Donnerstag, November 09, 2006

zu blöd für Borat

Ein fester Bestandteil eines jeden Auslandaufenthaltes ist bei mir das Studium der Wochenzeitung «die Zeit». Ich ziehe mich dann mit einem grossen Kaffee bestückt in die hinterste Ecke eines Starbucks zurück und lese gemütlich Zeile um Zeile.
Die Zeitung ist dick und für Schweizer Verhältnisse riesig gross. Müde wird das Auge beim Navigieren über die Seiten und es lohnt sich vor dem anspruchsvollen Feuilletonteil, einen frischzubereiteten Venti-Latte zu organisieren.

Zu meiner Freude hat sich ein intellektueller Schreiberling der Rezension des Filmes «Borat» angenommen. Neugierig bin ich schon auf den Streifen, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mich nicht total ins Fettnäpfchen setze, wenn ich mein Interesse auch der Öffentlichkeit kundtue.
Umso gespannter war ich, die Meinung eines gebildeten Menschen zu diesem schrägen Film zu hören. Die ersten Zeilen lesen sich mit Unterstützung des warmen Getränkes wunderbar, aber im letzten Drittel komme ich beim Versuch das Geschriebene zu verstehen gehörig ins Stocken.

Der Philosophe schreibt:

Das geht über die psychologische Binse hinaus, dass die Stigmatisierung genau das betrifft, was der Stigmatisierende von sich selbst abspalten will. Und es übertrifft einen nur aufklärerisch interpretierbaren Humor durch Hingabe an die reine Energie erhabenen Slapsticks. Erst von dessen metaphysischer Höhe aus ist ein derart entspannter Blick auf eine Menschheit möglich, die sich gerade in der Idee von der Großartigkeit der kulturellen Differenz dauerhaft einzurichten scheint.


Aha (….). Das muss ich noch mal lesen:

Das geht über die psychologische Binse hinaus, dass die Stigmatisierung genau das betrifft, was der Stigmatisierende von sich selbst abspalten will. Und es übertrifft einen nur aufklärerisch interpretierbaren Humor durch Hingabe an die reine Energie erhabenen Slapsticks. Erst von dessen metaphysischer Höhe aus ist ein derart entspannter Blick auf eine Menschheit möglich, die sich gerade in der Idee von der Großartigkeit der kulturellen Differenz dauerhaft einzurichten scheint.


Ich las es noch drei Mal und verstehe es noch immer nicht! Neidisch bin ich auf den beeindruckenden Wortschatz dieses Genies und bitter ist es, wenn man mitten in Tokyo erfahren muss, dass man scheinbar sogar für diesen Film zu blöde ist!

Kommentare:

  1. also ich versteh das auch hier in zürich nicht ;-) der film hingegen muss glaub schon sehenswert sein...

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  2. Hm, diesen Satz zu verfassen muss wie ein intellektueller Orgasmus gewesen sein. Bestimmt hat sich der Autor danach die Hände gewaschen und sich gesagt, wie toll er war. :)

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  3. Wenn ich solche Sätze schreibe, fragen mich Freunde immer, wie lange ich keinen Sex mehr hatte. Okee, is jetzt auch nicht gerade hilfreich zum Verständnis.

    Hab den Trailer auf youtube gesehen und der ist schonmal echt ein Lacher.
    http://www.youtube.com/watch?v=YVbIM5PvWyQ

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  4. hier trifft sich ja die blog-elite. mein kompliment an fr. klugscheisser und hr. nff für ihre tollen blogs.
    ich bin ein begeisterter leser...

    und übrigens: den satz verstehe ich auch nicht.

    a

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  5. Da bin ich echt erleichtert :-)

    Jetzt kann ich getrost den Rückflug antreten und dem Herr Kapitän nach dem Start beichten, dass von meiner metaphysischer Höhe aus betrachtet, sein wegen der Hingabe an die reine Energie sanft ausgefallene 'T/O-Rotation" der Hammer war.

    Danach wird er mich für verrückt erklären und schickt mich für den Rest des Fluges in die Koje.

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  6. WTF???

    Ich hab ernstliche Zweifel, ob der Schreiberling selber versteht, was er von sich gab ...

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  7. Ich verstehe den Satz auch nicht, finde Klopfers Einwand aber bedenkenswert. Alternativ dazu könnte auch der Verdacht über die Einnahme verbotener Substanzen während des Verfassens aufkommen. Aber wir sprechen hier ja immerhin von der "Zeit".

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  8. zu blöd für borat? eher borat zu blöd für dich!
    haben uns den film reingezogen - hätten uns die zeit wirklich sparen können. absoluter quatsch!

    wir waren beide echt frustiert als wir aus dem kinosaal kamen und freuten uns, unser hundegetier zuhause in die arme schliessen zu können.

    sm

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  9. Was die Rzension anbelangt, da fehlt auch mir der intelektuelle Zugang, um den satz zu verstehen. Aber okay... ich bin ja auch a) weiblich und b) aus´m Osten ;-))

    Den Film hingegen fand ich köstlich. Schön derbe und herrlich politisch unkorrekt

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  10. Hallo zusammen,
    ich habe versucht, den Text einigermaßen zu übersetzen:

    Es erfordert mehr an Hirn zu verstehen, dass die diskriminierende Eigenschaft des Films genau das behandelt, was der Diskriminierende von sich selbst abspalten will.
    Und es übertrifft einen Humor, den man als aufklärerisch interpretieren MUSS, und der die volle Power aus dem Slapsticks schöpft.
    Erst wenn man es verstanden hat den Film mit dieser Haltung zu sehen ( --> verstanden zu haben, dass es sich um aufklärerischen Humor handelt) ist ein entspannter Blick auf die Menschheit möglich, die sich hin zu einer cosmopolitischen Gesellschaft wandelt und die kulturellen Unterschiede akzeptiert und schätzt.

    Viele Grüße

    Andi

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  11. Danke für die Hilfe. Mein Weg zum Interlektuellen wird immer kürzer...

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