Dienstag, Oktober 31, 2006

leichtbekleidete Mädchen

Gut geplant habe ich den heutigen Tag in der Millionenmetropole Tokyo in Angriff genommen. Nach befriedigendem Schlaf von satten sieben Stunden stand ich mit der Sonne auf und zog mit ihr gegen Westen.
Von Narita über Shinjuku zum Okutamake See genoss ich wenig später den Service der japanischen Staatsbahnen und freute mich auf die Wanderung entlang dem Tamagawa River im Westen der Präfektur Tokyo. Ein Faltprospekt, freundlich überreicht vom nationalen Touristenamt, schwärmte in höchsten Tönen von der goldigen Herbststimmung in diesem hügligen Naturreservat. Ich freute mich dementsprechend.
Je näher aber das Ende meiner dreistündigen Bahnfahrt kam, desto schwerer viel es mir, die unzähligen Buchstaben in meinem mitgebrachten Buch zu entziffern. Die Augenlieder wurden schwerer, die Halsmuskulatur bekundete Mühe, den Kopf gerade zu halten und es kam, wie es kommen musste; ich schlief einmal mehr während einer Zugfahrt ein.
Viele Momente später, als der Nacken schmerzte und mich ein Sitznachbar mit seiner Tasche unfreiwillig schupste, erwachte ich endlich aus meinen Träumen und realisierte, dass der Zug in die falsche Richtung fuhr.
Eine neuerliche Umkehr zum Ort meiner Begierde mit der goldenen Herbststimmung schien wegen der abendlichen Verabredung im Herzen von Tokyo unmöglich und so stellte ich ein Alternativprogramm auf die Beine.
Wenn schon nicht durch die Wälder, dann wenigstens durch die Pärke von Tokyo schlendern. Der Yoyogipark mit seinen unzähligen Pfaden bot sich geradezu an und so entstieg ich dem komplizierten S-Bahnnetz an der Station Harajuku.

Ein ungewöhnliches Bild präsentierte sich mir vor dem Eingang zum lebhaften Park. Wo sich sonst ausgeflippte Japanerinnen und Japaner mit schrägen Outfits treffen, standen heute leichtbekleidete und gross gewachsene Mädchen aus allen Herren Ländern herum.
Nach langem Suchen fand sich endlich eine Person, die etwas Englisch sprach und diese erklärte mir, dass heute die Frauen Volleyball Weltmeisterschaft schräg über die Strasse eröffnet wird.
Das musste ich mir doch ansehen! Vor Wochenfrist konnte ich mich überhaupt nicht für den Besuch des Formel 1 GP in Sao Paulo begeistern, aber Frauen Volleyball (…).

So sitze ich jetzt im vollen Stadion umgeben von kreischenden Volleyballbegeisterten und frage mich ernsthaft, warum sich Männer für Autorennen interessieren, wenn es doch diesen ziemlich aufregenden Sport gibt?

Ach übrigens: Im Moment spielt Japan gegen Brasilien. Spielstand? Keine Ahnung!

Kommentare:

  1. Der Spielstand spielt ja auch keine so grosse Rolle, es geht ja schliesslich um die "Ambiance" ;-)
    ...Viel Spass!

    Gruss, Zugi

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  2. Und Sie bloggen waehrend des Spiels, anstatt sich auf die Aussicht^W^W das Spiel zu konzentrieren?
    ;-) ;-) ;-) ;-)
    Gruss aus Hiroshima,

    Pio

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