Mittwoch, März 23, 2005

bin jetzt auch ein Kranich

Mein letzter Start als ‚Swiss-Schwalbe’ gestern in Zürich war unproblematisch und unterhaltsam. Des speziellen Datums bewusst, habe ich beim Planen der Reise nach Montreal den Flug an mich gerissen. Ich wollte einfach an diesem denkwürdigen Datum, an dem ich als Angestellter zum vierten Mal die Airline wechseln würde, das Steuer in der Hand halten.
Als Schwalbe starten und als Kranich landen – wer kann das schon!
Vor uns auf Piste 16 ist der volle Jumbo der Thai (bald ein Star Alliance Kollege) bereit für den langen Flug. Der schwere Vogel beschleunigt langsam und nähert sich gefährlich nahe dem Pistenende. Endlich hebt sich das immer noch schönste Flugzeug am Himmel vom Boden ab und gewinnt über dem Tennisplatz von Opfikon langsam an Höhe. Telefongespräche werden jetzt in Glattbrugg kurz unterbrochen und der Nachrichtensprecher bleibt für einen Augenblick unerstanden. Wir warten auf der Piste, bis uns der Flugverkehrsleiter die Startfreigabe erteilt. Es geht länger als erwartet, derweil der Jumbo immer noch gemütlich geradeaus dümpelt, statt endlich links Richtung Winterthur abzudrehen.
Der Flugverkehrsleiter unterbricht die Stille und fordert den Jumbokapitän mit ruhiger Stimme auf, endlich zu drehen. ‚Thai 747, you are entering a shooting area, turn left immediately’. Die ungewohnte Schräglage des grossen Vogels zeugte davon, dass der thailändische Kapitän die Wirkung der Contraves Geschütze kannte oder zumindest vom ungebrochenen Wehrwillen der Schweizer Bevölkerung schon einmal gehört hat.
Das Warten hat ein Ende und endlich gehen auch unsere Gashebel nach vorne. Die Zeit danach vergeht sprichwörtlich wie im Fluge. Essen wie die Fürsten (war ein A330 ohne erste Klasse – wir essen sonst wie die Könige), die Passagiere unterhalten mit Ansagen in drei Sprachen und dann Dessert und ein Kaffee (Jacobs die Krönung statt Nespresso).
Kurz vor Goose Bay, Neufundland dann der Telex aus Kloten: Swisshansa ist offiziell. Ich bin erleichtert, andere weniger.
Der starke Rückenwind und die unheimliche Lust auf ein kanadisches Bier bringen uns zügig nach Montreal. Über der Stadt Quebec beginne ich dann den ersten Anflug als Luftibus. Stürmische Winde (ein Omen?) verlangen alles von mir ab und die feine Landung (wer hätte etwas anderes erwartet J) machten dem ereignisreichen Flug ein Ende.

Ich bin jetzt auch ein Kranich!

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