Donnerstag, Juni 22, 2006

guten Morgen Tokio

Es macht Spass, Städten und Landschaften beim Erwachen zuzuschauen. Egal in welchem Erdteil und in welcher Zeitzone ich mich befinde, gehört der Morgen zum wichtigeren Teil meines Tagesablaufes.
Entspannt schaue ich aus dem frisch geputzten Fenster in Richtung des Bahnhofes von Shinjuku, begleite die in dunkle Anzüge gekleidete Masse der Geschäftsleute ein Stück mit meinen Blicken auf ihrem frühmorgendlichen Arbeitsweg und gönne mir in regelmässigen Abständen einen Schluck Kaffee aus dem bekannten Pappbecher mit dem grün-schwarzen Logo.

Obwohl ich wieder nur etwas vier Stunden geschlafen habe und das erst noch im berüchtigten Stotterschlaf (ich lasse das Wort nächstens als mein geistiges Eigentum schützen), fühle ich mich topfit. Liegt wohl daran, dass ich in dieser Stadt glücklicher bin, als an anderen Destinationen auf unserem Streckennetz.

Einigermassen den Zugang zu diesem wunderbaren Land zu finden ist nicht selbstverständlich. Ich kenne viele Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, die kaum einen Fuss ausserhalb der Trabantenstadt Narita auf lokalen Boden setzen und leicht depressiv vom Japanaufenthalt zurückkehren. Kann ich nachvollziehen, denn mir geht es in Miami genau so.

Infiziert vom Japanvirus wurde ich durch einen langjährigen Freund, der hier in Tokio seine Lehrjahre als Architekt und Fremdenführer verbrachte.
Unsere Wege kreuzten sich gestern Abend im Vergnügungsquartier gleich um die Ecke, wo wir nach einem herrlichen Mahl in überlegener Manier zwei Japaner im Billard in die Schranken wiesen.
Zugegeben, so überlegen war meine Leistung auch wieder nicht und ohne die Hilfe meines Kollegen, der den Billardschläger (sagt man das so?) elegant, wie das nur Architekten können, zwischen seinen Fingern führte und fast jede Kugel versenkte, wäre das „Team Schweiz“ klanglos untergegangen.

Ich bin ihm für seine Leistung im Spiel mit den vielen bunten Kugeln und der Übertragung des Nipponviruses ewig dankbar und verzeihe ihm hiermit ganz offiziell für die laute Nacht im Hotelzimmer.

So, es ist bald 9 Uhr, mein Arsch ist auf dem harten Starbucksstuhl eingeschlafen, die Geduld ist am Ende und ich werde den lauten Schnarcher jetzt wecken!

Kommentare:

  1. Betreffs *billardschläger*
    hatten wir hier nicht letztens so eine art französischstunde nach herr stenz?
    meines wissens nennt man(n) eben diesen schläger den man zum billard spielen braucht wie *schwanz* auf französisch!
    eine ehemalige bezirksschülerin aus dem aargau lässt grüssen ins ferne japan oder vielleicht schon bald wieder zu hause:-)

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  2. Heißt "queueu" wirklich "Schwanz"? Ich hatte nie französisch, zumindest nicht in der Schule, aber vielmehr stellt sich mir noch die Frage: Schreibt man das so?

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  3. QUEUE .einfach ein u zuviel
    ich hatte französisch und eben noch auf übersetzerseite nachgeschaut um keinen mist zu schreiben.....denn ich kann trotz schulfranzösisch fast keinen fehlerfreien satz schreiben...aber reden das kann ich und wie aber ich war halt wie es sich gehört als ich noch jung war *im welschen* um denn comment zu lernen aber zuerst vier jahre *stenzsches* franzöisch gepaukt.
    bonne nuit à tous et *ALLEZ LES SUISSES*

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  4. Ich finde Starbucks sollte Sie erstens als Weltweittester der Filialen einsetzen so als Nebenjob und zweitens mal langsam ne Gage zahlen oder in jedem Shop der Welt umsonst Kaffee schlürfen...gibt ja kaum noch nen shop wo sie nicht waren..;-)

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  5. na ja.. bei Starbucks bekaeme ich wohl genauso solch einen Job..hehe

    mal ueberlegen... duerfte dieses Jahr etwa 200 mal gewesen sein, von Tokyo, bis London...

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  6. Hallo Herr nff,

    ich bräuchte noch ein paar gute Tipps für nächste Woche (NRT). Was kann man unternehmen, was nicht zu teuer ist und dennoch mal ein wenig anders? Ein kleiner Ausflug (nein, nicht der Sonnenaufgang auf dem Fujiama) vielleicht. Leider habe ich Ihre Mailadresse seit dem letzten Computercrash nicht mehr. Vielleicht mögen Sie mir schreiben? Danke im Voraus.

    Herzlichst Frau Klugscheisser

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  7. Sehr geehrte Frau Klugscheisser:
    wird gemacht!

    Gruss nff

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