Freitag, Oktober 21, 2005

ratlos

Als Pilot hat man immer eine Antwort bereit, das meinen zumindest die Passagiere hinten im Flieger. Auch wir sind alles andere als perfekt und stehen manchmal vor unlösbaren Problemen.
Es hat sich bewährt, mögliche Ereignisse und Zwischenfälle vorher durch den Kopf gehen zu lassen und verschiedene Lösungsansätze zu speichern.
Vorbereitung ist alles und darum versuche ich mir schon jetzt eine Strategie bereitzulegen, was ich bei der nächsten Einreise in die USA auf den landwirtschaftlichen Deklarationszettel schreiben soll.
Seit Jahr und Tag muss ich dem Einwanderungsamt des angeblich demokratischsten Landes der Welt beichten, ob ich in den vergangenen 14 Tagen auf einem Bauernhof war. Meine Antwort war in der Vergangenheit immer die Gleiche – NEIN.
Ich will nicht sagen, dass ich gelogen habe, aber ganz korrekt platziert war das Kreuz bei der Antwort nie. In meiner letzten Wohngemeinde logierte ich zwischen zwei Bauernhöfen und an meinem jetzigen Lagerplatz ist der nächste landwirtschaftliche Betrieb auch ohne Brille in Sichtweite.
Ein schlechtes Gewissen musste ich in der Vergangenheit trotzdem nicht haben. Schliesslich reisten verschiedenste eidgenössische Minister, Diplomaten und Bundesbeamte während der letzten Jahre in das gelobte Land und ich bin überzeugt, dass die wenigsten beim Einreiseamt der USA zugegeben haben, dass es im Bundeshaus von Bauern nur so wimmelt.

Aber seit heute ist alles anders. Bundesbern hat den Hühnern Hausarrest verordnet und das Legen von Freilandeiern unter Androhung der Todesstrafe verboten. Und genau hier beginnt mein Problem. Kurz nach Mittag degradierte Bern die Freilandhühner zu Stallhühnern und kurz vor Mittag habe ich beim Bauern noch 6 frischgelegte Freilandeier gekauft. Natürlich werde ich die herrlichen Naturprodukte weichgekocht geniessen und natürlich habe ich absolut kein schlechtes Gewissen dabei. Doch was sage ich dem kurzgeschorenen Einwanderungsbeamten in den Staaten und wo zum Henker soll ich mein Kreuzchen auf dem Deklarationszettel machen?
Fragen, wichtige Fragen bleiben unbeantwortet.

Zum Glück geht meine nächste Reise nicht nach Amerika und zum Glück habe ich noch ein paar Wochen Zeit, mir eine geeignete Strategie bereitzulegen. Vielleicht realisieren die Behörden bis dann, dass es auf dem Planeten noch viele andere ansteckenden Krankheiten gibt und entlassen die Hühner meines Nachbarn wieder aus der Beugehaft. GodverTAMIFLU!

Kommentare:

  1. aber, aber, lieber herr pilot: denken sie an big brother und legen sie solche gedanken niemals offen :)

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  2. lach....das letzte wort ist göttlich :-)

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  3. Es ist immer wieder ein genuss, hier vorbeizukommen und was neues zu lesen!

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  4. Der richtige Kontrapunkt zur gegenwärtigen Vogelgrippe/Roche/Tamifly Hysterie! Weiter so!

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  5. übrigens die schweizer köche schalten sehr schnell, habe schon ein asian chocken curry an tamilflu-mousse gegessen,

    gruss an heinz weber wenn der mal
    links sitzen sollte.

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  6. .... das nenne ich innovativ!
    Werde Heinz grüssen, wenn er wieder einmal sein Hallenbad verlässt :-)

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