Samstag, Juli 29, 2006

Beautywochenende in Nairobi

Schweissgebadet und ausser Atem nahm ich am Dienstag im hochalpinen Abstieg vom 2616 m.ü.M. gelegenen Lej Tscheppa einen scheinbar dringenden Handyanruf entgegen. Die Einsatzplanung suchte mich und da ich in den folgenden Tagen auf Standby gesetzt wurde, ignorierte ich die Störquelle inmitten der herrlichen Engadiner Berglandschaft für einmal nicht.

„Haben sie etwas zum Schreiben bereit?“, fragte mich die nette Dame im klimatisierten Büro am Flughafen Zürich charmant. Hatte ich natürlich nicht, aber ich traute meinem doch schon 40-ig jährigen Gehirn trotz Sauerstoffmangel auf über 2000 m.ü.M. zu, sich eine einzige Flugnummer zu merken.
Es blieb nicht bei einer….. „Sie fliegen am Freitag als Passagier nach Nairobi, warten dort zwei Tage auf ein Flugzeug, fliegen dann zwischen Dar es Salaam und Nairobi als Copilot, nehmen danach wieder als Passagier Platz und landen am Montagmorgen in Zürich Kloten. Adieu.“

Es brauchte noch etwa 200 m Abstieg bis ich bemerkte, was für einen traumhaften Einsatz ich gerade gefasst habe. Vom sommerlichen Hochtal Engadin ging es also mehr oder weniger direkt ins winterliche Hochland von Nairobi.
Winterlich bedeuten hier in der Hauptstadt von Kenia Temperaturen von 13°C in der Nacht und 25°C am Tag, tiefschlaftauglich und genauso hoch wie im hochsommerlichen Silvaplana…….

Jambo Nairobi! Hier bin ich nun inmitten eines traumhaften Resorts und lasse genüsslich die Beine hängen. Ausgerüstet mit Büchern, Zeitungen und sonstigem Lesestoff, sitze ich im Coffeeshop, löffle die schaumige Milch vom Cappuccino und hänge mit meinen Gedanken irgendwo zwischen Lej Tscheppa und Zürich-Kloten. Der Kopf juckt noch ein bisschen vom Besuch bei Abeba, der hoteleigenen Coiffeuse und die Beine brennen vom Training im Fitnesscenter.
Langsam verschwindet die Sonne hinter den dunklen Wolken am Horizont und im Restaurant werden die ersten Kohlen fürs abendliche Barbecue entzündet.
Zeit den Laptop zu schliessen und in der Hemingway-Bar einen Gin-Tonic als Präventivschlag gegen die im Moment flugmüden Mücken zu kredenzen.
Danke liebe Crewplanung, ich schätze die kurzfristige Einsatzänderung wirklich und werde pflichtbewusst meinen von Zeitverschiebung gepeinigten Körper im Wellnesswochenende hier in Nairobi pflegen! Adieu und gut Nacht im tropischen Zürich!

Kommentare:

  1. Hallo Herr nff,

    grüßen Sie mir bitte das "Carnivore" und machen Sie mal einen Abstecher zum Wilson-Airport: Im Aero Club of East Africa gibt es eine recht urige, klassische Fliegerbar mit allem was dazugehört, Billardtisch, Flumotor, Propeller etc... Aber vermutlich kennen Sie das schon. Mich packt gerade mal wieder das Fernweh, wenn ich Hemmingway Bar höre. Bin jedes mal gerne ins Safari Park gefahren.

    Lassen Sie es sich gutgehen!

    Jambo,


    Golfox

    P. S.: Falls es Ihre Zeit erlaubt, kann ich auch eine Fahrt zum Lake Nakuru empfehlen!

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  2. Piloten

    Nairobi, Dar es Salaam, "Carnivare", Hemmingway-Bar, Safari Park...

    Und wer, bitteschön, geht übermorgen auf's Rütli? Na ja, Wellness in Nairobi ist auch nicht schlecht...

    Geburtstagsgrüsse aus der Schweiz.

    swissaviation

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  3. Danke für die vielen Tipps :-)

    Nach zwei ruhsamen Nächten kommt bei mir wieder etwas Unternehmungslust auf. Fliegerbar klingt gut!

    Ich grüsse aus Nairobi und versichere, dass ich am 1.8. den Schweizer Psalm lauthals anstimmen werde!

    nff

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  4. Da werden doch Erinnerungen wach, am 1.8.03 war ich auf der Spitze des Kilimanjaro. Zum Singen reichte die Energie nicht mehr, das Schwingen der Fahne musste reichen.

    Jetzt fliegt doch die HF die NBO-DAR Rotation, oder, gar kein 332 mehr...

    Gruss, Yves

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  5. Der Happag A300 musste mal in die Werft und da sprangen wir ein...

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  6. Ach so. Danke für die Info.

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