Dienstag, September 15, 2009

von Baustellen und Umzügen

Gerne wettern Autofahrer in den Sommermonaten über die vielen Löcher und Absperrungen auf dem Belag, der ihnen das Leben bedeutet. Zu allem Elend wird jetzt an dieser Stelle auch alles aufgerissen und umgebaut. Flexibilität heisst das Zauberwort, Anpassung und Angewöhnung.

Ich leite sie, liebe Leser, jetzt mit Geschickt um all die Hindernisse herum und führe sie direkt auf meine neue Seite. Wer subito zum noch fast leeren Blog gelangen möchte, klickt hier. Wer zuerst über die Haupt- auf die Neben- und dann auf die Blogseite navigieren möchte, klickt hier.

Natürlich verstehe ich all die treuen Leser, die ab heute auf einer halbfertigen Seite lesen müssen. Das ist so wie im richtigen Leben, fertig werden die Baustellen nämlich nie.

Zum Schluss möchte ich mich mit allen Ehren von splitduty.blogspot.com verabschieden. 381 Geschichten habe ich aus aller Welt auf dieser Plattform gepostet. Begrüssen wir das neue Kind, es heisst

flugschreiber.ch

Samstag, September 05, 2009

JJ

Als «JJ» werden in den Bündner Bergen die wieder zugewanderten Bären bezeichnet. Meine Frau nennt mich auch schon JJ. Drei Wochen Ferien sind hinter mir und der wohlverdiente Winterschlaf hat mir gut getan. Meine Abneigung gegen Rasuren zeigt sich am Pelz im Gesicht und die rigorose Beeren- und Gemüsediät meiner Frau bescheren mir erste Erfolge beim Besteigen der Waage. Zum Glück haben wir in unserer kleinen Wohnung eine Dusche, sonst würde ich auch wie JJ riechen.

Gefahr droht mir im Moment nur von der Bündner Hochjagd und meinem irrationalen Ehrgeiz bei der Abfahrt auf Serpentinen mit dem Mountainbike aus edlem Material. «Carbon statt Kondition» haben neulich zwei Steinböcke in einem Werbevideo einem alternden Sportler nachgerufen. Ich passe ziemlich genau in dieses Bild.


Seit man mit Hilfe dem iPhone die gefahrene Strecke, die Geschwindigkeit und das Höhenprofil nach der Fahrt analysieren kann, mache ich mir auch keine Illusionen mehr über meinen Fitnesszustand. Auf zwei Stellen genau sehe ich meine gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit der Marke, die ich vor zwanzig Jahren beim Joggen erreichen musste, bin ich heute auf dem Rad zufrieden. Die Zeiten ändern sich, aber das ist auch gut so.

Auf meiner Joggingrunde über Stock und Stein hat mich letzte Woche eine Läuferin überholt, die zur Musik im Ohr summte und roch, als wäre die Parfümabteilung vom Jelmoli gleich um die Ecke. Da bevorzuge ich die Duftnote von «JJ».

Noch zwei Wochen bleibe ich in den Bergen. Zwei Wochen mit viel Bewegung, ohne Rasur und mit ordentlich Bärennahrung. Mögen mich die Jäger verschonen und mein Bike auch. Ohne Carbon komme ich gar nicht mehr die Berge hoch!