Montag, März 24, 2008

Ei-Phone Suche

Unser Nachbarsbub hat uns Teigosterhasen gebacken und ich möchte mich für die leckeren Hefetiere revanchieren. Da kommt der österliche Flug nach Hongkong natürlich gelegen. Zehnjährige Jungs interessieren sich für Flugzeuge, Panzer und kriegerische Spielkarten aus japanischer Produktion.

So bin ich mit der Undergrundbahn noch Norden gerast und habe die Strassenmärkte nach Geschenken abgesucht. Selbstverständlich war ich an diesem Ostermontag nicht alleine auf der Suche nach versteckten Geschenken. Österlich korrekt und absolut dem Zeitgeist entsprechend, liefen viele der Passanten mit grossen Augen durch die engen Gassen und hielten Ausschau nach Osternestern. Vor den Telekommunikationsläden bildeten sich die grössten Trauben. Jedermann schien nach dem Ei-Phone zu suchen und da und dort hatten auch Vereinzelte Erfolg. Dass die Chinesen nach den Kultteil aus dem Hause Apple so verrückt sind, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Denn weder der Schwarzmarktpreis noch die technischen Finessen erreichen fernöstliches Niveau, aber scheinbar scheint dies gar nicht so wichtig zu sein.

Darum heisst es vielleicht auch Ei-Phone. Eine einfache, aber geniale Verpackung mit einem noch einfacheren, aber durchaus schmackhaften Inhalt. Ähnlich wie das Naturprodukt aus dem Bauch des Huhns, hat das Schwarzmarkt Ei-Phone eine beschränkte Haltbarkeit, nämlich exakt bis zum nächsten Update der Apfelzentrale. Trotzdem will jedermann so ein Teil haben und darum bekomme ich vor jedem Flug in die USA ein paar Mails mit der Bitte, das Objekt der Begierde nach Hause zu bringen. Diese Marketingstrategie der beschränkten Verfügbarkeit erinnert mich irgendwie an den Swatch-Hype Ende der 80er Jahre.

Mittlerweile habe ich den Markt in «Sham Shui Po» ohne Erfolg abgegrast und auch der «Ladies Market» in Mongok scheint die Bedürnisse der zehnjährigen Jungs aus der Schweiz nicht zu kennen. Eigentlich komisch, denn bei früheren Besuchen wimmelte es nur so von fliegenden Kampfmaschinen und Panzermodellen von allen Armeen. Als ich nicht einmal die kriegeischen Spielkarten fand, erkundigte ich mich bei einem lokalen Fachmann über den unerklärbaren Mangel. «Es stünde alles Kriegsmaterial in einer nördlichen Bergregion», meinte der Kenner und ich verstand den Wink mit dem Zaunpfahl.

So sitze ich einmal mehr in einem Kaffeehaus und blicke auf die Strasse hinaus, während sich das Tageslicht langsam verabschiedet. Gegenüber hat es - wie könnte es auch anders sein - ein Telekommunikationsgeschäft, das die oben beschriebenen Geräte anpreisst. Um mit einem Produkt Erfolg zu haben, muss man also dafür sorgen, dass es schwer zu kriegen ist, dass es kultig ist, dass es einmalig ist und dass der Besitzer sich sicher ist, dass er zu den Ersten gehört, die das Teil im näheren Umfeld besitzen.

Es gibt sie, die Nachfolger der Swatchuhren und der iPhones. Gerade neulich ist wieder so ein Produkt auf dem Markt erschienen. Einfach, aber zweckgemäss verpackt, mit leicht verständlichem Inhalt und nur in versteckten Märkten erhältlich. Man kann es in urbanen Kaffeehausketten genauso lässig präsentieren wie in der Strassenbahn. Es bietet Platz für Notizen, kann aber genauso gut im eigenen Heim ausgestellt werden. Es braucht keine Batterien und ist unabhängig von Funknetzten und WiFi Stationen geniessbar. Wer es jetzt erwirbt, hat noch die Chance zu den ersten zehn Personen zu gehören, die es in den Händen halten. Mein Buch kriegen sie HIER oder HIER.

Kommentare:

  1. Hallo Peter
    Soeben Bestellt. Mal schauen was für Geschichten drin stehen.

    Grüessli Markus

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  2. Wollte gerade bestellen. Aber die 10 Franken für Versand haben mich dann doch nochmals zurück schrecken lassen...

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  3. Hier:http://www.buchhaus.ch/csp/shop/lus/bpm.html.cms.cBroker.cls?CSPCHD=0030000100004hvcok5N000000aZ293Zx$3_GsOfqCjBMNXQ-- kostet es nur 6.50 B-Post. Oder Gratis abholen im Laden.

    Gruss Markus

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  4. Danke Markus für den Link.

    Auf Buch.ch kann man auch bestellen, da ist das Porto 3.5 Fränkli.
    Leider muss man bei den Lieferfristen etwas Geduld haben, Book on Demand hat halt auch Nachteile .....

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  5. Ich hatte das Vergnügen, das Buch vor rund einem Jahr zu lesen. Ich hatte dazumel NFF schon gesagt, er solle das Buch veröffentlichen.
    Unterhaltsam, witzig und spannend geschrieben - die 188 Seiten vergehen wie im Flug (A330 oder A340). Absolut lesenswert, ich kann das Buch jedermann/frau empfehlen.

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  6. Danke für die Rezension :-)

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  7. Da kommt mir natürlich eine Frage:
    Plötzlich gibt unser NFF, aka Peter Tilly seine Identität bekannt.

    Bisher dachte ich immer, du hättest versucht, deine Anonymität zu wahren, und deshalb immer Fotos ohne Gesichter publiziert und niemals deinen Namen genannt.

    Es war wirklich schwer, deinen Namen zu finden. Doch zum Glück kam mir an Weihnachten vor einem Jahr der Zufall zu Hilfe.

    Gruss
    IVI

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  8. Also wenn man den Buchdeckel liest, so klingt das alles für mich nach der "Porta Alpina". Ist das Bewusst, dass Samedan zu Sedrun wird und der Flugplatz zum Bahnhof?

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  9. Nein, das ist ein Synonym! Wusste gar nicht, dass einer mit diesem Namen fliegt...

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  10. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Ich habe Ende 2006 zwischen ZRH und GRU verschlungen und meine Mitreisenden hatten auch ihre helle Freude, da ich mir manchen Lacher nicht verkneifen konnte. Also: Kaufen :-)

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  11. Danke, ich werde ganz verlegen :-)

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  12. Hallo Peter

    ist dies das gleiche Buch, das wir mal in Blogform lesen durften? Wenn ja, dann kann ich es wärmstens empfehlen!

    Viel Erfolg
    Angi

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  13. HERZLICHE GRATULATION zur Veröffentlichung!

    nff, Pilot, Blogger, Autor ... hm, noch 50 Jahre und weitere Funktionen dazu und du kannst mit SM gleichziehen ;-)

    happy flights, G!

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  14. .... ICH VERBITTE MIR DEN VERGLEICH MIT MS - erstens bin ich noch nicht so dick, zweitens rauche ich keine Zigarren, drittens spreche ich einen schöneren Dialekt und viertens ist er so viel ich weiss nie 747 geflogen :-) - dafür habe ich ihn im Buch erwähnt -> also kaufen!

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  15. Lieber Peter,
    Ich freue mich sehr für dich, dass diese spannende Geschichte nun endlich veröffentlicht wird.

    Seit geraumer Zeit hat die "Suvretta Connection" in unserer Ferienwohnung ihren Stammplatz in der Bibliothek und wird mehrmals pro Saison gelesen.
    Mit Blick auf den Flugplatz Samedan mit dem immer intensiveren Verkehr von Privatjets, der aufmerksam vom Sofa der Wohnung aus inspiziert wird, und dem mir unverständlich boomenden 2. Wohnungsbau mit astronomischen ausarteten Preisen... ist deine Geschichte doch sehr nahe an der fraglichen Wahrheit.

    Viele deiner Figuren kann ich spontan mit mir bekannten realen Persönlichkeiten assoziieren...

    Absolut spannend, wie sich das wunderschöne Tal und die, zum Teil auch wunderschönen (beurteilt wurden nur Weibchen), Einheimischen in Zukunft im Umgang mit den exklusiven Gästen entwickeln werden.

    Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen.
    Spannend, witzig, frisch, ironisch, erotisch, bildend, nachdenklich, ...

    NFF: Hier meine Kontonummer:XXX, für das versprochne Honorar für die geleistete Werbung :-)

    Gruss

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  16. nff, S - M ... nicht M - S. es hat wohl einen grund, dass diese beiden die initialen (und nicht nur das) teilen, aber in diesem fall NICHT verwechseln.

    !G, äh G!

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  17. @zugi:
    Danke für die Werbung. Ich werde mich im Engadin mit einem .. - mh was soll ich sagen - .. mit einem leckeren Cappuccino mit Torte im Kafi Lager (oder Laager?) revanchieren.

    @G!:
    Einigen wir uns aus M.S. sprich Martin Suter und wir sind alle zufrieden :-)

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  18. Nachdem die halbe Crew gestern zu Fuss von der 34 St. bis zum Glaspalast an der 5th Av. gelaufen ist, kann ich heute getrost vermelden: IPhones sind in JFK und anderswo im Moment einfach ausverkauft. Nur in dubiosen Shops kann man sie erstehen, das 8 GB bereits unlocked für bis zu läppische 600 USD. Verschieben wir das ganze getrost auf nächste Woche in ORD oder BOS. Denn auch der Apple Shop in Soho meinte, man wisse wirklich nicht wann neue kämen, aber die nächsten 5 Tage wohl eher weniger.... Man könnte denken, dass ganze Leben besteht nur noch aus dem HABEN von einem IPhone, da komme ich mir mit meinem 3 Jahre alten Handy schon total out vor...

    Nachdem dann keiner eines bekommen hat, meinte ich nur, sie sollten doch lieber Dein Buch kaufen, das wäre viel kultiger ;-) und würde noch gleich den Intellekt fördern, aber die Welschen (60% der Crew) können dies leider nicht nachvollziehen ;-)

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  19. ... danke für die Gratiswerbung bei den Welschen :-)

    Die extrem Shoppingsüchtigen mieten in Boston einen Wagen, fahren nach Salem und kaufen im dortigen Appleshop alles was das Herz begehrt. Grund: Salem liegt in New Hamshire und NH kennt keine Sales Tax. Link: .apple store SALEM

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  20. @nff: Kaffee und Kuchen - das ist so gebucht, wunderbar.
    Wir müssen nur mal schauen, dass wir uns im Engadin dann tatsächlich mal über den Weg laufen...

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  21. .... das wird schon klappen Zugi!

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  22. Das hat man nun davon, dass man sich vor lauter Zeitmangel das Copiloten-Blog im FeedReader lange 'aufgehoben' hat: Man krieg nichts mit von dem was die Welt bewegt, aber auch schon gar nix.

    Glückwunsch zum Buch!

    Und um mich noch diversen Vorschreibern anzuschliessen: Sehr lesenswert und ausnehmend amüsant (dabei kenn ich das Engadin nur flüchtig).

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