Donnerstag, Dezember 07, 2017

Wirre Gedanken eines Fliegenden 1

Influenzer sind im Moment überall anzutreffen. Inbrüstig versprühen diese Sachen, die sie besser für sich behielten. Das generiert Follower und diese wiederum verbreiten den Mist ungefragt weiter. Vom Schneeballeffekt redet man, da und dort auch vom Multiplikationsfaktor. Fachleute reden von Epidemien und das erkennt man nicht nur an steigenden Google-Anfragen zum Thema.
Ich bin Immun dagegen und das verdanke ich dem jährlichen Pieks in meinen Oberarm. Bekämpft die Influenza und damit die Influenzer! Impft Euch! Schützt Euch vor ungefragt verbreitetem Mist. Es lebt sich besser ohne Influenza – und auch ohne Influenzer.

Mittwoch, Dezember 06, 2017

AUSLAND

Einsatzpläne sind mitunter Freud und Leid zugleich. Ein Computer voller Drähte und seltener Metalle bestimmt das Leben von mehreren tausend Angestellten mit ein paar Rechenoperationen. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Dezemberplan einen höheren Stellenwert besitzt als andere.

Ich mag mich nicht beklagen. Heuer bestimmt der Umzug ins neue Wohndomizil meinen Stresslevel und meinen Arbeitsrhytmus und da spielen spezielle Tage im Kalender keine Rolle, wenn sich links und rechts Kartinschachteln bis über den Kopf stapeln. Für einen Weihnachtsbaum bleibt da kein Platz, für eine Silvesterparty fehlen mir die Nerven.

Dennoch hatte der Plan wieder eine Überraschung auf Lager und zwar nicht der aktuelle, sondern der Outlook auf den nächsten. AUSLAND steht da mit grossen Lettern geschrieben und das erscheint doch auf den ersten Blick seltsam.
Seit mehr als 26 Jahren fliege ich für Schweizer Arbeitgeber durch die Lüfte und noch keiner der Flüge fand innerhalb der eigenen Landesgrenzen statt. Sogar der Hüpfer nach Genf führt über fremdes Staatsgebiet. Da stellt sich natürlich die Frage, was mir die Firma denn da Tolles geplant hat?

Bisher habe ich mit AUSLAND keine schlechte Erfahrung gemacht. Vor über einem Jahr war ich für fast 10 Tage in Arizona und liess im Rahmen eines Trainings Beschleunigungen über mich ergehen, die nur im wachen Zustand erträglich sind, und vor ein paar Wochen weilte ich in Frankfurt an einer sehr interessanten Schulung, die drei Tage dauerte, das Training revoluzionieren könnte und ganz nebenbei Kontakte verschaffte, die sowohl betrieblich, als auch menschlich wertvoll sind.

Tja, was bedeutet wohl dieses AUSLAND im Januar? Ich lasse das an dieser Stelle noch offen, etwas Spannung darf in der Adventszeit schliesslich sein. Doch soviel sei verraten, es geht an die Westküste von Amerika und nicht in den Staat Kalifornien. Um die Leserin Frau Towermädel zu beruhigen: der Flug nach Bangkok ist selbstverständlich noch immer aktuell und wird so im Januareinsatz verbleiben.

Sonnenaufgang kurz vor Afghanistan 

Beim Verfassen dieser Zeilen befinde ich mich übrigens auch im Ausland, genauer in Hongkong. Dezember ist die besten Zeit für eine Reise in diese Region. Die Temperaturen bewegen sich im gleichen Zahlenbereich wie an meinem neuen Wohnort, einfach mit umgekehrten Vorzeichen. Interessant zu sehen ist die Reaktion der Einwohner, wenn am Thermometer eine Zahl unter 20°C angezeigt wird. Winterjacken werden hervorgeholt, Halstücher so gross wie Tischtücher umgeworfen und da und dort sieht man tatsächlich auch Pelzjacken. Wenn der Tourist aus den Schweizer Bergen bei diesen sommerlichen Temperaturen in kurzen Hosen durch die Strassen läuft, wird er wie ein Ausserirdischer begutachtet.
Kurze Hosen sind im Dezember in Hongkong ein Muss, denn Dezember ist in Hongkong Wandersaison. Bei trockenem Wetter auf engen Pfaden über Hügel zu laufen, gehört zu den schönsten Arten, die Inseln zu entdecken. Am Abend steht der Besuch des Pferderennens im Happy Valley an. Wer das kennt weiss, dass man den Mittwochabend nicht ohne Besuch auf der Rennbahn beginnen kann. Die Stimmung ist einmalig, das Bier günstig, die Menschen schön und die Kleidervorgaben unkompliziert. Selbst der Neu-Engadiner wird dann die Softshell-Jacke überziehen, es sind Temperaturen von unter 15°C angesagt.

Liebe Leserinnen und Leser, der Flugschreiber wünscht schöne Festtage. Ich melde mich wieder zwischen Weihnachten und Neujahr und das neuerlich aus Hongkong. Geniesst die Adventszeit! Ich ziehe in den nächsten Tagen um und zwar ins INLAND.

Freitag, November 24, 2017

Herr Meier

Ein Doppel-Bangkok, als zwei Mal nacheinander nach Thailand, verändert nicht nur das Schlafverhalten, sondern auch die Sicht auf Dinge, die man als Mann im Minutentakt beobachtet, auch wenn man um all die dunklen Zupfstuben und schummrigen Etablissement einen grossen Bogen macht. Ob ich will oder nicht, bei Flügen mit der Flugnummer 180 bzw. 181 läuft mir stets das Lied "Samurai" von der EAV nach. 
Herr Meier fährt in Urlaub nur
nur nach Bangkok oder Singapur.
Doch nicht wegen Landschaft,
wegen weiblicher Bekanntschaft.
Doch nicht nur in Bangkok beobachtet man Befremdliches, sondern auch an Bord des Flugzeugs. Viele Gäste an Bord benehmen sich anders - ganz anders als auf anderen Flügen. Das ist nicht klassenabhängig, sondern zeigt sich leider auch im vorderen Teil des Flugzeugs in all seinen Abgründen.
Herr Meier find in Thailand
nur Essen nicht sehr leiwand.
Mag Curry nicht und Sojakeim,
mag Wiener Schnitzel wie daheim.
Wer zwei Wochen an der Sonne täglich die Unterwürfigkeit genossen und die Massagen ausgekostet hat, verliert nicht selten den Respekt vor Dienstleistern aus der heimischen Welt und an Bord. 
So eine Massage
liebt Herr Meier sehr
und für bessere Gage
kriegt er noch etwas mehr.
Daheim ist Meier sehr verklemmt,
doch hier kauft er sich Seidenhemd.
Am Strande von Pattaya,
da schwellen ihm die ... Adern.
Meier's aus der westlichen Welt: bleibt bitte zu Hause! 

Mittwoch, November 15, 2017

Von Höhlen

Attestiert mir ein Arzt ein Problem mit den Nebenhöhlen, müsste ich eigentlich beleidigt sein. Denn Nebenhöhlen liegen bekanntlich neben der Haupthöhle und dass kann im Kopf nur eine Stelle sein. Doch wenn die Zähne, Ohren und die Strin gleichzeitig schmerzen, ist einem nicht nach Rache und Vergeltung zu Mute. Dankbar nahm ich den Berg Medikamente an und verzog mich vor rund zehn Tagen in meine eigene Höhle zurück. «COG» – Captain on GND – Flugverbot.

Der versprochene Bericht aus Hongkong fiel ins Wasser, die Höhlen mussten mit Pillen und anderen Wässerchen freigeschossen werden.
Mittlerweile sind meine Nebenhöhlen wieder frei wie der Gotthardtunnel um 3 Uhr in der Früh und in diesem Zustand rate ich keinem zu behaupten, dass sich in meinem Kopf ob der Nebenhöhle eine Haupthöhle befindet.

Mittlerweile bin ich wieder «on tour» und neuerlich beschäftigt mich das Thema «Höhlen». Ich bin in Bangkok. Hier gibt es Massagehöhlen, Rattenhöhlen, Opiumhöhlen, einen «Höhlen-Verkehr» und es ist drückend heiss wie in einer Höhle nahe der Hölle.
Seit gestern weiss ich auch, dass es in der Stadt der Engel auch «Raucherhöhlen» gibt. Die Crew, unter Führung eines befreundeten Kapitäns, steuerte nach dem Essen zielgerichtet ein subversives Lokal an, das man nur betreten darf, wenn man den Geheimcode korrekt in ein Telefon eingeben kann. Es sei an dieser Stelle verraten, dass der Code 1940 gefolgt von einer Raute lautet. Da ich bekanntlich Nebenhöhlen habe, die auf eine grosse Haupthöhle schliessen lassen, konnte ich die Zahl 1940 nicht einer wichtigen Jahreszahl zuordnen. Wikipedia half mir und so durfte ich ein kleines Wissenspaket in meiner Haupthöhle ablegen, die so leer danach nicht mehr war. Scheinbar hat die Haupthassfigur von Castro’s Mannen, Senator Fulgencio Batista, 1940 die Verfassung ausser Kraft gesetzt und damit den Zorn von Castro und seinen bärtigen Kollegen auf sich gezogen. Man lernt nie aus!

Doch nun zurück in die Raucherhöhle. Im ersten Stock des Lokals bevölkerten lebenslustige, weibliche Expads, die elegant die Hüften zu karibischer Musik schwangen, die Bühne und machten das Lokal zu einem ziemlich gefährlichen Pflaster für Männer in ihren 50ern. Darum verstand ich zu keinem Zeitpunkt, dass wir diese durchaus erotische Tanzhöhle verliessen und im Obergeschoss die Raucherhöhle betraten.
Männer, diese seltsamen Wesen, scheinen sich mit einer Zigarre in der einen und einem Schnaps in der anderen Hand unverletzlich zu fühlen. Ich werde wohl nie verstehen, wie man diese nach getrockneter Kuhscheisse riechende Röhre anzünden und auch noch inhalieren kann. So schnell wie ich die Raucherhöhle betrat, verliess ich sie auch wieder. Natürlich nahm ich noch ein Auge voll Tanzimpressionen mit auf den Weg und machte mich auf in meine unterkühlte Nachthöhle.

Müde legte ich mich ins Bett und schaute zufrieden auf mein erreichtes Tagesziel zurück: Einmal einen Text zu schreiben, wo das Wort «Höhle» 25 Mal vorkommt….

Freitag, Oktober 27, 2017

Useless things

Es gibt Orte auf dieser Welt, die lassen einen erschaudern. Nicht immer ist das für das Gegenüber verständlich, oft sind die Ansichten verschieden. «Super Hotel», «5-Sterne», «bekannte Hotelkette», «schöne Zimmer» – das einige der Attribute, die ich über unsere Unterkunft in San Francisco gehört habe. Ich wohne im Turm 3, im 19. Stockwerk, Zimmer 1965. Genauso nüchtern wie diese Beschreibung klingt, fühlt es sich auch an. Wie kann man sich da nur wohl fühlen?

Glücklicherweise bietet San Francisco mehr als öde Hotelbunker.

Die morgendliche Wanderung vom Hotelbunker an den Pier gleicht einem Spiessrutenlauf. In praktisch jedem Hauseingang liegt ein zusammengeroller Menschenkörper und sucht Schutz unter einer dünnen Decke. Der Anblick so zahlreicher Randständiger hinterlässt einen verstörenden Eindruck. Langsam wird es heller und zwischen den Hochhäusern zeigt sich der pazifische Ozean.

Eine traumhafte Stadt, wenn man wie ich zwei Kreditkarten und etwas über hundert Dollar Cash auf sich trägt. Ich war zuletzt kurz nach dem Datumswechsel im Jahr 2011 in der Stadt. Einsatzumstellungen und unzählige Stunden im Simulator haben dafür gesorgt, dass ich es in den vergangegen zwei Jahren nie nach San Francisco geschafft habe. Schon gestern hat mich der wunderschöne Anflug über die Golden Gate entzückt, der Sonnenaufgang am Pier mit der Oakland Bay Brigde im Hintergrund macht das Glück perfekt.

Das Boot nach Sausolito verlässt Pier C erst in 30 Minuten, Zeit genug ein Ticket zu kaufen und einen Kaffee zu geniessen. Der Ticketautomat ist nicht leicht zu finden, scheint aber umso leichter zu bedienen sein. «Insert Credit Card» – gesagt, getan. «We do not accept AMERICAN EXPRESS». Ok, mit dem kann ich leben. «You want to pay with another Credit Card?». Yes! «We do not accept foreign Credit Cards». Und das in der Stadt von Apple und Google! Apple! Vielleicht akzeptiert die Kiste APPLE PAY? Gute Idee, aber leider auch eine Sackgasse. Ein schlecht angebrachtes Schild mit der Aufschrift «No Cash» bringt mich auch um meine letzte Option. Auch wenn mein letzter Besuch über sechs Jahre her ist, weiss ich, dass sich im Gebäude hinter mir ein Schalter des Fährenbetreibers befindet. Tatsächlich! Eine rundliche, aber durchaus charmente Dame erkundigt sich nach meinen Wünschen. Sorgenfallten bildeten sich auf Ihrer Stirn, als ich ein Ticket ergattern wollte. Das ginge leider nicht, weil Sie keine Tickets verkaufen dürfe, mir aber eine Wertkarte geladen mit dem Betrag eines Tickets überlassen könne. Was ich denn mit der Wertkarte tun müsse?, fragte ich die geduldige Verkäuferin. Ich könne am Ticketautomaten von eben, mit der Wertkarte einen Fahrschein lösen… Ich akzeptierte das Angebot und überreichte ihr meine Kreditkarte. «Sorry Sir, we do not accept AMERICAN EXPRESS». Cash – ok. Mit der Wertkarte im Hosensack ging ich schnurstracks zum Ticketautomaten und von dort zum Pier C. Für einen Kaffee blieb keine Zeit mehr.




Nach einer wunderschönen Überfahrt nach Sausolito steuerte ich den ersten Coffeeshop an. Egg Benedict und ein grosser Cappuccino stopften mein grosses Loch im Magen. Am Tisch nebenan sass ein uniformierter Motorradpolizist und genoss sein Frühstück. «You ride a German Bike in the country of Harley Davidson?», frage ich den sympathischen Ordnungshüter. «Yeah, listen – my last Police bike was an Harley, but like other things in the States it looked good, made a hell of a noise, but was absolutly useless…»



Mit dieser Weisheit, der ich nichts anzufügen habe, beschliesse ich meinen wöchentlichen Bericht aus der Welt der Fliegerei. Nächste Woche werde ich aus Hongkong berichten. Den Flug an die chinesische Metropole werde ich wie immer mit einem Crewbriefing beginnen. Wissen sie geschätzte Leserinnen und Leser, was die Kolleginnen und Kollegen während meinem überaus wichtigen Vortrags machen? Nein? Die folgende Grafik gibt Auskunft:





Sonntag, Oktober 22, 2017

Aufgewärmtes – Teil 3

Scored People

Every morning around five, when I attempt to check in on the computers, in the OPS Centre, a red message alerts me, to the fact that I have to pass an English Language Test by the end of this year. Holy Crap!
As a person, who is fearful before taking tests of any kind, I prepare myself as carefully as possible. For this reason I have chosen to write this column in English.

Two months ago, as luck would have it, I was rostered with an English Language Proficiency Checker (ELPC) on a very long flight leg… yeah right… a 45 minute sector. A great opportunity to pass the check between «silent cockpit phase after take-off», «public address», «requesting the flight connections at operation control», «flight planning for the next leg», «approach briefing», «public address» and «silent cockpit phase before landing». The day before I sent an email to the ELPC, to ask him to bring the forms and test questions along.
Fortunately, a very good friend of mine, flying for Qantas out of Sydney, was staying with me in Zurich, and he read my email and added to my well prepared English sentences. «I hereby confirm, that Mr. Peter Tilly speaks the best English I’ve ever heard», and believe it or not, the Checker didn’t show up the next day… So I still haven’t been tested, and I still have to be a little nervous, and yes, I still have to practice my English skills.

But even on short haul operation there are other opportunities to speak the aviation language.
Not long ago, a severe storm hit Europe with winds up to 70 knots. Most of the civilized airports were closed. I sat with an Austrian and a Lufthansa Skipper at a bar in a half star hotel near a runway somewhere in Europe and we discussed the rough and tough pilot’s life. Despite that we all called German our mother tongue, a conversation in German was impossible. The Austrian «Kapitän» had an accent, which was more painful to the ear, than the brake fans during the walk around. The Lufthansa «Flugzeugführer» came from a small village in the north of Germany, spoke Low German and sounded like a drunken Dutch sailor in a French «house of hill repute» in the middle of the night. In other words, communication in German was hopeless. So we switched to English.

We did what Captains do, when we are at a bar. We drank a few beers, told each other dirty jokes and spoke about the terrible weather outside. We all were happy, that the beer was cold and most of the airports around where closed.
«Are you scared?», the German asked me. «No, I’m scored, that’s even worse!»
SCORE – A word I better not use! The discussion became louder and louder and I learned a lot of new English words, most of them I best not use during the scary English Language Proficiency Check. This conversation ended, when the Lufthansa «Flugzeugführer» went to the toilet.

«Peter, what are you thinking about?”, the Austrian «Kapitän» asked me. «I’m pretty nervous about the English exam I have to pass within the next few months», I replied. He laughed out loud and changed to his brake-fan-like-accent: «Wer long sudert wird net pudert». I didn’t understand the meaning of the Austrian-brake-fan-sentence and asked for translation. «The more you whinge, the less you shag!», was his short answer.

Three young and pretty ladies from another crew joined our party and we stopped the pilot’s talk and switched to a gentlemen discussion. We listened carefully to the galley-gossip and paid for drinks after drinks to impress the female part of the world. The night was dark, the storm was still over Europe and our flights the next day were cancelled. My two colleagues got a day off away from home base, and I received standby duty from five a.m. till five p.m. from the Swiss dispatch…
I fell asleep and dreamt about things I can’t write in this column. The German «Flugzeugführer» scored that night and I hope that I will score at the English Language Proficiency Check very soon.

Question: So is my English enough for a level four mark?

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Geschäftsreise

Auch Piloten gehen auf Geschäftsreise. Ganz ohne Sonderbehandlung und Y-Class pur. Ein Kurs steht an und das in Frankfurt. Statt weisse Uniformhemden finden hellblaue Leinenstoffe den Weg in meinen Koffer. Die folgenden drei Tage werden dafür sorgen, dass ich noch unersetzbarer werde in der Firma – das glaube zumindest ich…

Nach drei Tagen Bangkok wirkt die hessische Finanzmetrpole noch grauer als sonst. Klingen die Haltestellenansagen in Bangkok wie die Stimmen der Moderatorin in einer Beate Uhse Dokumentation, herrscht hier in Frankfurt preussischer Kasernenton. Erkundigt man sich nach dem Weg im Flughafen, erinnert mich der Tonfall der Antwort stark an meine Zeit in der Grenadier-Rekrutenschule während des kalten Krieges. Da wäre noch Luft nach oben…

Doch auch der Flug nach Bangkok war eine Geschäftsreise. Nicht für mich, aber für eine Kollegin und einen Kollegen aus dem P/R-Team, die zwei Journalisten auf unserem Flug begleiteten. Vom Inhalt der Story möchte ich nicht zuviel verraten, aber nach dem Erscheinen des Artikels werde ich an dieser Stelle sicherlich etwas Werbung machen.

Solche «P/R-Flüge» sind immer ein Erlebnis. Wenn die Gäste über das Crewleben berichten wollen, dann werden wir ihnen das Crewleben auch entsprechend zeigen. Eine Show ist da nicht notwendig, schliesslich haben wir es (fast) immer lustig, aber etwas andere Wege gehen wir schon. Gemeinsames Nachtessen, gemeinsamer Ausgang, gemeinsame Aktivitäten und gemeinsame Ausflüge – das alles ist nicht obligatorisch, aber durchaus spassig!

Was während der feuchten Anfahrt zum Hotel bei einigen noch Sorgenfalten auf die Stirne zauberte, rückte der Sonnenschein am nächsten Tag ins rechte Licht. Ein Fahrradausflug stand auf dem Programm und das mitten in Bangkok bei 35°C und fast 100% Luftfeuchtigkeit.
Ein Longboat brachte uns über den Fluss nach Thonburi, wo die Ausfahrt trockenen Fusses begann. Single Trail Erfahrung aus den Alpen war durchaus hilfreich auf den engen Wegen mitten im Dschungel. Links und rechts von Weg ging es jeweils rund einen Meter in die Tiefe, wo den Stürzenden eine feuchte Mischung aus Schlamm, dunkelbraunem Wasser und leider auch Abfall erwartete. Welche netten Tierchen da unter wohnen, musste ich Gott sei Dank nicht erfahren.

Zum Glück ging alles gut, zum Glück wurden alle vom Schlammbad verschont. Mit Text kann ich die Leserinnen und Leser nicht mehr fesseln, darum folgen ein paar Bilder.

Ich muss jetzt zum Kurs! Geschäftsreise halt….