Donnerstag, April 05, 2007

erotische Abenteuer im Flugbetrieb

Ein reisserischer Titel - ich gebe es zu, aber ab und zu muss man auch den schlüpfrigen Tatsachen ins Auge blicken. Über das Leben von Flugbesatzungen im Allgemeinen kursieren allerlei Geschichten, geht es dann um die erotische Komponente unseres Berufes, kennt die Kreativität in der Regel keine Grenzen mehr. Selbst EhepartnerInnen sollen angeblich vor solchen Phantasieattacken nicht gefeit sein.

Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, muss man in der Zeit etwas zurückblättern. Früher, als ein Flug noch etwas Aussergewöhnliches war, steigen die Besatzungen dann und wann auch mal fern der Heimat aus der Aluminiumröhre aus und erholten sich vom Stress des Fluges in einem flauschigen Hotel irgendwo am Meer. Sonnenuntergänge wurden bestaunt und nach 10 Tagen fern des heimischen Futtertroges, weidete so mancher auch mal in einem fremden Gärtchen.

Tempi passati, zum Glück - ehrlich! So wie ich es von alten Fliegerassen gehört habe, sollen die Drei-, Vier- oder gar Fünfeckbeziehungen ziemlich an die Substanz gegangen sein - finanziell und körperlich.
Heute ist alles anders. Den Flieger verlässt man nur noch auf den Felgen oder am heimischen Flughafen und falls man dennoch einmal ein Hotelzimmer von Innen sieht, reicht die Kraft kaum noch aus zum Zähneputzen. Und trotzdem hat die Erotik noch Platz im Leben eines Piloten und natürlich erlebt man ab und zu auch unsittliche Abenteuer unterwegs.

So zum Beispiel letzte Woche in Los Angeles. Nichts ahnend stolzierte ich wie einst Leonardo im Film in der Uniform durch die Flughafenhallen und traf nach wenigen Minuten auf eine Menschenansammlung vor einem Metallgitter. Leicht irritiert hat die Tatsache, dass sich die Personen aller ethnischen Gruppen mitten im prüden Amerika langsam entkleideten. Einem einstudierten Vorspiel gleich, entledigte sich die Menschenmasse zuerst der Schuhe, dann der Mäntel und zum Schluss streiften sie sich Gürtel und Schmuck vom Körper ab.
So standen sie nun, diszipliniert, halbnackt und schwitzend in einer Reihe und warteten auf den Höhepunkt in Form einer zärtlichen Abtastmassage. Im Raum roch es ähnlich wie in einer Alphütte nach einem Käsefondueschmaus einer Wandergruppe, leicht säuerlich und nicht wirklich appetitanregend.

Endlich kam auch ich in die „Gurtweg-Zone“. Elegant streifte ich das lederne Teil von meinen Hüften und versuchte durch geschickte Spreizung der Beine das herunterrutschen der absichtlich zwei Nummern zu gross gewählten Uniformhosen zu verhindern. Es gelang mal besser, mal weniger und die Damen hinter mich schienen sich an der Farbe meiner gelben Unterhosen zu belustigen, die ich letzte Woche im H&M im Ausverkauf erstand.

Als dann endlich das entscheidende Tor näher kam und sich entschied, ob ich mit oder ohne Weichteilmassage meinen Arbeitsplatz betreten durfte, vergass ich aus lauter Nervosität, meinen Ausweis mit Metallhalter vom Hemd zu nehmen. Es piepste, ein schwitzender und übergewichtiger Afroamerikaner sprang auf und zerrte mich in eine verdunkelte Zelle.
Was dann folgte war eine ziemlich unsensible und aufdringliche Durchsuchung meiner Person. Angeblich der Sicherheit dienend, aber nicht unbedingt einer Zivilisation würdig. Immerhin gehörte diese Leibesvisitation in den Bereich „safer sex“, sieht man einmal vom Ansteckungsrisiko der feuchten Aussprache des Beamten ab.

Kommentare:

  1. Ihre Einträge sind immer wieder sehr interessant und belustigend :-)
    Ich bin regelmäßiger Leser 8-)

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  2. Trotz der zusätlichen Finanziellen Belastunge scheinen mir die früheren erotischen Abenteuer doch noch ein wenig reizvoller zu sein als die heutigen.

    Vielleicht liegts am nostalgischen Geruch von früher?

    Lg

    Sevo

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  3. Warum muss man in Amerika die Gürtel und Schuhe ausziehen? Ist das mal wieder ein neuer Gag den sich die Beamten leisten?

    Der Uniformgurt der Swiss zeigt ja auf dem Metalldetektor in der Regel nicht an, genau wie der Ausweishalter etc...

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  4. der Titel klang so vielversprechend... Muss mal zuhause nach 2-3 Bierchen den Herrn Capt. nach meinen Geschwistern fragen :-)

    LG aus dem Engadin

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  5. @Sevo:
    Tja, wo Du recht hast, hast Du recht!

    @kantiblog:
    Der Designer unserer Unformen & Assecoires (schreibt man das so?) war wohl eher an den knackigen Ärschen als an der Sicherheitstauglichkeit interessiert.

    @zugi:
    Grüss den Herrn Kapitän bitte zuerst von mir, bevor Du ihm die heiklen Fragen stellst. Übrigens: lass im Engadin noch etwas vom Schnee & vom schönen Wetter übrig, ich komme am Montag!

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  6. @stefan:
    Danke für das Lob!

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  7. Hmm... glaube eher "Accessoires".
    Aber bin mir nicht sicher.

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  8. *lol* Wirklich gut geschrieben ! Man kann es sich bildlich vorstellen !
    Bin ebenfalls begeisterte Leserin dieses Blogs :-)

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