Samstag, Februar 28, 2009

auf der Suche nach Kies

Ein Stein war der Anfang. Ein Matrose fand ein Exemplar und brauchte kein Einstein zu sein, um aus dem einen Stein viel Kies zu machen.
Etwas rohe Gewalt, wenig Hemmungen und ein Geheimnis, das weltweit seinesgleichen suchte, genügte, um Berge davon anzuhäufen. Der Matrose war ob des vielen Kieses glücklich und nannte sich fortan Ankermann, weil dies irgendwie globaler klang. Singend und musizierend lief er durch die Welt. In St. Moritz traf er während einer Kur einen anderen Kurer, der wie er am Kies interessiert war.
Also Ankermann könne er sich unmöglich nennen, meinte der Kurer und schlug auch gleich zwei mögliche Alternativen vor.
Ackermann sei in der Branche zwar bereits vertreten, aber Bankermann fände er auch gut, meinte der neue Berater und der Matrose mit dem vielen Kies entschied sich für die Kurzform des zweiten.

Banker zierte ab diesem Tag seine Karte und der Kurer wurde sein treuer Weggefährte. Zusammen zogen sie in die Welt hinaus und trafen zu ihrem eigenen Erstaunen Millionen von anderen Bankern mit ebensoviel Kies. Denen fehlte zwar das Ankergeheimnis, doch der Matrose wollte ein Unique Banker Superman sein, und nicht einer unter Millionen. Gut hatte er den Kurer und dieser zog wieder zum richtigen Zeitpunkt ein neues Ass aus dem Ärmel. Er, der Matrose, Verzeihung Ankermann, Verzeihung Banker musiziere doch so gerne und singe die Gospels an der Fasnacht so innbrünstig und ohne Grazie, darum schlage er Gospel ohne G als neuen Namen vor. Ospel, the Unique Banker Superman of the Universe!

Der Matrose war ausser sich, kaufte mit einem Teil des Kieses einen Dampfer, um dieses in aller Welt zu verteilen und zu vermehren. Ospel überlud das Fuder hoffnungslos und der Dampfer mit dem Namen Unique Banker Superman sank. Übrigens sehr zum Leidwesen eines Bauunternehmers aus dem nördlichen Nachbarland, der mit dem vielen Kies eigentlich Steinbrück bauen wollte.
Das Kies war weg und was mit dem Matrosen geschehen ist, wurde nie vollständig geklärt. Es soll Leute geben, die den Ospel auf einer Insel voller Palmen gesehen haben wollen.
Der Kurer kurt sich derweilen in einer halbstaatlichen Kuranstalt gesund, bevor er dem Ospel in absehbarer Zeit auf die Insel folgt.

Warum ich diese Geschichte erzähle. Der Merz steht stürmisch und tobend vor der Tür und draussen wütet ein Unwetter über dem Mittelmeer. Ich sitze in einem Strandkaffee in Tel Aviv, schaue der Brandung zu und hoffe, dass etwas vom vielen versenkten Kies angespült wird. Irgendwo muss es doch sein. Ich Grübel noch etwas weiter.

Kommentare:

  1. Schlicht und einfach: genial! Vielen Dank.

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  2. Wirklich beeindruckend gut geschrieben. Hut ab!

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  3. Biiiitte weiter grübeln - möchte ja auch weiter lachen. Endlich verstehe ich den Grund der Teuerungsraten am lokalen Schotterparkplatz...

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  4. Hab mir den "Flugnomaden" gekauft. Sicherlich der beste Lesestoff für das herrlich verregnete Wochenende, das vor der Tür steht.:-)

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