Freitag, Juni 27, 2008

Autsch!


Wenn sich die Schwüle über die Stadt legt und das Thermometer die dreissig Grad Grenze überschreitet, dann beginne ich zu leiden. Mein Körper rebelliert, verweigert die Nahrungsaufnahme und fleht mich förmlich an, ich solle mit ihm doch in höhere und damit kühlere Gefilde flüchten.

Gerne erfülle ich ihm diesen Wunsch und so erstaunt es auch nicht, dass ich Stunden nach der letzten Landung im klimatisierten Wagen Richtung Engadin steuerte. Der Hund dankte es mir, meine Frau dankte es mir und auch das eigene Fleisch und Blut freute sich darüber, dass sich während des abendlichen Spazierganges mit dem Vierbeiner auf dem Arm Hühnerhaut bildete. Es darf darum auch nicht erstaunen, dass entgegen allen Regeln der kulinarischen Gepflogenheiten, am Abend auf unserem Tisch unter freiem Himmel ein Käsefondue blubberte. Und wie es schmeckte!

Natürlich besteht bei dem abrupten Wechsel zwischen tropischem Stadtklima und erfrischendem Bergsommer die Gefahr, dass man(n) übermütig wird. Wanderkarten werden aufgespannt und abenteuerliche Touren geplant. Frau und Hund beobachten dies mit Argusaugen und zeigen sich nach der intensiven Vorbereitung erleichtert, dass die Steigeisen auf der geplanten Wanderung nicht gebraucht werden.

Leichten Fusses geht es den Berg hoch und lockeren Schrittes abwärts. Mein Hund entscheidet sich für die Direktlinie und ich folge ihm. Ein nasser Stein, ein nicht druckreifer Fluch und ein mitleidiges Autsch von meiner Frau. Ich liege im Dreck und mache ein kurzes Inventar meiner Knochen. Alle noch ganz, nur mein rechter Ellenbogen hämmert ein wenig und färbt sich unter einer Schicht Waldboden blutrot.
Tapfer den Schmerz unterdrückt und kurz die verletzte Stelle im Bergbach gereinigt, ging es weiter. Irgend ein Käferchen nistete sich in der Zwischenzeit im Wundbereich ein und sorgte dafür, dass mein rechter Unterarm zwei Tage später dicker war als Schwarzeneggers in den besten Zeiten.
Ein Besuch beim Arzt war ebenso unvermeidbar, wie der Einsatz einheimischer Chemie. Auf dem Beipackzettel stand, dass man auf die Bedienung schwerer Maschinen während der Einnahme des Medis verzichten sollte. Das mache ich nun und darum dauert es etwas, bis ich an dieser Stelle wieder vom Fliegen berichte.

Kommentare:

  1. Wünsche rasche Genesung!

    Gruss,
    Ron

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  2. Auch von meiner Seite gute Besserung!!

    Gruess Chregu

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  3. auch ich wünsche gute Besserung..

    und für uns alle hoffentlich bist du bald wieder auf dem Flieger.

    Grüessli Silvia

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  4. ... besten Dank für die Genesungswünsche! Es sieht so aus, als ob ich am 1. Juli wieder auf der Matte stehe!

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  5. Hmm. Interessant. Als "schwere Maschine" zählt ja bestimmt schon eine Lok oder ein Triebwagen?

    Da muss ich mal drauf achten wenn ich mal wieder zum Arzt muss. ;-)

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  6. ... die Fliegerei kennt da ziemlich strenge Regeln, was ich auch absolut begrüsse.
    Sicherlich wäre es in vielen Berufen auch angebracht, wenn die Konsumenten mancher Stoffe sich in Vorfeld überlegen würden, ob sie noch voll einsatzfähig sind.

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  7. Gute Besserung auch von mir.
    Hoffe doch sehr, dass du trotz der vielen Chemie die zusätzlichen freien Tage ein wenig geniessen kannst.

    Herzliche Grüsse
    Angi

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  8. ..... klaro - dieser Bergsommer muss einfach genossen werden!
    Danke für die Besserungswünsche!

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  9. Von mir ebenfalls gute Genesung, und hoffentlich kannst du morgen wieder in die Lüfte! ;)

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  10. ... Ja, Morgen stehe ich wieder auf dem Parkett. Der Arm sieht wieder normal aus. Ein HOCH auf die Chemie!

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  11. Für gute Genesungswünsche bin ich ja nun ein wenig spät dran.

    Freue ich mich halt mit Dir, dass der Bergsommer vom Ausrutscher abgesehen schön war und dass es Dir jetzt wieder gut geht :-)

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  12. muss mir auch noch irgendwie überlegen wie ich es anstelle, im nächste Jahr die Erholungswoche nach dem OpenAirSG nicht als Ferien abbuchen zu müssen... ;)

    ... nff pass auf dich auf; solche Dinge können ganz böse enden, vor allem wenn sie weit ab jeglicher westlicher Gesundheitsversorgung geschehen (wobei ich das Engadin mit seiner Spitaldichte kategorisch ausschliesse ;)

    Wünsche guten Start in den neuen Monat!

    Chris

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  13. Ein Hoch auf deinen Glauben an die CHEMIE!

    Damit unterstützst du dein IMMUNSYSTEM, welches schliesslich auch gute Arbeit leistet - so wie du im Cockpit...

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  14. Da mein "Killermonat" überstanden ist, komme ich endlich wieder dazu, die offenen Blogpendenzen nachzulesen. Möchte mich selbstverständlich mit den besten Genesungswünschen anschliessen. Aber wenn Du inzwischen schon wieder in the air bist, ist auch mein Vorschlag, Dich zu ersetzen, nicht mehr angebracht ;-)

    G!

    PS: Ich sags ja schon immer: Hunde sind Tiere und sollen wie solche behandelt werden. Und wenn man das dann tut, dann sollte der Mensch seine Grenzen kennen und wissen, dass er (bewegungstechnisch...) KEIN Tier ist...*grins*

    PPS: War grad mit Lara D. unterwegs...soll Dich grüssen lassen!

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  15. Gute Besserung - das Foto ist herrlich!

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  16. ach, übrigens, wenn wir schon beim engadin sind, könntest du nicht für morgen für die engiadina classics einen touch&go mit deiner a343 organisieren? ;)

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  17. .... an mir würde es nicht liegen :-)

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