Freitag, März 02, 2007

Karibu Dar es Salaam

Das Meer ist still und flach wie ein Spannteppich, die Luft ist zum zerschneiden dick, noch hat die Sonne ihren höchsten Stand nicht erreicht und doch steht das Thermometer schon auf 35°C.

Ich leide.

Die momentan einzige Linderung bringen vier Deckenventilatoren, jeder mit einem Durchmesser von fast einem Meter, die durch ihre Unwucht gequält, dem Besucher der schattigen Lobby quietschend etwas Zugluft verschaffen. Der Blick auf den indischen Ozean hinaus könnte kitschiger nicht sein. Blauer Himmel, Palmen wo das Auge hinblickt und eingebettet in das tiefblaue Meer die kleine Vogelinsel mit dem legendär schönen Strand, an dem sich schon manch ein Kollege einen Sonnenbrand holte, den er zeitlebens nie vergessen wird.
Hinter meinem Rücken etwas Hoffnung in Form einer imposanten Gewitterwolke, die im Innern tiefschwarz und von zerstörerischer Energie trotzt. Noch ist diese Wolke stubenrein und kann die Unmengen von Wasser zurückhalten, die darin gespeichert sind. Doch ich hoffe sehr darauf, dass die immer grösser werdende Wettererscheinung bald von Inkontinenzproblemen geplagt wird und etwas Abkühlung bringt.

Ich leide noch immer.

Anne, die charmante Dame vom Buffet hat erbarmen und bringt mir eine kalte Flasche Wasser mit 1.5 Ltr. Inhalt - meine Dritte heute. Entsprechend spendierfreudig sind meine Poren und benetzten meine Haut ununterbrochen mit einem kleinen Schweissfilm, der das Shirt am Körper kleben lässt.
Die Sonne Tansanias ist heute wirklich erbarmungslos. Ich bin ehrlich, im Moment vermisse ich den Winter, den Schnee und den stürmischen Fredy, der mir gestern den Start in Zürich ziemlich schwer machte.
So traumhaft das kleine Anwesen hier am Strand von Dar es Salaam auch sein mag, Temperaturen jenseits der 30°C Marke sind nichts für meinen Körper und meinen Geist.
Ich freue mich auf den Abflug heute Nacht nach Nairobi, ich freue mich auf die kühle Nacht in der Hochebene von Kenia und ich freue mich auf die Bettruhe ohne Schweissausbrüche.

Kwaheri (good bye) Dar es Salaam – Jambo Nairobi!

Kommentare:

  1. Ich leide mit Ihnen und freue mich ebenfalls auf den Abflug, den Abflug meiner Grippe.

    Ich liege gar nichtmal so schlecht in der Zeit, geplante Ablugszeit: irgendwann im Verlauf von diesem Wochenende.

    Wann fliegen Sie/du? (Ich bin mir da nie so sicher)

    E liebe Grues

    Severin

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  2. bei den Bergsteigern sagt man, dass ab 3000m das Du gilt - da wir ständig > 10000m schweben, ist das Du selbstverständlich!

    Gute Besserung. Landung Morgen früh auf der 34

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  3. Prima!

    Meine Landung wird wohl auch noch heute Nacht erfolgen, denn morgen muss ich Tanzen gehen.

    Deine Landung ist aber doch einiges wichtiger als meine, denn wenn meine in die Hosen geht, dann gehts halt ein Tag länger.

    Darum e gueti Landi minerer Siits!

    E grues

    Severin

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  4. Wie sagst du eigentlich deinen Passagieren wenn sie bei dir zu besuch kommen?
    Stehst du dann auch neben der Galley und hasst deinen metallernen Compteur hinter dem Rücken versteckt? Ah nein, normalerweise macht dies ja der M/C. Wie auch immer. Meine Frage:
    Wie begrüsst ihr in Nairobi die Passaigere? "Grüäzi... Welcam a boord... Guhtän Tag..." Oder macht ihr es einfach, in dem ihr einfach "Karibu Chomboni" sagt?

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  5. Sorry... Anstelle von "hasst" sollte eigentlich "hältst" stehen.

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