Donnerstag, April 06, 2006

es geht mir gut!

Soll man nach einem Nachtflug, drei Stunden im Restaurant und fünf Mal sechzig Minuten in Bars etwas niederschreiben, das auch noch tiefgründiges Beschreiben soll und den Anspruch hat, die Leser zu unterhalten?
Die Antwort ist JA! Genau diese Momente, wo das Hirn als teigige Masse wahrgenommen wird, die Müdigkeit unendlich gross ist und der Körper dennoch nicht einschlafen will, gehören zu den typischen Aggregatszuständen des fliegenden Personals.
Ich sitze jetzt also in meinem Zimmer mit der kaum merkbaren Nummer 1308 in der wunderschönen Stadt Hongkong und philosophiere in meiner Müdigkeit gefangen vor mich hin. Die wunderschöne Stimme von Katie Melua summt mir aus dem iPod ein Nachtlied vor und das Blut wird spürbar durch die im Joe Banana müde getanzten Beine gepumpt.

Es geht mir gut!

Der Abend war gut und erhielt durch die Anwesenheit eines Jugendfreundes das Prädikat Klasse. Obwohl man sich immer an einen gewissen Ablauf im Nachtleben in dieser Grossstadt hält, wird regelmässig Neues entdeckt. Hippe Bars werden geöffnet, vertraute Spelunken sind geschlossen – ein Kreislauf in einer Metropole, der nie zu enden scheint.
Doch warum schreibe ich das? Irgendwie muss ich wohl meinen kleinen Schwips rechtfertigen, denn neue Lokale müssen schliesslich entdeckt werden.

Es geht mir gut!

Katie singt von blauen Schuhen und das Feuer auf den Sohlen meiner Füsse brennt kräftig weiter. Warum hört der Mensch im Allgemeinen und der Copilot im Speziellen zu wenig auf seinen Körper? Die Antwort ist relativ einfach. Würde ich konsequent den Signalen meiner Maschine folgen, müsste ich noch heute den Dienst quittieren und mit mir vermutlich tausende Banker, Bürolisten, Beamte und andere Wertschöpfer. Doch muss man immer alles übertreiben und statt in die Kissen zu schnarchen von Bar zu Bar ziehen? Abschliessend beantworten kann ich die Frage vermutlich erst Morgen, wenn um 10 Uhr Lokalzeit der Wecker summt. Doch was mache ich mir Gedanken, schliesslich hat es Spass gemacht und das Wichtigste:

Es geht mir gut!

Ich werde jetzt das Licht löschen und mich zum schlafenden Hongkong gesellen. Noch schnell die letzten Worte tippen und mich verabschieden. Die Augen fallen schon fast von selber zu und der leise summende Motor der Zimmerkühlanlage singt mich in den Schlaf. Auch Katie schweigt und das Brennen auf den Schuhsohlen schwindet. Gute Nacht!

Jetzt geht es mir noch besser!

Kommentare:

  1. Und das Leben ist so unglaublich schön!! Auch ich freue mich schon wieder auf "Live music till late...", wie es am Eingang des Joe Banana so schön heisst!

    Nun werde ich aber erst mal den heimischen Clubkeller beehren und mich auf eine Dame mit gutem Musikgeschmack am DJ-Pult freuen!

    Lassen Sie es sich in Honkong weiter gut gehen! Ich freue mich für Sie mit!
    Golfox

    AntwortenLöschen
  2. Ja dieses Hongkong! Fliege nun schon seit 10 Jahren regelmässig in diese Stadt und entdecke jedesmal ein anderes Gesicht dieser Metropole. Wer weiss, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja einmal im Wanchai, im Aqua, in der ach so verrückten Felix-Bar oder zum Frühstück auf der Lammainsel.

    Gruss nff

    AntwortenLöschen