Montag, Januar 29, 2007

Sayonara

Jetzt hat es auch mich erwischt. Ich, der immer behauptet hat, dass mein Körper und mein Geist quasi genetisch davor geschützt sind; ich der doch immer so aktiv bin, um dem Unangenehmen vorzubeugen; ich, der es eigentlich überall und immer kann; ich, der dafür bekannt bin oder vielmehr war, wie gut ich es beherrsche, ausgerechnet heute hat mich die Realität oder vielmehr das Alter eingeholt und ich leide jetzt wie die Anderen alle auch.

Mein Körper will einfach nicht schlafen! Was Sofia Coppola so humorvoll in ihrem Film „Lost in Translation“ aufgezeigt hat, finde ich im Moment hier in Tokio ganz und gar nicht unterhaltsam. Seit fast 3 Stunden wälze ich mich im Bett hin und her, verfluche mich, dass ich nur ein dünnes Buch mitgenommen habe, surfe immer wieder auf verschiedenen Seiten herum in der Hoffnung, etwas Ermündendes zu finden, habe schon den Koffer gepackt, die Hotelrechnung beglichen, das Frühstücksbuffet beehrt, die Zähne geputzt, die Uniform bereitgestellt und meinen Pilotenkoffer zum x-ten mal neu eingeräumt.

Sogar Wikipedia habe ich konsultiert und mich mit dem Thema Schlaf befasst. Neben vielen Fremdwörtern steht da geschrieben, dass Schlafentzug als Folter eingesetzt wird. Doch wer foltert mich? Wer will was von mir wissen? Wer meint, ich hätte etwas Wichtiges zu verplappern, soll sich melden. Ich gestehe alles, ich unterschreibe alles, ich mache alles, lasst mich nur wieder einmal 8 Stunden durchschlafen!

Wenigstens der Himmel scheint es gut mit mir zu meinen. Die Sonne zeigt sich und das heitert mein Gemüt doch erheblich auf. Zeit habe ich nicht mehr lange, in 20 Minuten klingelt das Telefon und ich werde zum Dienst gerufen. Sayonara Japan, ich verlasse Dich. Es sind noch gut 18 Stunden bis zum Duvet im eigenen Heim. Ich sehne mich darauf!

Kommentare:

  1. Ich fühle mit dir. Bin am Wochenende sei langem wieder mal lange geflogen (nicht am Steuerknüppel) und selbst das war unglaublich anstrengend. Bin immer noch ein wenig müde.

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  2. Die Müdigkeit und das Verlangen nach Schlaf kamen sicher pünktlich zu Beginn der Reiseflugphase.... ich fühle mit dir und hoffe es war eine einmalige Sache!

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  3. (...) das Flugzeug hatte Heimweh, fand den Flughafen von alleine, wir danktem es ihm mit einer weichen Landung und fielen danach in einen 13 stündigen Tiefschlaf.

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