnen und Kollegen so alles in den verwinkelten Räumen treiben. Es geht mich ja eigentlich nichts an ...

So sitze ich mutterseelenallein im Coffeeshop, beobachte die netten Leute, lese in meinen mitgebrachten Schriften und freue mich auf die letzten zehn Tage Bereitschaft. Ich hoffe, dass das Uhrwerk SWISS weiterhin reibungslos läuft und ich auf dem Balkon ausspannen kann. Der nächste fix geplante Flug ist am 13. Juli. Das reicht mir völlig, damit ist meine Fluglust genügend gestillt. Haltet durch Jungs und Mädels, werdet nicht krank!

Montag, Juni 21, 2010

Samstag, Juni 19, 2010

von Katzen ...



Während es draussen Katzen hagelt, geniesse ich die Stille und die Musse.
Bereitschaftsdienst hat dann seinen Reiz, wenn man nicht aufgeboten wird. Darum möchte ich am Tag wo es Katzen hagelt, keine schlafende Katze wecken.

Ich verziehe mich dann mal wieder, denn der Stress kommt schneller als einem lieb ist:

http://www.dieflieger.de/nairobitext.htm

Montag, Juni 14, 2010

2G

Es gibt viele Flüge, die zu lang sind, aber auch einige, die länger dauern dürften. Ach, habe ich gut geschlafen! Meine Nachbarin, eine charmante Schwedin, blond und hübsch, hat gesagt, dass ich schnarchte. Kein guter Beginn für einen Flirt, aber was soll‘s. Flirten wollten wir eh nicht. Wir kennen uns schon zu lange und arbeiten schon seit 1992 zusammen. Sie sitzt auf 2D, ich auf 2G und der Chef zu meiner Rechten auf 2K.

Zum Glück sind die Sitze in der ersten Klasse gross angeschrieben, denn merken kann ich mir die Positionen kaum. Viel zu wenig habe ich das Vergnügen, flach und begleitet von Sternekoch-Essen über den Wolken Richtung Yaoundé zu schweben.

Zu übermütig darf ich dennoch nicht werden. In knapp einer Stunde verschiebe ich meine Position um ein paar Meter nach vorne und nehme auf dem Copi-Sitz platz. Im gleichen Flugzeug, das wenig später zurück nach Zürich fliegt. Lange werde ich meine Position auf dem rechten Sitz im Cockpit aber nicht inne halten. Etwa drei Flugstunden vor Zürich lege ich mich zur Schwedin ins Bett – äh, nein, das muss heissen ins Bett der Schwedin. Wir wechseln die Aufgaben. Sie arbeitet, ich schlafe.

Notwendig wurde dieser Bettentausch, weil ein Copilot in der Hauptstadt Kameruns krank wurde und den Heimflug nicht antreten konnte. So wurden drei Piloten aus der Reserve aufgeboten, im Flugzeug gen‘ Süden geschickt, um in der gleichen Blechröhre und der gleichen Nacht zurückverfrachtet zu werden. Zusammen mit dem gesunden Kapitän werden wir drei Reservisten die A330 in die Schweiz pilotieren. «Full-Enlarged» nennt man so was in der Fachsprache und das bedeutet nichts anderes, als dass zwei komplette Pilotenbesatzungen den Heimflug durchführen. Ein Muss bei einer Arbeitszeit von über 17 Stunden.

Für mich ein Blitzbesuch in Afrika. Das wird einigen Fussballteams auch so gehen, doch das ist ein anderes Thema.

Samstag, Juni 12, 2010

Unbeständigkeit

Wikipedia kennt viele Erklärungen für den Begriff Instabilität. Die freiwilligen Experten reden da von Unbeständigkeit, mangelnder Standfestigkeit oder Schwächen in der Anordnung von Elementen. Ich bin ab morgen instabil, und zwar genau bis zum 15. Juli.

Leider Gottes gibt es da kein Medikament, keine Therapie und auch keine Globuli dagegen. Da muss man durch, in den sauren Apfel beissen und die Arschbacken zusammenkneifen. Harte Zeiten kommen auf mich zu und das nicht nur wegen mangelnder Standfestigkeit.

Wäre ich stabiler, dann wüsste ich genau, was ich heute Abend in den weissen Koffer packen würde. Weisser Koffer? Ja, ich nenne einen weissen Koffer mein Eigen. Das hat einige Vorteile. Die Verwechslungsgefahr ist gleich Null und dank meines Schneeköfferchen werde ich von vorschriftstreuen Kolleginnen und Kollegen regelmässig darauf hingewiesen, dass mein Teil – also den Koffer meine ich – nicht uniformkonform sei. Was natürlich nicht stimmt. Das Reglement sagt ganz klar, dass der Koffer – den wir übrigens selber berappen – schwarz oder alufarben sein darf. Und was hat das Aluminium in meiner Firma für eine Farbe? Richtig, es ist weiss.

Jetzt bin ich vom Thema abgekommen.

Bleiben wir bei der Instabilität. Mein weisser Koffer bleibt also heute Nacht leer, obwohl ich Morgen theoretisch in aller Herrgottsfrühe ein Flugi besteigen und in eine der vier Himmelsrichtungen abheben könnte. Ein bisschen viel Konjunktiv für einen alten Mann wie mich. Doch daran muss ich mich gewöhnen, das dauert bis zum 15. Juli. Ach, dieser Bereitschaftsdienst...

Wer weiss, vielleicht besuche ich nächste Woche ein Spiel in Johannesburg, vielleicht jogge ich durch den Central Park? Vermutlich schwitze ich aber in Delhi bei 43° C oder in dem von mir gehassten Muscat. Doch eine Hoffnung bleibt mir. Falls irgendwer der Crew-Planung mitliest, dann möchte ich ihr oder ihm an dieser Stelle meine Wünsche angeben:

OK:
SFO, LAX, HKG, BKK, NRT

MAYBE:
Africa, JFK ex ZRH, ORD, MIA (ohne Hurrican), BOS, YUL, GRU

NO GO:
PVG, MCT, DEL, BOM, JFK ex GVA, CAI, TLV, MIA (mit Hurrican)

Ein Instabiler dankt!

Sonntag, Juni 06, 2010

ein Sonntag in Hong-Kong

Es viele Arten, wie man in Hong-Kong einen Tag beginnen kann. Nicht zu empfehlen ist es, mit leerem Magen ein Tram zu besteigen. Wie ein Grashüpfer springt das schmale Ding von einer Seite zur anderen. Die Geleise stammen noch aus der Zeit des Tai-Pan und sind so ausgeleiert, dass die aufgestellte Spielkarte jederzeit zu kippen droht.
Ich war gerädert und ausgelaugt, als ich der Jasskarte auf Schienen entstieg. Dass es mit dem Hüpfen noch nicht vorbei war, merkte ich Sekunden später. Die Strassen waren gesperrt und voller Philipininnen. Richtig, es war ja Sonntag! Am Sonntag haben die Hausmädchen frei, dürfen ihre Paläste verlassen und können nirgendwo anders hin, als auf die Strasse. So springe ich also zwischen den ausgelegten Reismatten hin und her und erreiche schwitzend Pier 3.
Vielleicht nicht die schlauste Idee, an einem Sonntag mit blauem Himmel auf die Inseln zu fahren, doch siehe da, im Lieblingskaffee hat es einen Tisch frei.
Ein grosser Milchkaffee und ein Tisch unter Palmen – ach was soll ich noch schreiben, lassen wir die Bilder sprechen!


Mittwoch, Mai 26, 2010

Flugbücher

Wissen sie, was der wahre Reichtum der Piloten ist? Es ist weder der Haufen Geld, den sie angeblich verdienen und auch nicht die goldenen Streifen an den Ärmeln. Es ist die Zeit, die man losgelöst von Verpflichtungen und Terminen in fremden Städten geniessen kann. iPod, iPhone, iPad, iBook und andere iTerroristen auf OFF – kein Internet, kein TV, kein Radio – einfach nichts. Das sind Momente, in denen einige in Panik verfallen und andere als unendliches Glücksgefühl empfinden.

Ich gehöre zur zweiten Gruppe.

Mit einem Buch unter dem Arm sitze ich in ein Kaffee, auf eine Parkbank oder einfach in einen japanischen Vorortszug. Die Zeit spielt keine Rolle, hat keinen Wert. OpportunitätsKosten tendieren gegen Null – das Paradies schlechthin!
Das wechselseitige Abtauchen in die fremde Welt vor den eigenen Augen und die Phantasiewelt im Buch ist unbeschreiblich entspannend, bereichern und erregend!
Wichtig ist dabei die richtige Auswahl des Lesestoffs. Nicht zu schwer – thematisch und physisch – darf er sein, bitte keine Klassiker, die alle kennen, aber niemand gelesen hat und auch nichts melancholisches. Ideal für einen Zweinächter ist das Taschenbuch mit etwa 300 Seiten und einem Inhalt, der einem in jeder zweiten Seite zum Schmunzeln bringt.
300 reichen gerade für zwei Tage. Das Buch sieht danach aus, als wäre es hundert Mal ausgeliehen worden. Die Seiten sind zerknittert, das Cover zerzaust. Ich verschlinge die Bücher förmlich und lese sie bis zur Unkenntlichkeit. Mit der letzten Seite nehme ich Abschied und werfe es in den nächsten Abfalleimer. Die Geschichte verschwindet, ich schaffe Platz für neue Abenteuer. Manche verstehen das nicht, manche sehen das als Respektlosigkeit gegenüber des Autors an. Ich nicht. Ich bin einfach kein Sammler. Bücher sind für das Herz, für den Kopf und die Seele geschrieben worden, nicht um in Bücherwänden zu stehen.

So, trotz grosser Freiheit an meinen arbeitsfreien Tag habe ich einen Termin. Der Bus fährt gleich und ich entschwinde für ein paar Stunden in den Häuserschluchten von Tokio. Unter dem Arm ein Buch. Adieu liebe Leser, bis bald!


Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Fähigkeit, sich der Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen hast, lerne, es verkehrt zu lesen.

Wieslaw Brudzinski

Freitag, Mai 21, 2010

Bauernregel zum Pfingstwochenende

Wenn seit Wochen zum ersten Mal Balkonwetter herrscht, dann führe am Freitagabend den Mist aus.

Deutlicher hätte er mir nicht sagen können, dass er mich für einen Idioten hält....

Rundschau

Die neue Nummer ist Online.

Mittwoch, Mai 19, 2010

Schnapszahl



«A double latte and two Bagels?» Die Besitzerin der Kaffeerösterei hier an der 2nd Street lächelt und beginnt ohne mein Nicken abzuwarten, mit der Zubereitung des leckeren Getränks. Ein deutliches Zeichen, dass in ich der Vergangenheit zu oft nach Los Angeles reiste. Vielleicht sollte ich aber auch einfach meine Gewohnheiten ändern! Ich bin heute so, wie ich zu Beginn meiner Fliegerkarriere nie werden wollte. Was lachte ich hinter vorgehaltener Hand über alte Stewardessen, die sich nach dem Flug zurückzogen und die immer gleichen Trampelpfade benutzten! Wir nannten sie IBM-Hostessen – IBM für «ich bin müde». Und ich? Heute bin ich dauernd müde!
Die Bezeichnung «alt» wurde an Damen ab 40 vergeben. Ich werde am Samstag 44 Jahre alt… Gut, wir werden alle älter, ruhiger und gemütlicher. Gerade in diesen Tagen wird einem das deutlich bewusst. Im Mai hagelt es in meinem Umfeld nur so Geburtstage. Letzten Samstag war ich an einem Fünfzigsten eingeladen. Ein Fest wie wir es in unserem Alterssegment mögen. Musik mit Rhythmus, Weisswein vom Genfersee, Bänke zum Sitzen und Essen zum Sattwerden. Die Stimmung war herrlich und ausgelassen. Schlag 22 Uhr schaute mein Tischnachbar auf die Uhr und betonte gut hörbar für alle, dass es jetzt Zeit wäre für den Herrn Piloten. Gelächter rundherum. Es ist der Spruch, der seit Jahren an Partys fällt, wenn ich mit am Tisch sitze. Tatsächlich kam das Sandmännchen eine halbe Stunde später bei mir vorbei und die Augen fielen zu. Um elf Uhr war ich im Bett, das Fest dauerte laut Zeugenaussagen bis in die Morgenstunden.

In der Zwischenzeit bin ich kurz von meinem Platz im Kaffee aufgestanden. Noch bevor sich mein müder Hintern vom Sitz erhob, zischte der Milchschäumer. «Another double latte?» Logo, ich nehme immer einen Zweiten.

Zurück zum Müdigkeitsparadox. Da muss doch etwas dagegen gemacht werden! Ansätze gäbe es genug: Weniger arbeiten, etwas anderes arbeiten, nicht arbeiten, Drogen nehmen, Ziegen züchten, Fussgängerzonen mit dem eigenen Gesang beschallen, gegen den Euro wetten, noch einen «double latte» trinken – es zischt schon wieder hinter dem Tresen. Die Frau scheint mich zu verstehen.

Am Samstag feiere ich also Geburtstag. Eine Schnapszahl übrigens – und ich mag Schnapszahlen. Geboren am 22. im Jahr 66 um 22:22 Uhr, werde 44, habe 11 Kilogramm Übergewicht, wohne im Haus 33, habe eine 33 und zwei 44 in der Festnetznummer, zwei 66 und eine 22 in der Handynummer – Gründe genug, dass sich am Samstag mein Leben fundamental ändert. Vermutlich gewinne ich im Lotto – oder die Sonne scheint – oder wer weiss was.

Vielleicht habt ihr Ideen?

Donnerstag, Mai 13, 2010

Herbsttag

Nebel, Regen und 8°C – das musste ich gestern den Passagieren kurz vor der Landung in New York Kennedy verkaufen. Keine leichte Aufgabe. Leichter war der Auftrag, das Flugzeug auf den Boden zu bringen. Ein schwacher Wind von vorne, Sicht von fast drei Kilometern und – (ich brauche längere Gedankenstriche!) – einen kolosalen «Chlapf» beim Aufsetzen. Warum weich, wenn es auch hart geht?
Als wir vor dem Hotel standen realisierte ich erst, warum ich eigentlich so verdammt müde war. Die Uhr zeigte erst 14 Uhr Lokalzeit – das der Vorteil des frühen Fluges, der mit einem unmenschlich frühem Aufstehen in der Schweiz verdient werden muss.

Es regnete noch immer.

Eine halbe Stunde später rannte ich zu Jacky Kennedy oder dem Reservoir im Central Park, das nach der ehemaligen First Lady benannt wird. Durch die Pfützen, über die Dreckwege und auf den frisch gemähten Rasenflächen, machte ich Tempo, damit sich auf der Haut keine Frostbeulen bildeten. Scheisse – war das kalt!
Acht Kilometer später dann das Aus. Ich brach meine Runde ab und bestieg ein Taxi. Für zehn Dollar ruinierte ich dem Fahrer den Hintersitz, sparte aber 20 Minuten Asphaltjogging. Kein schlechter Tausch, vor allem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Nieselregen.

Es war noch immer hell.

In einem dunklen Pub fand ich Trost, andere auch. Es war an diesem späten Nachmittag zum Bersten voll. Waschbrettbäuche rannten über einen Rasen (wie ich vor Stundenfrist), es regnete (wie bei mir) und ab und zu gab es harte Landungen (auch schon erlebt am heutigen Tag). Engländer spielten gegen Spanier und ich tat gut daran, die in den blauen Shirts zu unterstützen. Ein Burger und ein paar Bier später verliess ich die Spelunke. Das Spiel war noch nicht zu Ende, die Pub-Besucher glaubten noch immer an ein Wunder.

Wenige Minute später lag ich unter der warmen Daunendecke. Draussen war es noch hell und es regnete noch immer. Egal, ich schlief ein. Irgendwo auf der Welt war schliesslich jetzt auch Zeit dafür.

Gute Nacht!

PS: Dass der Schreiberling absolut kein Fussball-Fan ist, hat man sicherlich gemerkt. Man könnte fast sagen, dass mir dieses Spiel am Arsch (sollte ich da jetzt Sternchen setzen?) vorbei geht. Buchstäblich nicht am Arsch vorbei, geht mir die Tour de France. Ich kann stundenlang am TV sitzen und zuschauen, wie Radler den Berg hoch hechten. Ein kleiner Vorgeschmack auf die TdF gibt dieses Video: