Samstag, September 05, 2009

JJ

Als «JJ» werden in den Bündner Bergen die wieder zugewanderten Bären bezeichnet. Meine Frau nennt mich auch schon JJ. Drei Wochen Ferien sind hinter mir und der wohlverdiente Winterschlaf hat mir gut getan. Meine Abneigung gegen Rasuren zeigt sich am Pelz im Gesicht und die rigorose Beeren- und Gemüsediät meiner Frau bescheren mir erste Erfolge beim Besteigen der Waage. Zum Glück haben wir in unserer kleinen Wohnung eine Dusche, sonst würde ich auch wie JJ riechen.

Gefahr droht mir im Moment nur von der Bündner Hochjagd und meinem irrationalen Ehrgeiz bei der Abfahrt auf Serpentinen mit dem Mountainbike aus edlem Material. «Carbon statt Kondition» haben neulich zwei Steinböcke in einem Werbevideo einem alternden Sportler nachgerufen. Ich passe ziemlich genau in dieses Bild.


Seit man mit Hilfe dem iPhone die gefahrene Strecke, die Geschwindigkeit und das Höhenprofil nach der Fahrt analysieren kann, mache ich mir auch keine Illusionen mehr über meinen Fitnesszustand. Auf zwei Stellen genau sehe ich meine gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit der Marke, die ich vor zwanzig Jahren beim Joggen erreichen musste, bin ich heute auf dem Rad zufrieden. Die Zeiten ändern sich, aber das ist auch gut so.

Auf meiner Joggingrunde über Stock und Stein hat mich letzte Woche eine Läuferin überholt, die zur Musik im Ohr summte und roch, als wäre die Parfümabteilung vom Jelmoli gleich um die Ecke. Da bevorzuge ich die Duftnote von «JJ».

Noch zwei Wochen bleibe ich in den Bergen. Zwei Wochen mit viel Bewegung, ohne Rasur und mit ordentlich Bärennahrung. Mögen mich die Jäger verschonen und mein Bike auch. Ohne Carbon komme ich gar nicht mehr die Berge hoch!

Kommentare:

  1. ...das macht mich als begeisterten hobbybiker und norddeutschen ziehmlich neidisch.
    interessant waere es jetzt auch noch zu verstehen worueber die beiden boecke da voller eifer diskutieren..?! gibt es von dem video vllt auch noch eine version in hochdeutsch?

    gruesse
    freshman

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  2. Nach so einem ausgedehnten Höhentraining dürften deine Landungen quasi-gedopt butterweich werden. Ok, das sind sie ja auch ohne... ;-)

    Gruess, G!

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  3. @freshman:
    ... schwierig das zu übersetzen.

    @G!:
    ... mein erster Flug nach den Ferien führt mich nach JNB. So hoch gelegen wie das Engadin, aber nicht ganz so mondän. Doch für die Landung kann das Höhentraining nur von Vorteil sein :-)

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  4. Nun, ich weiß jetzt nicht genau, wie ein Bär riecht. Kann nur beim Geruch von Kühen, Schweinen und Pferden mitreden. Sei's drum, der Geruch dieser Tiere ist mir allemal lieber als penetranter Parfüm- oder Deo-Geruch, möglicherweise noch gepaart mit Schweiß- oder Zigarettengeruch - sehr dezent *örks*. Und warum Leute sich vor dem Sport mit Parfüm-Deo einnebeln müssen, habe ich nie verstanden. Deshalb meide ich auch Muckibuden. Lieber draußen Kuhdung einatmen. Davon wird mir jedenfalls nicht schlecht.
    Weiterhin schöne Ferien im Engadin .-)

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