Mittwoch, September 17, 2008

Doktor

Der hier hat den Doktor gemacht und ich habe dafür gesorgt, dass die Doktoren nicht aussterben..... Ich ziehe vor lauter Respekt meinen Pilotenhut vor den Fähigkeiten dieser Herren. Der erwähnte schreibt, während er als Kurzstreckencopilot durch die Lüfte schwebt an der renommiertesten Uni der CH seine Doktorarbeit, der Chiropraktor befreit mich von meinem unnatürlich schrägen Gang und der Zahnarzt zeigt an einem Sonntag erbarmen mit einem einfachen Copiloten und erlöst ihn vom hämmernden Schmerz in der linken Oberbacke.

Alle guten Dinge sind drei und so hoffe ich doch, dass ich die paar verbleibenden Ferientage ohne Doktoren und beschwerdefrei geniessen kann.

Kommentare:

  1. Peter, dieser Doktor kann Dir nicht helfen, Guy`s Doktorarbeit hat zwar ein sehr interessantes Thema, aber er kann eben nicht bei der Zahnwurzel helfen! Aber die Diss. würde ich trotzdem gerne mal lesen.

    Gruß Anna

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  2. Renommierteste Universität der Schweiz? Solches Lob hört man in St. Gallen gern, gerade bei den Juristen. Zum Glück hält sich der gute Ruf hartnäckig, selbst bei jenen, die es eigentlich besser wissen müssten!

    Und Glückwunsch an Guy. Ich gönne jedem einen Job, der noch Zeit lässt für eine Dissertation. Leider muss man dafür meistens beim Staat oder bei staatsnahen Betrieben wie Airlines arbeiten. Aber auch gut, irgendwie zocken wir alle den Staat ab, wir müssen ja unsere Steuern amortisieren! :) :) :)

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  3. Die Swiss halbstaatlich? Da hast Du was verpasst Gustav. Banken sind seit neustem halbstaatlich....

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  4. Die Crossair, die sich heute SWISS nennt, ist natürlich nicht staatlich oder halbstaatlich, andererseits gäbe es ohne Milliarden der Eidgenossenschaft die Crossair/SWISS zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich nicht mehr. Darüber hinaus profitiert die Luftfahrt von sehr grosszügigen Rahmenbedingungen durch die Eidgenossenschaft und die meisten anderen Staaten, teilweise auch von direkten oder indirekten Subventionen. Ich würde die SWISS deshalb als «staatsabhängig» bezeichnen.

    ABER all das ist an dieser Stelle natürlich OT, denn unabhängig davon ist das Verfassen einer Dissertation eine bewundernswerte Fleissarbeit. Ich weiss zwar nicht, wieso ein Pilot einen Dr. iur. benötigt und würde mir eher Piloten wünschen, die Dr. ing. sind, aber da pflege ich wohl ein Pilotenbild, das längst nicht mehr dem heutigen Busfahrer der Lüfte entspricht. Kurz und gut, herzlichen Glückwunsch an den fliegenden Doktor der Jurisprudenz! :)

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  5. @Anna: Ich hoffe, Dr. Gächter macht seine Dissertation im Internet zugänglich. In Bibliotheken und bei einigen wenigen Privatpersonen im Regal zu stehen ist zwar erfreulich, aber im Informationszeitalter muss man auch bei Google zu finden und vor allem zu lesen sein. Früher war die Eigenpublikation im Internet an der HSG leider verboten. Hat sich dies inzwischen geändert?

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  6. Würde das Teil trotzdem gern lesen, weil interessant. im We oder in der Biblio. Haha.. Finde das Thema gut.

    Gruß Anna

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  7. @nff
    Danke... im Unterschied zu den anderen beiden Döktis kannst du (inzwischen... ;-)) mit mir reden, ohne dass der Honorarticker läuft. Dafür bringts gesundheitlich nicht soviel ;-)

    @Gustav
    Ich habe die Dissertation während meiner Zeit bei Swiss beendet und nicht vollständig geschrieben (vgl. mein Blog). Alles andere ist bei unseren Schedules UND dem Aufwand einer Diss auch gar nicht möglich. Dass sich das Gerücht, dass wir Piloten sowieso maximal einen 50% Job haben hält, hat mit dem Bild in den Medien und der überall anzutreffenden Ignoranz der Menschen zu tun: Die meisten vermeiden es nämlich, über ihren Tellerrand hinauszuschauen um zu sehen, wie's anderen Berufsgruppen ergeht - in den allermeisten Fällen nicht besser als einem selber....
    Die Swiss halbstaatlich oder staatsnah? Ja genau...


    @anonym
    Fürs fliegen benötige ich in der Tat keinen Dr. iur., das mag stimmen. Obwohl, wer unsere operationellen Bücher liest, erkennt mehr juristische als andere Probleme... Ein Dr. ing. bringt übrigens auch nur wenig mehr Nutzen, denn bekanntlich reparieren und konstruieren wir unsere Flugzeuge nicht selber...

    @anonym II
    Meine Diss wird nicht im Internet frei zugänglich werden, da muss man sich schon in eine Uni-Bibliothek begeben...

    G!

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  8. Danke für die Klärungen G!

    Meine Copilotendiss "der Flugnomade" ist frei zugänglich und kann auch gekauft werden! Ich schicke dir ein Exemplar morgen ins Fach, dann kannst du auf der Strecke Werbung machen.

    Z.B. so:
    Zuerst lachen, dann drei Mal genial sagen, dann Buch wegziehen, dass Chef nicht sieht was du liesst, dann wieder lachen, zwei Mal genial sagen und dann das Buch zeigen - oder wie sagt mein Nachbar Roman immer: DEAL OR NO DEAL?

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  9. Mensch, das Swissair/Crossair/Swiss/Lufthansa-Trauerspiel oder die Frage, ob Piloten (zu) viel oder wenig arbeiten, ist in diesem Zusammenhang doch irrelevant!

    Herzlichen Glückwunsch an Dr. Gächter – Deine Ausdauerleistung verdient Anerkennung!

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  10. Nachtrag: Mit Bedauern lese ich, dass Deine Diss. nicht online verfügbar sein wird. Hast Du Dich bewusst gegen «Open Access» entschieden oder sieht die HSG «Open Access» nicht vor?

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  11. Meistens lesen die Diss genau fünf Leute: der Schreiber selber, Prof, Ko-Referent und die Eltern. Spannend ist, was danach kommt.

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  12. @NFF

    VIELEN DANK, habe mein Postfach endlich wieder einmal (PFER) geleert! Nach den ersten Eindrücken werde ich sogar unaufgefordert Werbung machen:-) Die Antwort folgt demnächst in Deinem Fach...


    @Martin
    Die HSG ermöglicht eine Einreichung der Diss mit 100 Pflichtexemplaren (die an einen vorgegebenen Verteiler inkl. den Uni-Bibiliotheken gehen) oder elektronisch als PDF (EDIS = http://www.unisg.ch/www/edis.nsf) vor. Die wahl liegt beim Doktoranden.

    Nach der Promotion liegt das geistige Eigentum beim Verfasser und er kann damit machen, was er will.

    Ich habe den "altmodischen" Veröffentlichungsweg gewählt und mich bisher noch nicht für eine offene (sprich PDF) Veröffentlichung entschieden.


    @peter practice
    ...also meine Eltern lesen meine Diss sicher nicht... dann wärens noch 3...

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  13. @g!: Wie gesagt schade, aber Deine Entscheidung, die ich allein schon aufgrund Deiner tollen Leistung gerne respektiere! :)

    BTW: Das «Fliegender Dr. iur.» im Lokalteil war wirklich treffend! :D

    @Peter Practice: Die Dissertation von g! dürfte durchaus von einigen weiteren Personen gelesen werden, ich habe sie mir unter anderem zur Lektüre vorgemerkt.

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