Samstag, Mai 26, 2007

liebe Sportsfreunde

Das Schreiben dieser Zeilen fällt mir nicht leicht, aber ich denke es ist an der Zeit, mit der Wahrheit endlich ans Tageslicht zu rücken.
Ich habe in den letzten Tagen rührende Bilder von Bjarne, Erik und all den anderen gesehen und möchte mein Gewissen ebenso erleichtern.
Liebe Sportsfreunde, ich muss Euch gestehen, dass ich den grössten Erfolg meiner Sportlerkarriere, - den Kategoriensieg im Schülerfussballturnier 1977 im zürcherischen Schlieren -, nur dank Einsatz unerlaubter Mittel errungen habe.

Es soll nicht als Entschuldigung gelten, aber ich war bei weitem nicht der Einzige. Alle haben dieses koffeinhaltige Getränk mit dem unvergesslichen Namen «Vivi-Cola» fast schon exzessiv in Extra POrtionen getrunken und auch die Beschaffung des Gesöffs war für uns Knirpse viel zu einfach. So kickten wir im Sommer 1977 mit Koffeinwerten im Blut, die heute jeden Dopingkontrolleur in Alarmbereitschaft versetzen würden.
Der Druck, der auf uns Finalisten lastete, war enorm. Sie liebe Sportsfreunde können sich kaum vorstellen, wie Väter und Mütter uns damals anspornten, die gegnerische Mannschaft in Grund und Boden zu spielen. In den guten alten Zeiten kickten wir noch ohne Ersatzspieler und trotz Blessuren und müden Knochen, mussten wir im zarten Alter von 11 Jahren, im bis anhin wichtigsten Spiel unseres noch jungen Lebens, den Mann stellen.
So griffen wir halt alle ausser Jürg zu unerlaubten Mitteln. Für Jürg lege ich meine Hand ins Feuer. Nicht nur, weil sein damaliges Talent es gar nicht notwendig erscheinen liess, zu leistungssteigernden Mitteln zu greifen, sondern weil er erstens von «Vivi-Cola» Blähungen bekam und zweitens heute in der Geschäftsleitung einer Privatbank sitzt und sehr gute Anwälte im Rücken hat.

Ich möchte mich jetzt unter Tränen in aller Form bei unserer gegnerischen Mannschaft «die glorreichen Sechs», unserem Leibchensponsor «Getränke Zimmermann», dem Platzspeaker Erwin, dem Schiedsrichter Herr Sommerhalder, unseren Verehrerinnen und dem Lokalreporter des «Limmattaler Tagblattes», - der uns mit einer Zeile in der Dienstagsausgabe erwähnte -, entschuldigen.

Ich bin unendlich erleichtert, dass dieses Geständnis jetzt der Öffentlichkeit bekannt ist. Meine Konsequenzen aus dieser unschönen Affäre habe ich schon 1978 gezogen, als ich mich aus vom Spitzenfussball verabschiedete. Auch «Vivi-Cola» ist kurz danach aus den Getränkeregalen verschwunden.
Es bleibt mir nur noch der Appell an Spitzensportler aus anderen Disziplinen: Liebe Tennisspieler, Töfffahrer, Leichtathleten und andere Gladiatoren der Medienwelt, macht es wie Erik, Bjarne und ich, tretet an die Öffentlichkeit, erleichtert euer Gewissen und seit versichert, dass spätestens an der Olympiade 2008 in Peking eure kleinen Sünden vergessen sind. Denn was dann in der Hauptstadt von China in Form von hochgezüchteten Athleten präsentiert wird, hat mit Sportlern vermutlich wenig zu tun.

Kommentare:

  1. Ich gratuliere dir zu diesem mutigen Schritt!

    Alle Achtung!

    Sevo

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  2. Danke, ich heule noch immer!

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  3. Es ist nun mal leider so, dass wir Männer immer etwas länger brauchen, um einen Fehler einzugestehen.
    Frauen sind da ganz anders, darum gibt es vermutlich kein Frauendoping - oder?

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  4. doch, doch, gibts schon!!

    nur sehen die danach auch wie Maenner aus :G

    Gruss
    Andreas

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  5. ich weiss gar nicht ob ich diesen blogg noch weiter besuchen kann....

    ächtet diesen mann ;-)

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  6. nicht DU auch noch...eine (bisher heile) Welt bricht zusammen.

    konnte heute vor lauter schütteln mein koffein gar nicht zu mir nehmen...

    grossartig geschrieben :-D

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  7. und obs kein frauen doping gibt!
    aber alles müsst ihr ja gar nicht wissen:-)

    noch kurz werbung in eigener sache, ich find hier nirgends ne e-mail,darum hier stinkfrech den link:

    http://www.amiando.de/bluetimes-party

    anmelden und weitersagen...danke:-)

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  8. Hallo bluetime

    Danke für den Link. Werde das genaustens studieren. Mich erreichst man über nff-ät-hispeed-dot-ch.

    guet nacht!

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