Donnerstag, Oktober 11, 2007

japanische Freudenhäuser

Diese fernöstlichen Häuser der Lust, des Genusses und der Freude unterscheiden sich wenig von den wenigen Exemplaren, die ich von meinen heimischen Streifzügen her kenne. In der Regel legen diese Häuser auf Diskretion sehr viel wert. Ja man könnte fast von einer inszenierten Bescheidenheit sprechen.
Damit man im fernen Japan diese Lokalitäten auch findet, ist zumindest eine kleine Portion Ortskenntnis unumgänglich. In der Regel ist der Eingang zu diesen Genusstempeln mit roten Stofffetzen gut getarnt. Nicht selten prangern grosse Schriftzeichen auf diesen Tüchern und informieren den dem Japanisch mächtigen Besucher, über den gebotenen Service.
Langnasen wie ich sind da natürlich hoffnungslos benachteiligt und darum schreite ich jeweils mit einer gehörigen Portion Respekt durch die Pforte und freue mich dann umso mehr, wenn das Gebotene genau meinem Geschmack entspricht.
Es ist doch immer wieder ein befreiendes Gefühl, wenn man einen Ort der Leidenschaft betritt und inmitten Gleichgesinnter seine Lust befriedigen kann.
Auch optisch bieten die beschriebenen Häuser so einiges. Zumindest in Japan genügen diese Lokale hohem architektonischem Anspruch, sind immer peinlich sauber gehalten und garantieren höchste Genüsse. Natürlich bleibt auch immer ein kleines Restrisiko bestehen. So zeige ich für einen Kollegen durchaus Verständnis, der sich vor Monatsfrist geweigert hat, solch eine Institution zu betreten. Er hat zu Hause Frau und Kind, trägt Verantwortung und kann unmöglich mit einer Krankheit nach Hause kommen, für die es noch immer keine Impfung gibt.
Jetzt aber zurück zum Angebot. Japaner verstehen es einfach, das Frischfleisch im richtigen Licht zu präsentieren. Nachdem sich der Gast gesetzt hat und je nach Lust Bier, Sake oder Grüntee konsumiert, beginnt die unvergessliche Show. Auf einem Band laufen die entblössten Köstlichkeiten vor den Augen der Gäste vorbei. Das feuchte Tuch, das eigentlich zum Reinigen der Hände vorgesehen ist, wird auch gerne zum Abwischen des Speichels benutzt, der rege aus beiden Mundwinkeln läuft.
Zurückhaltung ist angesagt, denn der Zeremonienmeister lässt gerne am Anfang die günstigen Objekte vorbeisausen. Gäste, die sich nicht zurückhalten können, sind selber schuld, wenn sie aufgrund ihrer Ungeduld die alten und zähen Dinger erwischen. Auf zartes und weisses Fleisch folgen rosa Farbtöne auf grünem Beet. Sind an einzelnen Gerippen noch da und dort Haare zu erkennen, präsentieren sich andere glatt wie polierte Kugeln.
Kenner der Szene fragen sich jetzt natürlich, wie teuer der Spass wird und wie sich danach die Rechnung präsentiert. Wäre ja erstaunlich, wenn sich die Japaner hier nicht auch etwas Spezielles ausgedacht hätten. Die knackigen, jungen und zum Anbeissen schönen Objekte liegen auf verschiedenfarbigen Unterlagen und genau diese Unterlagen bestimmen den Preis. Je frischer desto teurer, mit dieser simplen Formel lässt sich die Preisgestaltung sehr einfach beschreiben.
Nur mit dem Schlankheitswahn von uns Europäern, halten die Japaner nicht wirklich mit. In diesem Land treibt der Fettanteil den Preis in die Höhe und da unterscheiden wir Europäer uns ja wirklich deutlich von den Insulanern.
Ja was soll ich Euch noch vom Freudenhaus erzählen. Hat man das Objekt der Begierde einmal ausgewählt, reichen Worte zum Beschreiben der empfundenen Lust einfach nicht aus. Wie soll ich einen Vorgang in Sätze fassen, der mir fast den Verstand raubt? Das muss man einfach selber erleben. Und glauben sie mir, es bleibt selten bei einer Sünde! Bald folgen Nummer zwei, Nummer drei und und und......
Üblicherweise schleicht sich beim Verlassen des Hauses das schlechte Gewissen ein. Zuviel wurde gekostet, zuviel wurde probiert und der Bauch schmerzt an allen möglichen und unmöglichen Stellen.
Ja so ein Besuch im Sushirestaurant macht wirklich Spass und grosse Freude. Da ist die Bezeichnung Freudenhaus sicherlich angebracht. Oder finden sie nicht?

Kommentare:

  1. Da wollte "jemand" wohl wieder (noch) mehr Zugriffe und Kommentare auf seiner Seite haben?? ;-))

    PS: Ach ja...danke für mein erstes Lächeln am heutigen Tag.

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  2. Ich dachte schon nana.. mein lieber Schieber, dass will doch keiner Wissen. Aber ist ja alles ganz harmlos :-) Echt zum Schmunzeln!

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  3. haha herrlich dieser bericht! und passt auh gut zum vorherigen ramadan bericht.mit freude und grosser *lust* lese ich ihre berichte auch wenn ich rohen fisch nicht mag !
    weiter so!
    barbara

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  4. LoL! Hab echt gelacht! Klasse!

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  5. Danke für die Kommentare ;-)

    Glaubt mir, wie ich das wieder genossen habe ..........

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  6. Ich liebe Sushi. Zum Glück gibt es inzwischen genügend "Freudenhäuser" in der Nähe.

    Danke für den spaßigen Beitrga

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  7. Hast du eine Wette mit Google abgeschlossen? Deine Leserzahl möglichst schnell, möglichst hoch bringen? Deshalb tarnst du wohl jeden Bericht so, dass möglichst viele erotische Schlagworte integriert sind :D

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  8. das Leben ist nun mal erotisch!

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  9. Dachte noch "Ach du Sch..., der nff wird doch nicht..." Ganz schön reingelegt haben Sie mich da.
    Übernächste Woche bin ich auch wieder dran und im Freudenhaus war ich noch nie.

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  10. So nebenbei... Wie kommst du eigentlich auf "Splitduty"? Die meisten nehmen doch www.mylife... oder www.pilotenblog..., etc.

    Splitduty hat ja überhaupt nix mit deinem namen zu tun. Nicht mal Initialen...

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  11. Die Aufenthalte an den Destinationen werden immer kürzer. Ein sehr kurzer Aufenthalt, der nur ein paar Stunden dauert, nennt man in unserer Firma "splitduty".

    Daher der Name....

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  12. Wie sehr sehne ich mich nach diesen Worten zurück zu den schönen Osaka (Sushi) und Tokio-Aufenthalten (Tepanyaki), die in Frachtertagen immer mit dm Kontrastprogramm in Fairbanks (Prime Rib, Minors Cut) verbunden waren...;-))

    Gruß von der Kurzstrecke,

    Golfox

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  13. .... Fairbanks ist ein weisser Fleck auf meiner Reisekarte - leider.

    Bald werden den vier Streifen sicherlich auch die weite Welt gezeigt und dann hoble ich vielleicht von Slot zu Slot.

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  14. jaja...jeder muss seine bedürfnisse befriedigen. da kriegt man lust, mal was exotisches auszuprobieren.

    obwohl ich nicht glaube, dass dieser text unbedingt die zugriffe steigert. da fehlen die schlagwörter.

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  15. ein klassischer NFF :-) lesenswert und nachvollziehbar...

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