Freitag, März 30, 2007

Pyramiden und andere Rheinfälle

Ein vom Bundesamt für Zivilluftfahrt ausgestellter Ausweis bestätigt, dass ich zumindest theoretisch fähig bin, ein Luftfahrtzeug des Typs a330 bzw. a340 durch internationale Lufträume zu steuern. Wer schon einmal mit Bundesämtern zu tun hatte weiss, dass solche Berechtigungen immer mit zahlreichen Vorbehalten und Auflagen verbunden sind.
So muss ich alle Jahre wieder beim medizinischen Check in ein Glas pinkeln, verschiedene Kreismuster durch eine Lupe analysieren und Zahlenkombinationen erkennen, die mir eine sehr charmante Assistentin in einem grässlichen Ostschweizerdialekt abwechslungsweise in das rechte und in das linke Ohr flüstert.
Weiter verbringe ich jedes Jahr vier Tage in einem Simulator, löse an einem weiteren Tag theoretische Fragen an einem Windowscomputer, setze mich wieder an einem anderen Tag geschlagene acht Stunden mit meiner Psyche und der meiner Kollegen auseinander und muss nochmals an einem anderen Tag einen Flug unter ständiger Beobachtung absolvieren.
Selbstverständlich nimmt sich das Bundesamt das Recht heraus, mir bei jedem der oberen Anlässe bei Bedarf die Fluglizenz zu entziehen.
Gestern war wieder so ein Tag und mein Checkflug nach Kairo stand an.

Obwohl ich auch schon einige solcher Flüge absolviert und bestanden habe, ist so ein Check immer wieder etwas Besonderes. Man liest sich durch all die Bücher, die man schon x-Mal studiert hat, versichert sich, dass alle Bulletins vom Chef und von anderen wichtigen oder unwichtigen Personen bekannt sind und packt den Pilotenkoffer schon am Vortag.
Bei der Wetterplanung verlangt man vom Meteorologen Wetterkarten, die man sonst nie betrachtet und dieser Quittiert mit einem Lächeln auf den Lippen: „aha, Checkflug!“, im Planungsraum wird weniger herumgequatscht als sonst und schön artig fünf Minuten vor dem vorgeschriebenen Zeitpunkt sind alle Unterlagen fein säuberlich auf dem Tisch ausgelegt. Der erste Eindruck ist alles!

Wichtig an einem solchen Prüftermin sind auch knifflige Fragen an den Examinator. So wie die Instruktoren, die ein Arsenal von fast unlösbaren Problemen bereit haben, tauschen auch wir normale Streckenschweine gemeine Fragen untereinander aus, die wir zum richtigen Zeitpunkt unseren Checkpiloten stellen können. Ziel solcher Fragen ist es natürlich immer, das Gegenüber zu beeindrucken und ihn davon zu überzeugen, dass man sich gewissenhaft vorbereitet hat.

Selbstverständlich steht und fällt alles mit dem Peiniger. Ist er ein Pedant? Ist er locker oder gar extrem streng? Legt er den Schwerpunkt auf den Details oder auf zügiger Arbeitsweise? Sieht er vor lauter Büchern den Flieger nicht oder sind ihm allzu gute Kenntnisse der Unterlagen suspekt? Fragen, die nach 13 Jahren Erfahrung natürlich etwas an Bedeutung verlieren, aber dennoch immer im Unterbewusstsein vorhanden sind.

Meiner war ganz nett und zu meinem Glück alles andere als ein Pedant. Er war zufrieden mit meiner Arbeitsweise und mit dem Anflug genau über die Pyramiden von Gizeh, habe ich genug Kredit gesammelt, um auch für die Landung eine gute Bewertung zu erhalten. Als wir dann beim Anflug in Zürich den Rheinfall im Abendrot glänzen sahen, konnte nicht mehr viel schief gehen.
Check bestanden, Bundesamt befriedigt, wieder etwas Ruhe, bis die nächste Hürde ansteht. Heute geht es nach Los Angeles und ich lasse mich als Belohnung von den zwei Kollegen chauffieren. So ein Checkflug braucht Kraft und ich benötige dringend eine Pause!

Kommentare:

  1. One day at a busy airport, the passengers on a commercial airliner are seated, waiting for the cockpit crew to show up so they can get under way. The pilot and copilot finally appear in the rear of the plane, and begin walking up to the cockpit through the centre aisle. Both appear to be blind. The pilot is using a white cane, bumping into passengers right and left as he stumbles down the aisle, and the copilot is using a guide dog. Both have their eyes covered with huge sunglasses. At first the passengers do not react: thinking that it must be some sort of practical joke. However, after a few minutes the engines start spooling up and the plane starts moving down the runway. The passengers look at each other with some uneasiness, whispering among themselves and looking desperately to the stewardesses for reassurance. Then the plane starts accelerating rapidly and people begin panicking. Some passengers are praying, and as the plane gets closer and closer to the end of the runway, the voices are becoming more and more hysterical. Finally, when the aeroplane has less than 20 feet of runway left, there is a sudden change in the pitch of the shouts as everyone screams at once, and at the very last moment the aeroplane lifts off and is airborne. Up in the cockpit, the copilot breathes a sigh of relief and turns to the pilot: "You know, one of these days the passengers aren't going to scream and we're all gonna get killed!"

    In diesem Sinne guten Flug nach LA und vielen Dank für die schnellen Liebesdienste!

    Gruss

    SM

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  2. aha.... die lieben Kollegen vom Bundesamt gegen zuviel Luftfahrt sind mal wieder on tour...

    Schnelle Liebesdienste...

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  3. Nicht zu vergessen die Erholung die du vom grässlichen Sanggaller Dialäkt brauchst. Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich wohne mitten im Kuchen und werde jeden Tag komisch angeschaut wenn ich anstatt des sonst üblichen Saloots einen Salat bestelle oder rasch meine Mama ins Spital als sonst üblich ins Spitool besuchen gehe.

    Jo jo, die Ostschweiz bzw. Wil lebt und schickt eifrig Prüferinnen nach Zürich.

    Viel Spass und Erholung auf dem Flug nach Los Angeles

    E liebe Grues us dä Ostschwiiz.

    Severin

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  4. Schnelle Liebesdienste!

    (...) es muss nicht alles im Netz kommentiert werden :-)

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  5. Hallo NFF
    Ich habe im Internet ein sehr interessantes und beängstigendes Video gesehen. Könntest das du gewesen sein?

    http://www.youtube.com/watch?v=8hL6nXfBhj0

    Zum Text von "Anonym". Es gibt einen Spot mit blinden Piloten. Den gibt's hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=RQ3_M2cjRng

    Mein Favorit in Sachen Airport-Safety ist dieser:
    http://www.youtube.com/watch?v=Pc4I0lNsgiU

    So, das wars. Allen es schöns Tägli und vergesst nicht meinen Blog zu besuchen :D

    www.schuelerblog.blogspot.com

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