Dienstag, Mai 30, 2006

die natürlichste Sache der Welt

In regelmässigen Abständen mahnen uns die Mediziner, dass wir gar nicht genug trinken können. Drei Liter täglich wären ideal und wenn man in so lebensfeindlichen, klimatischen Bedingungen wie ich arbeite, darf es ruhig auch etwas mehr sein.

Unweigerlich mit dem Trinken verbunden ist auch der regelmässige Gang zur Toilette. Die Blase füllt sich langsam und scheint zumindest bei mir, verschiedene Warnstufen zu besitzen. Bei der Ersten kommuniziert die Blase über das Hirn zu den Händen, dass diese den Gurt etwas lockern sollten. Die zweite Warnstufe zeigt an, dass in den nächsten 60 Minuten ein stilles Örtchen angesteuert werden muss, die Dritte räumt ein, dass es sich bei der vorherigen Schätzung um einen Irrtum gehandelt habe und die Entleerung besser in den nächsten paar Sekunden erfolge, die vierte Warnstufe wird in der Regel erst auf dem Weg zum Abort gezündet und die Letzte, die über die unmittelbare bevorstehende Explosion des Blasenballons informiert, erscheint mitunter erst, wenn man vor der Toilettentüte steht oder mit gezücktem Hotelschlüssel darauf hofft, dass selbige Türe sich auch öffnet.

Man spricht nicht von ungefähr von der Notdurft. Wer es einmal am eigenen Leib erfahren hat, wie schmerzhaft und hoffnungslos sich die Situation präsentiert, wenn die Hoteltüre mit Warnstufe vier plötzlich nicht aufgehen will oder das einzige stille Örtchen weit und breit wegen Reinigungsarbeiten geschlossen ist, bestätigt, dass man genau in diesem Moment richtiggehend notdürftig ist.

Wäre die Situation nicht so schon kompliziert genug, haben uns geschäftstüchtige Manager noch weitere technische Hindernisse in den Weg gelegt. Dass man mit notdürftigen Menschen viel Geld verdienen kann, wissen Hilfswerke schon lange. Vor ein paar Jahren ist die SBB auf den gleichen Zug aufgesprungen und hat die weitum beliebten McClean an den Bahnhöfen platziert. Beliebt sind diese Einrichtungen vor allem bei den nicht so zeigefreudigen Männern. Obwohl das Pinkeln einen Stutz kostet, ist die Investition absolut gerechtfertigt. Man(n) kann so sein Geschäft erledigen, ohne dass die Strahldicke, die Spritz- und die Schütteltechnik von fachmännischem Publikum kommentiert wird.
Aber eben: Wehe man hat mit Warnstufe 4 kein Frankenstück in Griffweite.

Die Alternative war bis anhin das McDonalds. Eine sehr saubere öffentliche Toilette, wo man auch noch etwas zu Essen bekommt. Doch auch hier weht ein steiferer Wind. Der Manager möchte, dass mehr gegessen als gepinkelt wird und hat jede Toilettentüre mit elektronischem Schutz versehen. Eintritt wird nur mit dem auf der Quittung aufgedruckten Code gewährt. Wenn sie beim nächsten Stadtbummel junge Leute beim Durchwühlen der McDonalds Abfalleimer beobachten, hat dies nichts mit steigender Armut zu tun, es handelt sich vielmehr um quittungssuchende Mitmenschen, die Level 4 haben und das Essen bei McDonalds nicht mögen.

Auch Starbucks vertraut auf elektronische Sicherung der stinkenden Löcher. Zum Glück ist der Code bei der Filiale am Bellevue seit Jahren unverändert und ich bin überzeugt, dass schon die ganze Stadt weiss, wie viel Erleichterung die Kombination 2002 bringen kann.

Ich könnte noch viele Beispiele aus der Stadt Zürich aufzählen, lasse dies aber bleiben. Gestern musste ich mit akuter Warnstufe 4 erkennen, dass die Abzockerei beim Erledigen der natürlichsten Sache der Welt, auch auf dem Lande Schule macht.
Im Stechschritt hechtete ich die Treppe von der Autobahnraststätte Glarnerland hinunter und schlug nach einer scharfen Linkskurve mit dem Oberschenkel gegen ein Drehkreuz. Mein Blasenalarm schaltete von Stufe 4 auf Stufe 5 und die hochmoderne Sicherheitsanlage legte mir nahe, einen Franken in den engen Schlitz zu werfen. Ich fluchte, fand zur Freude ein geeignetes Geldstück, wurde aufgefordert die Quittung entgegenzunehmen und konnte Sekunden später gerade noch nasse Hosen vermeiden.
Die Quittung berechtigt zum vergünstigten Bezug einer Konsumation, ist Wochen gültig und nützt vor allem der hausansässigen Gastronomie. Ich verstehe die Welt nicht mehr!

Selbstverständlich habe ich den Gutschein in einen Milchkaffee investiert, was ja bekanntlich harntreibend wirkt und musste prompt knappe 30 Minuten später einen Parkplatz ansteuern. Glücklich, etwas trotzig und richtig animalisch habe ich mich an einem Baum erleichtert und mich lauthals über die Verkomplizierung des Lebens ausgelassen.

Jetzt bleibt mir nur noch die Hoffnung, dass Airlinemanager diese Zeilen nicht lesen. Sonst finden wir in wenigen Monaten an den WC-Türchen in der Economyklasse kleine Kästchen, die einen Eintritt nur nach der Eingabe der ‚Miles & More’ Mitgliedernummer erlauben.

Samstag, Mai 27, 2006

Chief Executive Soldier

Freitagabend im Lan Kwai Fong in Hongkong ist was Besonderes. Tausende von vergnügungssüchtigen Leuten stürmen die steil ansteigende Strasse und suchen heitere Abwechslung vom strengen Berufsleben.
Die Behörden zeigen Verständnis und sperren die wichtige Verkehrsachse für das wöchentliche Spektakel.
So stand ich gestern zusammen mit dem anderen Copi gemütlich in einer Bar, als eine Bande hübscher junger Frauen zielstrebig auf mich zusteuerte. Die Grösste und Attraktivste der Gruppe fokussierte mich mit ihren hübschen Augen und ich blickte in meiner Unsicherheit nach links und nach rechts, weil ich aufgrund der ungewohnten Aufmerksamkeit David Beckham hinter meinem Rücken wähnte.

Dass ihre Aufmerksamkeit tatsächlich meiner Person galt, bestätigte sich in den nächsten Sekundenbruchteilen. Doch statt sich nach meinem Namen zu erkundigen oder etwas Nettes zu sagen, fragte die jugendliche Schönheit nach meiner Visitenkarte. Visitenkarte? Noch nie im Leben habe ich so ein Dokument besessen und noch nie habe ich diese kleinen Karten aus dickem Papier vermisst. Warum gerade heute Abend?
Meine Nachforschungen ergaben, dass sich das junge Ding viel zu früh in die Arme eines Mannes geworfen hat und demnächst heiraten wird. Die Gruppe fideler Weiber feierte also einen Polterabend und meine Businesscard hätte als Beweis für zwischengeschlechtliche Bekanntschaften den Weg ins Erinnerungsalbum gefunden.

Die Frauenzimmer zogen ab und wir nippten wieder gemütlich und einsam an unserem Bier weiter. Trotzdem hat mich die Visitenkartengeschichte noch weiter beschäftigt. Was sollte bloss auf meiner Karte alles stehen? Der Name, das ist klar, aber was sonst noch? Aufgrund des fehlenden Mittelnamens, fällt bei mir der dominante Buchstabe zwischen Tauf- und Familienbezeichnung weg, was wiederum nur mit einem eindrücklichen Titel wettgemacht werden kann.
Soll es Copilot oder gar die offizielle angelsächsische Bezeichnung Senior First Officer sein? Eher nicht, beide klingen nach zweiter Geige und haben in den letzten Jahren enorm an Erosfaktor eingebüsst.
Vielleicht Lebemann, Geniesser oder gar Connaisseur? Passt irgendwie auch nicht und im Grunde bin ich ja ein ziemlicher Spiessbürger.

Es muss was Epochales, was Eindrückliches, was Einzigartiges sein, was sowohl nach heroischen Taten als auch nach Einfluss riecht. Mein Hirn dreht sich im Kreis, während der Kollege noch ein zweites Bier bestellt.
Was passt zu mir und was gibt mir bei ach so wichtigen Anlässen das notwendige Gewicht? Es muss international sein und sowohl Führungspersönlichkeiten als auch Polterabendweiber beeindrucken.
Der Geistesblitz kommt fast gleichzeitig wie das frisch gezapfte Bier:der Titel Chief Executive Soldier wird meine erste Visitenkarte schmücken!

der Tag des Abfluges


Dieser Tag ist immer etwas speziell. Je näher die Abflugszeit kommt, desto eher ist man gezwungen Sachen zu machen, die man eigentlich gar nicht mag. Muss ich die erste Schicht schieben, also die ersten 9 bis 10 Stunden in der Kanzel sitzen, versuche ich im Zustand absoluter Wachheit, vor dem Flug ein paar Stunden zu schlafen. Der Planungscomputer kennt dafür das nicht nachvollziehbare Kürzel ‚V’. Ich kann mir weder in Englisch noch in den restlichen vier Landessprachen vorstellen, wofür das ‚V’ steht, vermute aber, dass es etwas mit ‚verheizen’ zu tun hat.

Die zweite Schicht wird ‚W’ genannt, auch eine absolut nicht erklärbare Abkürzung. Ich schiebe heute Nacht diese Schicht und darf kurz nach dem Start in die Koje liegen und je nach Mitleid des Kapitäns, der wie immer das Filetstück bekommt und sich in der Mitte des Fluges flach legt, vier bis fünf Stunden schlafen.
Jetzt sind wir schon beim wichtigsten Punkt der Flugvorbereitung des ‚W’-Copiloten: Man muss möglich müde den Flugdienst antreten, um erstens das Mitleid des Kapitäns zu erregen und zweitens erschöpft genug ist, um im Crewbunk wenigstens ein paar Minuten in einen schlafähnlichen Zustand zu fallen.
Das ist auf dem Heimflug von Hongkong schwieriger als man auf den ersten Blick bei einer Abflugszeit so um Mitternacht vermuten könnte. Wir umfliegen das Himalayagebirge nördlich und kommen dank den stabil starken Winden regelmässig in den Genuss von mittleren bis starken Turbulenzen. Das war in den letzten zehn Jahren so und wird auch heute nicht anders sein.
Sobald China hinter uns liegt, hört die Schüttlerei schlagartig auf und das ist etwa nach vier bis fünf Stunden, also dann, wenn der Chef sich schlafen legt. So viel zu den Filetstücken.

Apropos Filet, als ‚W’ verpasse ich die Völlerei des normalen Service und muss mich vor dem Flug verpflegen. Dies zu einer Zeit, wo der Körper eher nach einem kalten Bier statt nach scharfer Nahrung schreit. Bier ist aus verständlichen Gründen tabu und scharfe Nahrung sollte ich so kurz vor der befohlenen Nachtruhe auch nicht unbedingt in mich hineinstopfen. Ein Restaurant zu finden, das in Hongkong schwach gewürzte Speisen serviert und im Getränkeangebot auch anderes führt, als Leitungswasser und Bier, ist eine nicht leicht zu lösende Aufgabe.

Den Lohn für die heutigen Strapazen darf ich dann am Sonntagmorgen in der Früh ernten. Mir steht die Landung zu und das entschädigt doch für einiges. Müde werde ich sein, doch Adrenalin und eine gute Vorbereitung hier in Hongkong werden dafür sorgen, dass ich beim Eindrehen auf den Leitstrahl der Landepiste im vollen Besitze meiner Kräfte sein werde.

Wenn sie als Passagier nach der Landung einmal eine Cockpitbesatzung zu Gesicht bekommen erschrecken sie nicht, die zwei jämmerlichen Figuren neben dem frischen Kapitän sind die Copiloten. Ihr Äusseres hat nichts mit mangender Arbeitseinstellung zu tun, sondern ist das Resultat konsequenter Durchsetzung des ‚V’- & ‚W’-Regimes. Oder anders gesagt, bei der Fliegerei ist es wie im richtigen Leben: Nicht jeder kriegt das Filetstück.

Freitag, Mai 26, 2006

vom UVI zum UHU

Von der Fähre kommend, bin ich an getrocknetem Fisch vorbei gelaufen und sitze jetzt entspannt, aber etwas müde am kleinen Holztisch und warte auf mein Morgenessen.
Die rechte Schulter schmerzt ein wenig und das ist eindeutig eine Folge meines runden Geburtstages. Nicht dass ich am Wochenende aufgrund des vielleicht etwas allzu häufigen Zuprostens mit den Weingläsern räuschig auf die Schulter gefallen wäre, ich bin vielmehr das Opfer diverser Datenbanken. Unglaublich, ja fast beängstigend, wer alles von meinem Schritt vom UVI (unter vierzig) zum UHU (unter hundert) wusste.
Meine Umhängetasche ist voll mit Publikationen und Prospekten, die mir im Rahmen meines Geburtstages zugestellt wurden, ich unter Schmerzen hier hingeschleppt habe und jetzt gemütlich bei Kaffee und Bagel studieren werde.

So hat mich zum Beispiel die Handelszeitung als potenzieller Kunde erkoren und deckt mich seit Wochen mit Gratisnummern ein. Schliesslich soll man als UHU jederzeit in der Lage sein, die Ausschläge der Börsen und die neusten Managerfürze beschreiben zu können. Am liebsten lese ich die Seite mit den Interviews mit Nachwuchsführungskräften. „Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg“, „wir müssen zu unserem Humankapital Sorge tragen“ – Sätze wie diese lese ich gerne. Sie sind wie die täglich erscheinenden Horoskope: gut fürs Gemüt aber leider fern der Realität.

Auch das Magazin Stocks wirbt mit seinem Hochglanzheft für neue Leser und rät mir Lufthansa-Aktien zu kaufen und schnellstens ihre Publikation zu abonnieren. Die Credit-Suisse erinnert mich daran, dass ich bald in der Geriatrieabteilung enden werde und erklärt mir auf 23 Seiten die Unterschiede von Säule 3a bis Säule 16z. Herr Müller von der Hypothekenabteilung malt den Teufel an die Wand und meint in mahnendem Ton, dass variable Produkte schnellstens in Hedge-Fonds umgeschichtet werden müssen, die wiederum mit derivaten Produkten aus Emerging Markets abgesichert werden sollten, damit die Steuerrechnung nächstes Jahr nicht allzu hoch ausfällt.
Ich verstehe nur Bahnhof, suche vergeblich die Sportseiten und widme mich danach der ebenfalls gratis zugestellten Weltwoche. Gespannt und interessiert lese ich die ersten Artikel, bin vom Geschriebenen zum Teil begeistert und spiele mit dem Gedanken, dieses Heft für 20 Franken als Probeabo zu bestellen. Die Strategie der Werbeabteilung war bis zum Zeitpunkt erfolgreich, bis ich die Kolumne eines Herrn zu Gesicht bekam, der zum Vornamen Christoph heisst und als Nachnamen die infantile Form von Morgen trägt. Das Heft landete subito auf dem Altpapierstapel.
Meine Mappe verliert zu meiner Erleichterung an Gewicht und es wartet nur noch das Facts auf mich. Ein lieber Brief des Chefredakteurs, der mich mit dieser Gratisnummer als neuer Kunde gewinnen möchte, schöne Bilder, wenig Text, teures Papier aber nichts, das mich so fesselt, dass dieses Produkt jede Woche in meinem Briefkasten landen müsste.

Der erste Kaffee ist getrunken, die Sonne hat die Wolken vertrieben und ich blicke am Altpapierstapel vorbei auf den Pazifik hinaus. Sechs Kilo Papier habe ich nach Hongkong geschleppt und nur allein für den Transport dieser, verbrauchten wir gestern rund 2 Liter Kerosin zusätzlich.
Ich anerkenne die Anstrengungen der Werbeabteilungen neue Leser zu gewinnen, kritisiere aber die Qualität der Datenbanken. Falls irgendein langhaariger, fertigpizzaessender Programmierer dieser Zeilen liest, soll er mein Profil mit korrekten Daten füttern.

Folgende Publikationen können mir bedenkenlos über Jahre hinweg gratis zugestellt werden:
die Zeit, NZZ, Tagi, Outdoor, Kanu, Mountainbike, Pxxxboy, Stern.
Vielen Dank schon jetzt!

Dienstag, Mai 23, 2006

der Dreiundzwanzigeste

Von Milestones reden Projektverantwortliche, wenn wichtige Termine anstehen. Bei uns Fliegenden ist das ganz einfach und simpel der Dreiundzwanzigste. In der zweiten Tageshälfte jedes Dreiundzwanzigsten hat der Planungscomputer erbarmen und publiziert auf dem Internet den persönlichen Arbeitsplan des folgenden Monats.
Erwartungsvoll sitzt die Swissgemeinde schon am Vormittag vor dem Laptop und hofft, dass die Planungsgötter erbarmen hatten. Der Terminkalender des Folgemonats, der immerhin schon in acht Tagen beginnt, ist noch leer oder hat höchstens einige mit viel Optimismus eingetragene Bleistiftnotizen.

Es ist der Tag, wo sich entscheidet, ob die Taufe des Patenkindes ohne den Paten von statten geht, ob der schon Monate vorher gesetzte Zahnarzttermin verschoben werden muss, ob die Geburtstagsparty des Freundes ohne einen stattfindet, ob die Grümpelturniermannschaft auf den besten Ersatzspieler verzichten muss oder ob das Nachtessen mit Hubers schon wieder ausfällt.

Gewisse Wünsche kann ich im voraus anbringen. Der emotionslose Rechner im Planungsbüro hat jedoch kein Ohr für besondere Notlagen, reagiert weder auf Bestechung noch auf Augenaufschläge und plant in erster Linie so, dass jeder Flug durchgeführt werden kann.

Jetzt im Festmonat Juni stehen natürlich freie Wochenenden hoch im Kurs. Auch gewisse Destinationen in ferne Länder erscheinen immer wieder zuoberst auf der Wunschliste der Crewmitglieder.
Am höchsten im Kurs der Berufsflieger steht Bangkok. Ein geplanter Flug nach Thailand kommt einem Ritterschlag gleich und dementsprechend hoch sind dann die Erwartungen der Besatzungen. Mit Einkaufslisten so lange wie eine Rolle Toilettenpapier, treten die Shoppingverrückten den Flug an und kaufen Berge von unnützen Sachen ein, die wenig später wegen Nichtgebrauchs auf dem heimischen Flohmarkt landen.
Ich mag Bangkok nicht besonders.

Meine Favoriten sind Hongkong und Tokio. Jetzt wo die dicken Regenwolken für ein paar Monate das Wetter an der asiatischen Pazifikküste bestimmen, steigen die Chancen, einen Flug in eine dieser Städte zu bekommen. Nicht besonders gut zu sprechen bin ich auf die amerikanischen Reiseziele. Es ist zwar ein wunderschönes Land, aber die Einreisebedingungen speziell für Crews, sind einem zivilisierten Land nicht würdig.

Der Crew-Server wird immer langsamer. Wie ich sitzen jetzt hunderte von gespannten Kollegen vor ihren Kisten und haben die persönliche Internetseite geöffnet. Der Puls steigt und mit ihm der Wunsch, auch mal wieder Termine über das Monatsende hinaus fixieren zu können.

Mittwoch, Mai 17, 2006

Wetterkapriolen


Ich friere! Knapp drei Meter von der offenen Pforte, die dieses Kaffee von der tropischen Aussenwelt trennt, sitze ich schlotternd am Tisch und geniesse, wie der wärmende Milchkaffee schlückchenweise meinen Gaumen erwärmt.
Dieser klimatische Effekt ist technologisch bedingt. Schon seit Menschengedenken werden Räume in Hongkong mit aller Macht auf winterpullovertaugliche 18° C heruntergekühlt und die, durch die unangenehm heissen Aussentemperaturen weit offenen Schweissporen, beim Eintritt in die Kühlhalle schockartig geschlossen.
Man gewöhnt sich nie daran. Erschwerend kommt heute dazu, dass draussen der Taifun tobt und mit peitschendem Regen die Passanten bis auf die Haut durchnässt.
Ich will nicht klagen, schliesslich ist jede der Alternativen besser, als im dunklen Hotelzimmer auf den Abflug zu warten.

Matchentscheidend sind bei solchen Wetterkapriolen die persönlichen Ausrüstungsgegenstände. Naheliegend scheint der Gebrauch eines Regenschirmes zu sein. Dieses primitive Drahtgestell mit plastifiziertem Überzug, eignet sich aber nur bedingt bei Windgeschwindigkeiten von im Moment über 60 km/h. Wer nicht den halben Tag damit verbringen möchte, diesen Gegenstand wieder in die ursprüngliche Form zu biegen, sollte ihn besser im Hotel lassen. Auch schützende Jacken aus regenresistenten Stoffen können nur mit Vorbehalt empfohlen werden. Man schützt sich damit zwar gegen das Nass von oben, erlebt nach ein paar Schritten im tropischen Klima dafür am eigenen Leib das Nass von innen. Nicht enden wollende Schweissausbrüche und unangenehme Geruchsemissionen sind die Folgen.
Auch die Füsse verpackt man am besten so leicht wie möglich, denn sowohl Socken als auch Schuhwerk sind nach wenigen Schritten durchtränkt und geben bei jedem Schritt furzähnliche Laute von sich.

So bin ich also mit Shirt, Jeans und Flip Flops unterwegs und hechte von Unterstand zu Unterstand. Als nicht ganz optimal erwies sich meine Kleiderwahl allerdings gestern Abend beim spontanen Besuch in einer russischen Bar im Lan Kwai Fong.
Die Attraktion im Balalaika ist der auf -10°C heruntergekühlte Wodkadegustierraum, den man mit bereitgestellter Pelzkappe und Fellmantel betritt. Sämtliche Einrichtungsgegenstände sind aus solidem Eis und der Wodka wird servierbereit in frostigen Gläsern gereicht. Die Tierhäute sorgten für ein angenehmes Körperklima, die Flip Flop bestanden den arktischen Tauglichkeitstest mit dem Prädikat ‚ungenügend’.

Wie ihr seht, sind Klimaanlagen und das Wetter die beherrschenden Themen in Hongkong. Dass Kühlgeräte Stromfresser sind und sich das negativ auf Natur und Budget auswirkt, haben in der Zwischenzeit auch die Chinesen gemerkt. Ich anerkenne die Anstrengungen der Behörden, musste aber trotzdem schmunzeln, als ich in der Metrostation Central dieses Bild entdeckte. In der, bis zur Hühnerhaut heruntergekühlten Halle, wurde aus Spargründen eine der sechs Rolltreppen abgestellt. Ein Anfang, immerhin.

Obwohl der Taifun leicht nach Osten abgedreht hat, stürmt es immer stärker und die Behörden haben Warnstufe 3 ausgerufen. Zeit für mich zu gehen und im Hotel auf weitere Anweisungen zu warten.
Ich komme nächste Woche wieder und zähle auf besseres Wetter!

Dienstag, Mai 16, 2006

Warten auf Miss Chanchu

Die Luft ist geschwängert mit Feinstaub, Temperatur und Taupunkt sind fast identisch und kratzen an der 30°-Grenze und der Schweiss rinnt aus jeder Pore. Hongkong hat mich wieder und trotz widrigen atmosphärischen Bedingungen geniesse ich den Aufenthalt am Ufer des Südchinesischen Meeres.
Dreizehn Stunden habe ich durchgepennt und fühle mich frisch, wie nach einer kalten Dusche am frühen Morgen auf einem der Campingplätze, auf denen ich letzte Woche meine Ferien verbrachte.
Wie schön wäre jetzt ein warmer Milchkaffee in meinem Lieblingsrestaurant am Hafen von Lantau. Aufs Meer hinausblicken und den Abend langsam näher kommen lassen.
Doch schon der erste Blick auf die Meerenge zwischen Hongkong Island und Kowloon lies nichts Gutes erahnen. Der Wellengang war hoch und die Wogen peitschten gegen die Hafenmauer. Ich änderte meine Pläne, tauchte in den Untergrund ab und steuerte auf verschlungenen Wegen den ersten Starbucks an.
Auf meinem Weg zum ersten Milchkaffee nach langem Schlaf passierte ich die Subwaystation Tsim Tsa Tsui und dort war einer der vielen Angestellten damit beschäftigt, eine Taifunwarntafel aufzustellen.
Stufe 1 ist aktiv und das interessiert die Einheimischen wenig bis gar nicht. Nicht dass ich sehr beunruhigt wäre, aber seit dem Start in Zürich wissen wir, dass der erste Taifun der Saison mit dem wohlklingenden Namen Chanchu exakt zum Zeitpunkt unseres Abfluges am Mittwoch genau über Hongkong ziehen könnte.
Die erwarteten Windgeschwindigkeiten decken sich in etwa mit der Abhebegeschwindigkeit unseres A340 und das lässt doch nichts Gutes ahnen. Der Wetterdienst warnt bei einem eventuellen Auftreffen des Sturmes vor einem Anstieg des Meeres um bis zu 2.5 Meter, herunterfallenden Dachteilen und umstürzenden Bäumen. Bäume sind selten in Hongkong und mein Zimmer befindet sich im 15. Stockwerk, dies sind immerhin einige gute Nachrichten.
Vorerst heisst es allerdings Prioritäten setzen. Miss Chanchu soll ja erst Morgen kommen und heute ist auch noch ein Tag. Gegen die schwülen Temperaturen gibt es hunderttausende Klimaanlagen in dieser Stadt und gegen den strömenden Regen ein unterirdisches Netz von verschlungenen Wegen. Die gemütlichen Restaurants unter freiem Himmel schützen sich mit Plastikplachen und kreativ angebrachten Schutzvorrichtungen vor der wütenden Natur und ich finde solche Anstrengungen sollten mit einem Besuch unbedingt gewürdigt werden.
Immer wieder schweift mein Blick aber auf die jetzt überall präsenten Tafeln mit den entsprechenden Warnstufen. Noch immer herrscht Stufe 1, ab Stufe 3 bin ich gemäss Vorschriften ans Hotelzimmer gefesselt und muss jederzeit bereit sein, für einen allfälligen Einsatz.
Jetzt beginnt das lange Warten auf Miss Chanchu. Bitte lieber Petrus, lass mich nicht zu lange warten, am Samstag zelebriere ich einen Runden und ich möchte unbedingt zuhause sein, unbedingt!

Freitag, Mai 12, 2006

Nordic Walking

Zusammen mit vielen anderen Anhängern der neuen Freizeitbewegung trafen wir uns gestern in Dietlikon zum grossen Nordic Walking Treff.
Für mich eine neue Disziplin. Da ich mich normalerweise joggend, radelnd oder wandernd durch die Gegend bewege, stellte ich mich anfangs ziemlich ungeschickt an. In regelmässigen Abständen rammte ich mit meiner Gehhilfe eine Mitstreiterin oder ein in den Weg gelegtes Hindernis.
Obwohl vom kleinen Baby im Kinderwagen bis zum Greis an diesem Morgen alles mitlief, war das angeschlagene Tempo enorm. Noch bevor ich mich an die neue Fortbewegungsart und die unglaublich vielen Eindrücke, die auf mich einprasselten gewöhnt hatte, stieg das Terrain das erste Mal an.
Ein kleiner Stau war die Folge und es fielen die ersten bösen Worte. So friedlich wie es die Werbung uns einreden will, scheint diese Freizeitbeschäftigung auch nicht zu sein.
Den ersten Sattel erreicht, beschleunigte ich leicht und wurde sogleich von meiner Frau zurückgehalten. Am Wegrand türmten sich die ersten Sehenswürdigkeiten und die wollten genau betrachtet werden. Meine Mitkämpfer teilten die Begeisterung für diese Nebensächlichkeiten nicht und das Feld zog langsam aber sicher davon.
Als uns schliesslich der Greis, den wir gleich zu Anfang des Parcours abgehängt hatten überholte, verlor ich die Geduld und drängte auf ein Weitergehen.
Diese erste Anhöhe entpuppte sich als erstaunlich gross und die Organisatoren haben sich Mühe gegeben, einen verwinkelten und originellen Pfad auszustecken.
Wo es raufgeht, da geht es auch runter, dieses Naturgesetz gilt überall ausser am Malojapass und schon bald folgte der erste heikle Abgang.
Wieder ein kleiner Stau, den wir Dank Erfahrung und ausgeklügelter Technik missbrauchten, um einige Positionen gut zu machen.
Die nächste Ebene folgte und auch die war viel zu verwinkelt und mit Sehenswürdigkeiten voll gestopft. Dann endlich der erste Verpflegungsstand. Getränke und exotisch klingende Speisen wurden angeboten und vor dem Toilettenhäuschen mit der Aufschrift ‚Wickeltisch’ stauten sich unendlich viele Kinderwagen. Eine schöne Geste vom Organisator, dass er an dieser Sportveranstaltung speziell an die Familien denkt.
Wir haben auf eine Pause verzichtet, was ich prompt auch einige Minuten später bereute. Mit zittrigen Knien wartete ich auf einer Sitzgelegenheit darauf, bis meine Partnerin eine weitere Attraktion der Strecke genaustens betrachtete.
Von jetzt an war ich froh über die Gehilfen des Nordic Walkings. Ich stützte mich auf diese und sehnte mich dem Ziel entgegen.
Nach meinem Gefühl sollte das Ende des Parcours jeden Moment hinter der nächsten Ecke erscheinen. Es folgte noch eine Ecke, dann noch eine und plötzlich wieder eine Steigung, ein paar weitere Ecken und ein steiler Abgang.
Völlig erschöpft und am Rande des Zusammenbruchs erspähte ich dann das erlösende Ziel.
Von den 15 IKEA-Kassen waren deren Drei geöffnet und die Schlangen davor waren entsprechend lang.
Der Schweiss rann an mir herunter, als ich nach dem Verstauen des 45kg schweren HÖGLÖFÖ Gestelles und den 12 Schubladen mit dem harmonisch klingenden Namen BLÖMÖ im Autosessel versank.
Was finden die Leute nur so toll am Nordic Walking?

Mittwoch, Mai 10, 2006

Wandern in der Provence

Das Wichtigste gleich zum Anfang: Die Provence durchwandert man nicht, man durchfährt sie. So haben das auf jeden Fall die Touristikfachleute vorgesehen.
Es gibt dutzende Ausflugsrouten für motorisierte Reisende mit Strohhut auf der Ablage, aber sehr wenig ausgeschilderte Strecken für Wandervögel mit Sonnenhut auf dem Kopf.
Da hilft nur eines: Fachliteratur.

Das noch in Zürich erstandene Heft verspricht exakte Routen, genaue Höhenprofile und ist zu meiner Freude auch noch recht schön bebildert.
Bei Tour Nummer 6 schwärmt der Autor von den traumhaften Landschaften und den moderaten Anforderungen. Wir lassen uns von seiner Begeisterung anstecken und schnüren die Bergstiefel.
Anfangs leistet der Führer gute Dienste. Die ersten 350m der 14km langen Wanderung sind tadellos beschrieben: ‚Immer gerade aus dem Weg folgend, erreichen sie die erste Anhöhe.’

Doch plötzlich teilt sich unser Weg auf drei verschiedene Pfade auf. ‚Wir gehen oberhalb eines Felstales linker Hand und gelangen zu einem Fahrweg, dem wir weiter aufwärts folgen’, meint der Fachmann zu der Navigation an der Schlüsselstelle. Spassvogel, erstens steigen alle drei Pfade an und zweitens handelt es sich bei sämtlichen Varianten um Fahrwege!
Lange Rede kurzer Sinn, wir probierten die Möglichkeiten aus und es war, wie könnte es auch anders sein, der Letzte der richtige Weg!

Bald war der Frust vergessen und wir folgten dem engen Pfad bergab hinein in ein wunderschönes Tal. Ein malerisches Dorf präsentierte sich uns, nur leider waren alle Fensterläden und Kneipen geschlossen und die bis unter den Rand gefüllten Pools warteten auf die gut betuchten Besitzer aus der Hauptstadt.
Ein herrenloser Hund folgte uns mit respektvollem Abstand und der Weg stieg langsam wieder an.

‚Wir bleiben eine gute halbe Stunde auf dem leicht ansteigenden Hauptweg, bis wir auf einen Querweg treffen’, pries der Wanderfachmann das vor uns liegende Teilstück an. Die Sonne brannte auf uns herab und der Schweiss schoss aus allen Poren.
Von wegen leicht ansteigend, gemäss meiner Pumpe befanden wir uns in einer Wand, die gerade noch ohne Seilsicherung durchstiegen werden konnte.
Wenigstens stimmte die Zeitangabe. Nach gut 32 Minuten wurde der Sattel erreicht und wir freuten uns auf ein stärkendes Picknick.

Da es in der Provence von Kurvereinsbänkli nicht gerade wimmelt, musste eine Steinmauer als Sitzgelegenheit während unseres Marschhaltes herhalten. Genau im Blickwinkel schimmerte ein von der Sonne vergilbtes Schild mit der kaum mehr lesbaren Aufschrift: ‚Attention les vipères!’
Die Rast auf der Steinmauer war nach dem Studium der Warnung Geschichte und laut stampfend verliessen wir den Aussichtspunkt Richtung Zielort.
Nach vier Stunden Marsch endlich die ersten Häuser vom schon fast kitschigen Städtchen ‚Fontaine-de-Vaucluse’. Die Bistros waren zahlreich und die Stühle mit gut ausgeruhten und pastistrinkenden Autotouristen gefüllt, die uns mitleidig betrachteten.

Wer jetzt glaubt, dass wir wegen den Widrigkeiten dem Wandern abschworen und am folgenden Tag eine Entdeckungstour im Fahrzeug absolvierten, der täuscht sich. Tour 7 wartete auf uns. Auch dieser Marsch war eindrücklich und hart - und wisst ihr was, ich hab mich wieder verirrt……

Dienstag, Mai 09, 2006

eine ernste Sprache

‚Où est la clèf, voici la clef, elle est ici!’, das war der erste Satz der französischen Sprache, den ich unter pädagogischer Obhut lernte.
Freilich hatte ich schon früher Kontakt mit der Sprache Molières. Seit ich vom Kriechgang in die aufrechte Fortbewegungsart wechselte, machte unsere Familie Ferien an der Ardèche in Südfrankreich. Ein hungriges Kind, wie ich es immer war, begriff ich schnell, dass Eiscrème in der Fremde gleich hiess wie in heimischen Gefilden und zwei Kugeln des leckeren Glacés ‚deux boules’ bedeuten.
Ganz unbeschwert machte ich von der neuen Sprache gebrauch und paukte aufregende Wörter bei Spiel und Sport mit den einheimischen Hosenscheissern.
Noch bevor mir an allen möglichen und unmöglichen Orten Haare spriessten, bestritt ich Sportwettkämpfe auf internationaler Ebene.
Wieder brauchte ich die Sprache Napoleons und wieder ging das ohne nennenswerte Probleme.
Dann trat der Pädagoge Dr. Staenz in mein noch junges Leben und dieser Dr. Staenz duldete keine, absolut keine Fehler. Sein Lebenswerk war es, heranwachsende Deutschweizer mit seiner preussischen Lernmethode zu quälen.

‚Où est la clèf, voici la clef, elle est ici!’, war der Einstieg in das Buch, das mich in den folgenden drei Jahren begleiten sollte.
Man kriegt nie eine zweite Chance für einen ersten Eindruck, sagt eine alte Weisheit. Dr. Staenz hat diese Chance verspielt.

Wie kann man eine Sprache, die von Landsleuten gesprochen wird, die den Pastis, das Baguette, fünfgängige Menüs und Schnecken an Kräuterbuttersauce erfunden haben, nur so langweilig und unspektakulär vermitteln?
Ich habe mir die guten Gespräche und die erotischen Flirts mit den Französinnen in meiner Jugend durch das Lehrbuch nie vermiesen lassen, doch so etwas wie ein Trauma blieb dennoch zurück.

Die posttraumatische Phase verlief soweit ereignislos, bis ich zum ersten Mal statt mit Franzosen mit Welschen in Kontakt kam. Plötzlich standen nicht mehr die Kommunikation und der Austausch im Vordergrund, sondern die korrekte Form des ‚passé composé’.
Flirts wurden so total unerotisch und Gespräche inhaltslos. Während ich das melodiöse und alles andere als perfekte Deutsch der Romands als überaus sexy empfand, schüttelten Bewohner der anderen Seite des Röstigrabens sofort den Kopf, wenn meine Kleinigkeit ‚passé simple’, ‚conditionnel présent’ und den ‚imparfait’ etwas allzu kreativ anwendete.
So machte Kommunikation keine Freude und ich beschloss, die französische Sprache ab subito zu boykottieren.

Als ich aber gestern nach über 20-jähriger Abwesenheit in der alten Stammkneipe meiner Eltern an der Ardèche in stockendem Französisch einen Pastis bestellte, spürte ich die alte Herzlichkeit der Bewohner des ‚Massiv Central’ wieder. Man nahm mich wahr, man sprach mit mir, man schätzte meinen Versuch, die Landessprache anzuwenden!

Einige Pastis später war der Friede mit dem Französisch endgültig geschlossen. Die Sätze sprudelten wieder in alter Frische aus meinem Mundwerk und ich bin überzeugt, dass ich praktisch fehlerfrei konjugierte.

Das Anisgetränk forderte bald seinen Tribut und ziemlich dringend musste ich ein urmenschliches Bedürfnis befriedigen, oder wie die Franzosen sagen: ‚Je doit faire une fontaine!’